Sommernächte

Fritz-Kühn-Platz verwandelte sich in Open-Air-Pub

Die „Cobble Stones“ setzten sich ins gemachte Bett: Gegen 21.30 Uhr war der Platz rappelvoll und die Stimmung der Besucher hätte jeden Kneipenwirt neidisch gemacht.

Die „Cobble Stones“ setzten sich ins gemachte Bett: Gegen 21.30 Uhr war der Platz rappelvoll und die Stimmung der Besucher hätte jeden Kneipenwirt neidisch gemacht.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Bei der 5. „Celtic Folknacht“ sorgten traditionelle Instrumente und Stücke aus der britischen Folklore für großen Andrang.

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Wer schon einmal den nördlichen Teil Großbritanniens besucht hat, weiß vielleicht, was bei einem zünftigen „Tattoo“ dazugehört. Gemeint ist damit nicht die Kunst auf der Haut, sondern eine militärisch angehauchte Musikveranstaltung, in Schottland selbstverständlich mit Kilt und Dudelsack – das englische „Tattoo“ entspricht dem deutschen „Zapfenstreich“.

Ähnlich wie bei Schützenumzügen steht dabei weniger das Martialische im Vordergrund als vielmehr das Erleben traditioneller Musik, gern in lockerer Atmosphäre, gute Gesellschaft und für viele das eine oder andere Maß Bier, das auf der „Insel“ freilich in der Einheit „pint“ gemessen wird. Über die Frage, ob dieses in der Region gebraut worden sein muss, würden Liebhaber solcher Veranstaltungen vielleicht mit blankem Stahl zu Felde ziehen – wenn sie nicht so friedlich wären.

So wie die Besucher der 5. „Celtic Folknacht“ am Freitagabend auf dem Fritz-Kühn-Platz, die sich zunächst in Geduld üben mussten, da sich der Soundcheck eine halb Stunde verzögerte. „Aber das hat bei uns ja fast schon Tradition“, scherzte Veranstalter Sven Wiedemeyer von „Live Project“, als er endlich die „58th Scottish Volunteers Iserlohn“ ankündigen durfte, die vielen durch ihre Auftritte beim IBSV-Schützenfest bekannt sind.

Mit den für kontinentaleuropäische Ohren exotischen Klängen, die den Zuhörer gedanklich in ein Reich irgendwo zwischen „Highlander“ „Braveheart“ entführten, war das Warten schnell vergessen. Die Reihen füllten sich um die Musiker, die ihre Show volksnah nicht auf, sondern vor der Bühne zeigten – und das zu anfangs strahlendem Sonnenschein. Später verwandelte das Sextett „Three More Pints“ den inzwischen rappelvollen Platz in den größten Open-Air-Pub Iserlohns und servierte ein Kneipenkonzert vom Feinsten. Die Party-Schaumkrone bildeten die „Cobble Stones“ (Pflastersteine), die sich nicht nur wegen ihres Namens nahtlos ins Ambiente einfügten. Dazu trugen auch die Besucher mit Accessoires und teilweise sogar Kostümen bei – eine traumhafte „Sommernacht“.

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