Parktheater

Etliche Stars der Musical-Szene, tolle Effekte und tolles Bühnenbild

Das Bühnenbild im Parktheater setzte die Geschichte um ein junges Chormädchen perfekt in Szene.

Das Bühnenbild im Parktheater setzte die Geschichte um ein junges Chormädchen perfekt in Szene.

Foto: Max Winkler

Iserlohn.  „Phantom der Oper“ im Parktheater: Der Zickzack-Kurs der Tournee führte über Iserlohn

Wer im Parktheater bei der Ankündigung des Musicals „Phantom der Oper“ das ganz große Kino à la Andrew Lloyd Webber erwartete, rieb sich vielleicht doch etwas verwundert die Augen. Die zahlreichen Zuschauer erlebten nicht die weltbekannte Version des Starkomponisten, sondern eine Fassung in der Inszenierung von Jochen Sautter und mit den Kompositionen von Deborah Sasson. Obwohl diese Fassung als eine der erfolgreichsten Musicalproduktionen Europas gilt und bereits seit 2010 auf über 450 Bühnen gespielt wurde, fehlt ihr der oftmals erwartete Wiedererkennungseffekt.

Entscheidung zwischenGefangenschaft oder Freiheit

Dabei hält sich die Geschichte sehr nahe an den Roman von Gaston Leroux und ist den Fans dieses Musicals wohlbekannt: Christine, Chormädchen an der Pariser Oper, ist hin- und hergerissen zwischen dem in den Katakomben wohnenden, entstellten und mit Maske ausgestatteten Phantom Erik und dem eigentlich von ihr angebeteten Graf Raoul. Nachdem sie und Raoul von Erik entführt und gefangen gehalten werden, muss Christine sich zwischen Gefangenschaft oder Freiheit, echter oder vorgetäuschter Liebe entscheiden, was letztendlich natürlich zum Happy End für Christine und Raoul führt. Die Besetzung mit etlichen Stars der Musicalszene, z.B. Deborah Sasson (Christine), Uwe Krüger (Erik) und Jochen Sautter (Raoul), verspricht Einiges. Die männlichen Hauptrollen und auch die Nebenrollen erfüllten stimmlich auch alle Erwartungen. Das stimmliche Klangbild Deborah Sassons weist jedoch leider eine zu deutliche Tendenz zum Vibrato auf, um dies mit der stimmlichen Erwartung an den Gesang eines jugendlichen Chormädchens in Übereinstimmung bringen zu können. Ihre wirklichen gesanglichen Kapazitäten konnte sie vollends erst in der Zugabe als Carmen andeuten.

Die Sänger wurden von einem 14-köpfigen Orchester live aus dem Orchestergraben, was bei Tournee-Musicals nicht immer selbstverständlich ist, professionell begleitet. Der eigentliche ‚Star‘ des Abends waren allerdings eindeutig das Bühnenbild und die szenisch-technische Gestaltung.

Die Bühnenausstattung von Michael Scott war originell und prägnant und wurde durch faszinierende Videoprojektionen von Daniel Stryjecki, bei denen durch den Einsatz einer Gaze ein dreidimensionaler Effekt entsteht, unterstützt. Es bleibt jedoch ein Geheimnis des professionellen Tourneebusiness, wie man eine solch personell und materiell überaus aufwendige Produktion heute in Iserlohn, morgen an der polnischen Grenze und übermorgen schon wieder in Lübeck präsentieren kann. Und das über lange Jahre hinweg. Iserlohn hatte ‚Glück‘, dass es dabei sein konnte.

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