Industrie

„Es bleibt eine Rest-Nervosität“

Das „netzwerkdraht“ hat die Podiumsdiskussion in der SASE zum Thema Brexit veranstaltet. Vom Zeitpunkt hätte es nicht besser passen können.

Das „netzwerkdraht“ hat die Podiumsdiskussion in der SASE zum Thema Brexit veranstaltet. Vom Zeitpunkt hätte es nicht besser passen können.

Foto: Michael May

Iserlohn.  In Brüssel wurde am Mittwoch über einen Brexit-Deal verhandelt, in Iserlohn gleichzeitig diskutiert

Während die einen am Mittwochabend in Brüssel den Brexit-Deal verhandelten, sprachen Unternehmer und Experten bei einer Podiumsdiskussion vom „netzwerkdraht“ in der SASE über seine möglichen Auswirkungen auf die deutsche Industrie.

Lange hatten sich die Verantwortlichen der EU am Mittwochabend noch optimistisch gezeigt, eine Lösung in den Brexit-Verhandlungen zu finden. Auch Angela Merkel sagte, dass es in den Gesprächen über ein geregeltes Ausscheiden der Briten aus der EU in den vergangenen Tagen deutliche Fortschritte gegeben habe – zu einem Abschluss eines Deals ist es am Mittwoch aber nicht gekommen.

Weiterhin also große Ungewissheit für die deutsche Industrie. „Macht Sie das nervös?“, fragte Moderator Heiko Dolle das Podium, auf dem neben SIHK-Präsident Ralf Stoffels noch Michael Giese von der „FachtBeratungNord“, Unternehmer Olaf Metzger, Margarete Müller, Präsidentin der NRW-Niederlassung Deutsche Bundesbank, und Jürgen Matthes vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln Platz nahmen.

550 Betriebe aus Südwestfalen sind direkt betroffen

Ralf Stoffels, neben seiner Funktion bei der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen auch Geschäftsführender Gesellschafter der BIW Isolierstoffe GmbH, konnte die Frage nicht eindeutig beantworten. „Auf der einen Seite sind die Unternehmen in Südwestfalen durch die Dauer des Prozederes gut vorbereitet“, sagt er, „auf der anderen Seite bleibt aber eine Rest-Nervosität“.

450 Unternehmen aus Südwestfalen würden nach England exportieren, weitere 100 aus dem Vereinigten Königreich importieren, acht haben sogar Produktionsfirmen vor Ort.. „Wir haben bekanntlich viele mittelständische Unternehmen, die als Zulieferbetriebe fungieren.“ Wichtig sei für die deutsche Industrie, schnellstmöglich einen vernünftigen Zeitplan zu erhalten. Dann könne man gezielt planen und investieren.

Seit gestern Vormittag gibt es ihn aber ja nun doch – den Brexit-Deal. Wer weiß, wie die Podiumsdiskussion dann ausgefallen wäre. Jetzt sind die Auswirkungen konkreter.

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