Heimat-Macher

Ein Leben in Iserlohn und dem Rest der Welt

Vor den Erfolg haben die Wirtschafts-Götter auch bei Heiko Dickel nun mal die Investition gesetzt.  Also musste bei der HEDI-Akademie erst einm,al auch für Bildungstechnik ordentlich in die Tasche gegriffen werden.

Vor den Erfolg haben die Wirtschafts-Götter auch bei Heiko Dickel nun mal die Investition gesetzt. Also musste bei der HEDI-Akademie erst einm,al auch für Bildungstechnik ordentlich in die Tasche gegriffen werden.

Foto: Michael May

Der Iserlohner Kreisanzeiger stellt in loser Folge „Heimat-Macher“ vor: heute Heiko Dickel

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Wer sich mit Heiko Dickel unterhält und dabei gedanklich auf Ballhöhe bleiben möchte, sollte tunlichst schnelle Ohren haben. Denn Heiko Dickel (47) denkt wahrlich schnell. Und er spricht schnell. Meistens „klare Kante“. Dabei läuft bei ihm aber auch immer so eine Art automatisches Korrekturprogramm mit, wenn er sagt: „Das können Sie so jetzt natürlich nicht schreiben, aber Sie wissen, was ich meine.“

Zum Beispiel, wenn wir über die Geschäfte seiner Firma ALEXA mit China sprechen. Natürlich sei das in vielerlei Hinsicht eine ganz andere Wirtschafts- und Gedankenwelt und man sei auch wahrlich gut beraten, vor eben diesen Chinesen insbesondere wirtschaftlich immer auf der Hut zu sein, aber man merkt Dickel ebenso deutlich an, dass er bestimmten Handlungsweisen in dem Reich der Mitte durchaus Respekt zollt. Nicht zuletzt der ungeheuren Konsequenz, mit der die Chinesen zum Teil aberwitzige Projekte planen und schließlich auch ausführen. Über so etwas wie den Berliner Flughafen samt Bau-Desaster würde man dort nur lachen, sagt er. „Die haben Städte auf einer Fläche von hier bis Düsseldorf und bauen in fünf Jahren mal eben eine U-Bahn darunter.“ Und wenn der eine oder andere Großflughafen in die Jahre gekommen sei, werde eben ein neuer, moderner daneben gebaut. „In drei oder fünf Jahren ist auch der fertig.“

Der Beruf hat Heiko Dickel offenbar schon durch die ganze Welt geschickt, hat Meinungen und Sichtweisen reifen lassen. Zu allererst: „Iserlohn ist mein tatsächlicher und liebster Lebensmittelpunkt.“ Das liege vielleicht auch daran, dass sich die Einstellung zu vielen Dingen geändert habe. „Wichtig ist mir eigentlich nur noch, dass ich hier mit meiner Familie zufrieden leben kann und gesund bleibe.“ Nicht viel anfangen kann er mit der offensichtlich ur-deutschen „Grund-Unzufriedenheit auf verdammt hohen Niveau“.

Fast zu jedem anderen Land dieser Welt fällt Dickel im Gespräch mit der Heimatzeitung auch ein guter Grund ein, auf jeden Fall ein gültiges Rückfahrticket in der Tasche zu haben. „Wenn ich zum Beispiel nur mal an Jakarta denke, denke ich noch heute, wie froh ich war, dass ich wieder ins Sauerland durfte“. Am ehesten kämen für ihn noch die nordischen Länder als Alternative zu Iserlohn in Betracht. Dort gehe es nun mal „intelligent und fortschrittlich“ zu. „Aber eigentlich sind wir ja auch Nordeuropäer, von daher sind wir uns eben sehr ähnlich.“ Dickel spricht von den deutschen Tugenden wie Pünktlichkeit oder Disziplin. Eigenschaften, die ihm ganz offensichtlich gefallen. Vielleicht, weil er sie sich schon in Kinder-Jugendtagen zu eigen gemacht, um auch ohne Vater für sich selbst einen reibungslosen Lebensstart hinzulegen.

Wir reden über England („Die gehen nach dem Brexit auf jeden Fall den Bach runter“), noch einmal über China („Die haben Geld ohne Ende. Kann man Geld drucken, ohne eine Inflation zu haben?“) und über Indien („Die größte Demokratie der Welt. Aber da passiert gar nichts, herrscht nur Chaos.“) Und über Südamerika, über Sao Paulo. („Möchten Sie da wohnen, wo Ihnen an jeder Ecke jemand die Knarre an den Kopf hält. Wo Sie im Anzug nur mit Sicherheitspersonal durch die Stadt fahren können? Ich nicht!“

Dann also doch viel lieber Iserlohn. Hier kann man schließlich auch was „machen“. Denn dieses „machen“ ist wohl das, was Dickel antreibt. Dank seines Immobilienbesitzes müsste er vermutlich eigentlich gar nicht so umtriebig unterwegs sein, aber Projekte, bei denen er aktiv Prozesse gestalten kann, reizen ihn nun mal. Wie die gerade eröffnete Weiterbildungs-Akademie HEDI am Letmather Lennestrand. Dickel kann sich ein Staunen nicht verkneifen, dass der Erfolg seines Konzeptes offensichtlich darin besteht, dass er Qualifizierungsmaßnahmen anbietet, die später am Arbeits-Markt auch tatsächlich gebraucht werden. „Mir ist inzwischen von mehren Seiten bestätigt worden, dass das offensichtlich fast ein Alleinstellungsmerkmal ist. Ich habe das bisher für selbstverständlich gehalten.“

Vielleicht hat Heiko Dickel doch einige der chinesischen Gene und Denkweisen in sich, von denen er so emotional spricht. „Chinesen sind überzeugt, dass sie niemals aufgeben, niemals verlieren. Entweder sie gewinnen oder sie gehen gemeinsam unter.“ Und dann sagt er noch: „Trump ist in vielerlei Hinsicht ein Spinner. Aber wenn man ehrlich ist, hat er mit vielen seiner Schritte, siehe Mexiko, sogar Erfolg.“

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