Ehrenamt sorgt für Zusammenhalt

Knapp 150 Bürger, darunter Vertreter der Vereine, von Parteien und auch aus der Wirtschaft, kamen zum Jahresempfang, der zum 20. Mal im Feuerwehrgerätehaus an der Scherlingstraße stattfand.

Knapp 150 Bürger, darunter Vertreter der Vereine, von Parteien und auch aus der Wirtschaft, kamen zum Jahresempfang, der zum 20. Mal im Feuerwehrgerätehaus an der Scherlingstraße stattfand.

Foto: Dennis Echtermann

Hennen.  Beim Jahresempfang der Ortsvereine im Iserlohner Norden gab es viele lobende Worte für das große Engagement und Neues zu einigen „Baustellen“.

Das Lehrschwimmbecken, die Überbauung des ehemaligen Hauptschulgeländes, der JVA-Neubau, unschöne Brachflächen in Hennen und immer wieder die Rolle von Ehrenamtlichen und die Bedeutung ihres Engagements gerade auch mit Blick auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen waren wichtige Themen am Sonntag beim Jahresempfang der Ortsvereine Hennen, Rheinen, Rheinermark und Drüppling­sen.

„Ich finde es großartig, was hier bei Ihnen im Iserlohner Norden alles funktioniert“, dankte die SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag in ihrem Grußwort vor den knapp 150 Gästen im Feuerwehrgerätehaus an der Scherlingstraße allen, die sich einsetzen und das möglich machen. Alles andere als schön sei es hingegen, wenn gerade Ehrenamtliche in den sozialen Medien noch Kritik für ihr Engagement einstecken müssten. Mit Verweis auf die „sehr wichtige“ Feststellung von Michael Glowalla aus dem Leitungsteam der Ortsvereine, der zum Entschluss für den Bau einer Zwei- statt Dreifach-Sporthalle in Hennen gesagt hatte, dass „das demokratische Miteinander von Kompromissen lebt“, äußerte Dagmar Freitag in ihren über den Iserlohner Norden hinausgehenden Ausführungen die „große Sorge“, dass zunehmend die Bereitschaft zu eben solchen Kompromissen verloren geht.

„Alles oder nichts“ sei aber nicht die Basis einer demokratischen Gesellschaft, ebenso wenig, „wenn zunehmend Hass und Hetze im täglichen Umgang miteinander fast zur Normalität werden.“ Die „Verächtlichkeit“ in Posts und Kommentaren bei Facebook, Instagram und Twitter werde „zunehmend unerträglich“. „Und richtig unerträglich wird es, wenn es sich gegen die Menschen richtet, die das Fundament unserer demokratischen Grundordnung sind: die sich in den Städten und Kommunen in der Politik im Ehrenamt engagieren.“ Um angesichts von immer mehr Drohungen und ja bereits erfolgter tatsächlicher Angriffe „nicht zu spät dagegen zu halten“, wünsche sie sich im ganzen Land eine „Allianz der aufrechten Demokraten“. „Seien Sie bitte mit dabei!“, sagte Dagmar Freitag, die für ihre grundsätzlichen Worte viel Applaus bekam. Den gab es auch für ihre aktuelle Initiative, sich auf Bundesebene für ein Sportstätten-Investitionsprogramm einzusetzen, von dem Lehrschwimmbecken und somit eventuell auch die fünf in Iserlohn und Letmathe profitieren könnten – auch wenn eigentlich Land und Kommunen für Sanierung bzw. Neubau zuständig seien. „Aber ich glaube, wir leben in einer Zeit, wo man Lösungen statt Zuständigkeiten anbieten sollte.“

Traditionsveranstaltungen und „innovative Ideen“

Vizebürgermeister Thorsten Schick bat um Verständnis dafür, dass die Reparaturarbeiten am Hubboden aufgrund der notwendigen Maß-Anfertigung der ansonsten nicht mehr beschaffbaren Ersatzteile schon so lange und voraussichtlich bis zum 16. März (wir berichteten) dauern. Aber die schnelle Lösung mit einer Fixierung des Bodens auf einer Höhe habe es eben aufgrund der unterschiedlichen Nutzer-Anforderungen nicht geben können. Zuvor hatte auch der CDU-Landtagsabgeordnete den Zusammenhalt der Ortsteile, der Vereine und Menschen gelobt. Dass „über Generationen und Herkunft hinweg zusammen daran gearbeitet“ werde, das Leben im Iserlohner Norden mit traditionsreichen Veranstaltungen und „innovativen Ideen“ wie dem Hofmusik-Festival so attraktiv zu gestalten, sei außergewöhnlich und „ein ganz großer Standortvorteil“.

Bis Ostern sollen indes die Pläne für die Zweifach-Halle und die weitere Gestaltung des ehemaligen Hauptschulgeländes vorliegen, um mit dem Leitungsteam den weiteren Weg „sehr kons­truktiv“ zu diskutieren. Mit einem Bebauungsplan werde die Stadt derweil sicherstellen, dass das ehemalige Tankstellen-Gelände an der Hennener Straße für eine Wohnmischbebauung und nicht für andere Zwecke genutzt werden könne. Auch im Falle der zweiten unansehnlichen Brachfläche, dem ehemaligen Hof Platenius, in dessen inzwischen abgerissenem Gebäude zuletzt der Getränkemarkt Müller untergebracht war, schaffe die Stadt gerne Planungsrecht, um die Entwicklung und Vermarktung zu ermöglichen. „Warum das seitens der Eigentümer angesichts der Attraktivität von Hennen nicht geschieht, vermag ich nicht zu sagen.“ Beim JVA-Neubau sei derzeit der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes am Zuge, müsse Gutachten (so zum Verkehr) vorlegen und nach den Gesprächen mit der Dorfgemeinschaft die Pläne wie vereinbart überarbeiten. Nach seinen letzten Informationen soll dies bis Ende Januar geschehen, damit dann die Bürgerbeteiligung beginnen könne.

Als Überraschungsgast gab Stadtmarketing-Chef Dirk Matthiessen Einblicke in seine Arbeit, einen Ausblick auf die Veranstaltungen in Iserlohn in diesem Jahr und freute sich unter anderem, dass die Hennener Werbegemeinschaft bei der neuen Weihnachtsbeleuchtung mit den Drahtringen gleich mitgemacht hat.

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