Amtsgericht Iserlohn

Drei Jahre Freiheitsstrafe für Brandstifter in Iserlohn

Der Dachstuhl dieses IGW-Gebäudes an der Piepenstockstraße wurde im Mai bei einem gelegten Brand völlig zerstört.

Der Dachstuhl dieses IGW-Gebäudes an der Piepenstockstraße wurde im Mai bei einem gelegten Brand völlig zerstört.

Foto: Stefan Janke / IKZ

Iserlohn.  Das Schöffengericht verurteilt einen 38-Jährigen wegen des folgenschweren Brandes im Mai an der Piepenstockstraße zu einer Freiheitsstrafe.

Meter hoch schlugen am 26. Mai diesen Jahres Flammen aus dem Dachstuhl des IGW-Gebäudes an der Piepenstockstraße/Ecke Schleddenhofer Weg. Der Dachstuhl brannte völlig aus, das Gebäude wurde schwer beschädigt, der entstandene Sachschaden wurde auf 850.000 Euro geschätzt. Am gestrigen Donnerstag musste sich dafür ein aus Nigeria stammender heute 38-jähriger Mann vor dem Iserlohner Schöffengericht verantworten. Das Gericht unter Vorsitz von Dr. Michael Ozimek verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren wegen schwerer Brandstiftung. Da sowohl Verteidigung als auch Staatsanwaltschaft das Urteil akzeptierten, wurde der 38-Jährige, der seit Mai in Untersuchungshaft saß, nach der Verhandlung direkt in die Strafhaft überführt.

Kurz vor der Tat heftigerStreit mit Lebensgefährtin

Eigentlich lebte der 38-jährige seit 2010 in Italien, hatte dort auch ein Kind. Ein weiteres Kind ging dann aus einer Beziehung zu einer Iserlohnerin hervor, die in dem Brandhaus eine Wohnung im dritten Obergeschoss bewohnte. In der Wohnung soll es dann kurz vor dem Brand gegen Mitternacht zu einem heftigen Streit zwischen der Iserlohnerin und dem Angeklagten gekommen sein. Dieser soll sehr wütend gewesen sein, nachdem ihm die Frau erklärt haben soll, dass die Beziehung beendet sei. Die Bewohnerin suchte nach Erkenntnissen des Gerichts Zuflucht in der Wohnung einer Nachbarin. Allein in der Wohnung zurückgeblieben soll der 38-jährige dann Kleidung im Wohn- und im Schlafzimmer sowie ein Handtuch im Badezimmer angezündet haben. Schnell breitete sich das Feuer aus, bei der Flucht aus dem Gebäude soll der 38-Jährige noch andere Bewohner gewarnt haben. Schließlich gelang es allen Hausbewohnern auch, sich in Sicherheit zu bringen.

Die Feuerwehr benötigte mehrere Stunden, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Der Angeklagte, der zum Tatzeitpunkt einen Blutalkoholwert von 1,6 Promille gehabt haben soll, geriet sehr schnell in den Fokus der Ermittlungen, es wurde schließlich Untersuchungshaft angeordnet.

In der gestrigen Verhandlung war der 38-jährige Angeklagte vollumfänglich geständig. Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer drei Jahre und acht Monate Freiheitsstrafe gefordert, die Verteidigung zwei Jahre Freiheitsstrafe auf Bewährung. Am Ende wurde der Mann, der bereits in Italien zwei Haftstrafen verbüßt haben soll, zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

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