Medizin

Doppelte Verstärkung fürs Iserlohner Bethanien-Krankenhaus

Prof. Dr. Hisham Ashour (li.), Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Bethanien, hat mit Dr. Burkard Rudlof jetzt einen neuen Leitenden Arzt der Klinik für Anästhesiologie an seiner Seite.

Prof. Dr. Hisham Ashour (li.), Ärztlicher Direktor des Krankenhauses Bethanien, hat mit Dr. Burkard Rudlof jetzt einen neuen Leitenden Arzt der Klinik für Anästhesiologie an seiner Seite.

Foto: Privat

Iserlohn.  Leitender Arzt an der Klinik für Anästhesiologie und Oberarzt für Innere Medizin/Gastroenterologie haben kürzlich ihre Stellen angetreten.

Wenn Dr. Burkard Rudlof die Aussagen von Verschwörungstheoretikern oder neueste Äußerungen von US-Präsident Donald Trump rund um die Corona-Pandemie liest, kann er nur den Kopf schütteln. „Corona ist eine ganz, ganz üble Erkrankung“, sagt der neue Leitende Arzt der Klinik für Anästhesiologie am evangelischen Agaplesion-Krankenhaus Bethanien. Er weiß genau, wovon er spricht, schließlich war er bis zu seinem Wechsel nach Iserlohn an den Augusta-Kliniken Bochum beschäftigt, einem Corona-Schwerpunkt-Krankenhaus.

Der gebürtige Essener, der in Mainz Medizin studiert hatte, später unter anderem in Neuburg an der Donau und in seiner Heimatstadt im Herzzentrum beschäftigt war, fühlt sich bisher sehr wohl im Bethanien. „Es ist ein sehr angenehmes Klima, die Abteilung ist sehr gut aufgestellt. Ich war positiv überrascht, so etwas in einem vergleichsweise kleinen Haus vorzufinden“, erklärt der 60-Jährige. Und: „Ich fühle mich sehr gut.“

Eines seiner „Steckenpferde“, wie er es selbst nennt, ist das Bluttransfusionswesen. Dr. Rudlof hält nicht nur Vorträge bei der Hagener Blutbank, sondern engagiert sich auch im Bereich des so genannten Patient-Blood-Managements. Dahinter verbirgt das Vermeiden unnötiger Bluttransfusionen. „Früher ist man viel zu großzügig mit Transfusionen umgegangen. Heute weiß man, dass es gar nicht so gut ist, Frisch-Operierte zu transfusionieren. Blut ist eine knappe Ressource, durch Corona mehr denn je“, erklärt er. Blutübertragungen nach Unfällen seien gar nicht so häufig wie der Laie denken würde, viel öfter werden Transfusionen im Rahmen von Chemotherapien für Krebspatienten benötigt.

Akut-Schmerztherapie weiter ausbauen

Der Vater zweier Kinder, von denen der Sohn auch gerade Medizin studiert, möchte am Bethanien künftig nicht nur den Bereich des Patient-Blood-Managements ausbauen, sondern auch die Akut-Schmerztherapie erweitern. Seine Frau ist übrigens ebenfalls Anästhesistin. „Wenn ich einmal Rentner bin, möchte ich gern noch einmal studieren, und zwar Astrophysik“, sagt Dr. Rudlof, der sich darüber hinaus für Umweltschutz interessiert und engagiert. „Ich laufe und wandere gern, da sieht man die Auswirkungen des Klimawandels leider sehr deutlich – auch hier in Iserlohn“, so der Mediziner, der in Sprockhövel lebt und sich derzeit regelmäßig an der Aussicht, die ihm sein Arbeitsplatz auf die benachbarten Wälder bietet, erfreut.

Seit Monatsbeginn hat auch die Bethanien-Abteilung Innere Medizin/Gastroenterologie Verstärkung bekommen. Feim Morina ist dort jetzt Leitender Oberarzt, nachdem er während der vergangenen zwei Jahre am Dortmunder Marienhospital in der internistischen Abteilung mit dem Schwerpunkt Diabetologie tätig war. Letzteren Bereich möchte der 50-Jährige künftig in Iserlohn weiter ausbauen.

Vom Studium im Kosovo nur fünf Semester anerkannt

Morina stammt aus Pristina, der Hauptstadt des Kosovo. Von dort kam er Anfang 1996 als „fertiger“ Arzt nach Deutschland. Hier wurden ihm allerdings nur fünf Semester anerkannt, so dass er in Bochum erneut die Hochschul-Bank drücken und Deutschkurse belegen musste. „Nachdem ich kein Stipendium oder Bafög bekommen hatte und nebenbei Geld bei einem Paketdienst verdienen musste, habe ich zwischendurch darüber nachgedacht, zurück zu gehen“, erinnert sich der zweifache Vater. 2004 war er dann mit seinem Studium fertig, erhielt allerdings nur eine Berufserlaubnis, die alle zwei Jahre verlängert werden musste. Als Morina den deutschen Pass erhielt, bekam er auch seine Approbation. An den katholischen Kliniken Dortmund-West wurde er zum Internisten ausgebildet, an der Hattinger Außenstelle der Ruhr-Universität war er als Oberarzt tätig.

Die ambulante Arbeit im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) sei nicht sein bevorzugtes Einsatzfeld: „Das war etwas mir zu langweilig, mir haben die schwerkranken Patienten gefehlt.“ Dennoch freue er sich darauf, das MVZ am Bethanien weiter mit auszubauen. Noch breiter aufgestellt werden soll außerdem künftig die Gas­troenterologie. Er schätzt die familiäre Atmosphäre am Bethanien-Krankenhaus.

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