Musik

Die Sonntagskonzerte werden „20“

Gerlingser Sonntagskonzert, ev. Gemeindehaus

Gerlingser Sonntagskonzert, ev. Gemeindehaus

Foto: MANSKE, Michael / IKZ

Iserlohn.  Hanno Kreft und der Kirchenchor Gerlingsen starten am 26. Januar in ihre Geburtstags-Saison.

Die Initialzündung für die mittlerweile sehr beliebte Reihe „Gerlingser Sonntagskonzerte“ war ein unbenutzter Flügel im damaligen evangelischen Gemeindehaus im Stadtteil Gerlingsen. Zunächst gab es recht viel Gegenwind, ob eine solche Veranstaltung im Anschluss an den sonntäglichen Gottesdienst überhaupt funktionieren würde, und so entschlossen sich Chordirektor Hanno Kreft und der Kirchenchor Gerlingsen, es ein Jahr lang zu probieren und dann neu zu überlegen.

Aber bereits die ersten Konzerte („Lola mit Bass und Pianola“ und „Komponistenporträt“) waren so ein großer Erfolg, dass einer Fortführung der Reihe nichts mehr im Wege stand. Die Idee war es, möglichst ein breites Programm, zunächst weltlich und geistlich für jedermann auf die Beine zu stellen und sich nicht auf eine bestimmte Richtung festzulegen. Und so waren im Laufe der Jahre sehr viele unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler zu Gast in Gerlingsen.

Kirchenchor Gerlingsen ist fester Bestandteil der Reihe

Hanno Kreft nutze dabei immer wieder seine gut vernetzten Kontakte, unter anderem zum Theater Dortmund, dem von ihm gegründeten, mittlerweile international bekannte „Nordic Chamber Choir“ (heute „Chamber Choir of Europe“), aber auch die Verbindung zu einem seiner Lehrer und Mentoren, Kammersänger Prof. Reinhard Leisenheimer von der Musikhochschule Köln. Dabei ist der Kirchenchor Gerlingsen ein fester Bestandteil der Konzerte, und die Mitglieder engagieren sich unermüdlich ehrenamtlich für die Veranstaltungsreihe.

Dabei gehen offensichtlich die Ideen – mit zum Teil sehr interessanten Konzerttiteln – niemals aus. Die weit entferntesten Künstler kamen aus der japanischen Stadt Tokyo, gefolgt von einer Kosakengruppe aus Polen oder ein Duo aus Le Mans in Frankreich.

Aber Hanno Kreft engagierte auch immer wieder junge Musiker aus der näheren Umgebung, so unter anderem die Iserlohnerin Katharina Klusmann mit ihren Kolleginnen und Kollegen oder den ehemaligen Musikschullehrerinnen Angela Lohmann und Anna Rabinowitsch, aber auch Ulli Heße oder Uta Minzberg sowie die heimischen Chöre, die Kantorei Iserlohn und den Jakobuschor Kalthof. So bunt wie die Mischung der Künstler waren auch die Programme der einzelnen Konzerte, von vokaler Jazzmusik bis hin zu oratorischen Werken, wie die Passionen von Heinrich Schütz. In Erinnerung bleiben auch die „Kulturelle Weinlese“ und die Beleuchtung des Bieres in Zusammenarbeit mit der ehemaligen Iserlohner Brauerei.

Stürmische Zeiten mit zwei Umzügen

Es gab aber auch sehr stürmische Zeiten für die Konzertreihe, die sie immer wieder auf die Probe gestellt haben. So wurde nach Aufgabe des Gemeindehauses Gerlingsen die katholische Kirche St. Michael in Gerlingsen genutzt. Als dann die evangelische Gemeinde komplett zum Nußberg ging, konnte die Veranstaltungsreihe aus verschiedenen Gründen auch nicht mehr in dem Stadtteil bleiben und fand dann eine neue Heimat in der Johanneskirche am Nußberg, wo sie mit offenen Armen empfangen und in das Gemeindeleben integriert wurde.

Und so feiert die beliebte Konzertreihe dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen mit einem bunten Reigen, beginnend mit der Liedermatinee „Im Glück und anderswo“ mit Lea Martensmeier (Mezzosopran) und Marianne Wiemann (Klavier) am Sonntag, 26. Januar, ab11 Uhr in der Johanneskirche am Nußberg. Darauf folgen Iserlohn Brass mit dem Kirchenchor (9. Februar), eine Passion mit dem Kirchenchor Gerlingsen an Karfreitag (10. April), ein Chorkonzert zum 30-jährigen Chorleiterjubiläum von Hanno Kreft (20. September) und zum Schluss ein Konzert mit dem Vokalensemble „Sei Colori“ (8. November). Und der Eintritt zu den Gerlingser Sonntagskonzerten bleibt auch nach 20 Jahren immer noch frei.

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