Fabrik Kissing&Möllmann

Die Fabrik verändert weiter ihr Gesicht

Der Innenhof der Fabrik ist eine Baustelle von vielen. Links vor den Fenstern der städtischen Holzwerkstatt sind die Bäume schon verschwunden. Auch rechts der Baum wird wohl weichen müssen. Vor Kopf entstehen derzeit die Künstlerateliers. Rechts, wo die früher die Werkstatt im Hinterhof saß, soll nach Möglichkeit ein Veranstaltungssaal entstehen. Und auch der Hof selbst könnte für Kulturveranstaltungen genutzt werden.

Der Innenhof der Fabrik ist eine Baustelle von vielen. Links vor den Fenstern der städtischen Holzwerkstatt sind die Bäume schon verschwunden. Auch rechts der Baum wird wohl weichen müssen. Vor Kopf entstehen derzeit die Künstlerateliers. Rechts, wo die früher die Werkstatt im Hinterhof saß, soll nach Möglichkeit ein Veranstaltungssaal entstehen. Und auch der Hof selbst könnte für Kulturveranstaltungen genutzt werden.

Foto: Ralf Tiemann

Iserlohn.  Künstlerateliers, IGW-Regiebetrieb und Raum für die Kultur – an der Oberen Mühle wird so viel gearbeitet wie nie.

Von außen bekommt man gar nicht so viel davon mit, im Inneren wird in der Fabrik Kissing & Möllmann aber derzeit so viel gearbeitet und umgestaltet, wie in all den Jahrzehnten seit der Still­legung nicht. In weiten Teilen ist das das Gemäuer kaum noch wiederzuerkennen. Vor allem im Hauptgebäude, von der Oberen Mühle aus gesehen hinter der Fensterfront direkt über der Werkstatt im Hinterhof, laufen die Arbeiten derzeit auf Hochtouren. Fünf Künstlerateliers entstehen dort in allerbester Lage. Die Trockenbauer sind so gut wie fertig. Sie haben einen neuen Flur gezogen, eine Gemeinschaftsküche, eine Toilette und Abstellkammern abgetrennt. Die Wände wurden gedämmt und alles, was nicht den Brandschutzbestimmungen entspricht, mit Gipskarton verkleidet. Vorgestern wurden die Türen eingesetzt. Nun beginnen die Malerarbeiten. Am Ende sollen Räume entstehen, die einen eigenen Charme zwischen Neu und Alt, zwischen Fabrik-Patina und modernem Innenausbau versprühen sollen. Schon am 1. Februar zieht die erste Künstlerin ein.

Die Räume sind über den schmucken Hinterhof aus zu erreichen – seit vielen Jahren ein Aushängeschild des denkmalgeschützten Großobjektes, das gerne auch mal mit den Hackeschen Höfen in Berlin verglichen wird. Dieser Bereich der Fabrik liegt Anja Kramp-Simon ganz besonders am Herzen. Die ehemalige Mitarbeiterin des städtischen Kinder- und Jugendbüros ist als Mieterbetreuerin und Stadtentwicklerin zur IGW gewechselt, die das Objekt „OM28“ (Obere Mühle 28) bekanntlich gekauft hat. Bei der IGW ist Anja Kramp-Simon nun für die Entwicklung nicht nur der Fabrik, sondern beispielsweise auch des gerade in der Sanierung befindlichen Café/Restaurants am Fritz-Kühn-Platz zuständig – eine sehr spannende Aufgabe, wie sie selbst sagt.

Veranstaltungen in der ehemaligen Werkstatt

Und besonders spannend sei es eben, den Teil rund um den Innenhof mit neuem Leben zu füllen. „Ich kann mir hier zukünftig noch mehr Kunst und Kultur vorstellen“, sagt sie. Die fünf Künstlerateliers vor Kopf des Hofes sollen da nur der Anfang sein. Links die Räume sind bereits von der Holzwerkstatt der städtischen Beschäftigungsförderung belegt. Rechts die größere Halle, in der früher die Werkstatt im Hinterhof saß, möchte sie aber als Veranstaltungsfläche für Konzerte, Ausstellungen und vieles mehr möglichst in der rohen Fabrikoptik erhalten und frei halten.

In den beiden Stockwerken darüber liegen viele Wohnungen der Altmieter. Die dortigen derzeit freien Flächen könnten aber ebenfalls für Kultur genutzt werden. Eine Halle soll beispielsweise als Ausstellungsfläche für das kommende Straßenfotografie-Festival „Observations“ im Juni hergerichtet werden. Daneben kann sich Anja Kramp-Simon auch sehr gut Probenräume für Theatergruppen oder ähnliches vorstellen. Interessenten gibt es hier wie fast für alle Flächen in der Fabrik – auch für die frei gewordenen Wohneinheiten – reichlich. Auch der Innenhof wird sein Gesicht verändern. Die Bäume, deren Wurzeln das Mauerwerk angreifen müssen weichen, der Hof wird dadurch gefühlt größer und bietet sich ebenfalls für Kulturveranstaltungen an.

Hallen sind mitunter nicht wieder zu erkennen

„Das sind aber noch lockere Zukunftspläne“, sagt Anja Kramp-Simon mit Blick auf mögliche Veranstaltungen und Probenräume. „Wir haben bereits jetzt schon mehr in Angriff genommen und umgesetzt, als wir ursprünglich im ersten Schritt vorhatten“. In der Tat gleicht die Fabrik in allen Gebäudeteilen einer großen Baustelle. Vorrang hatten dabei zunächst die brandschutztechnische Aufarbeitung und die Sicherung der Wohneinheiten sowie die aufwendige Verlegung von Fernwärmeleitungen für das Hauptgebäude, die gerade erst abgeschlossen wurde. Auch die Einrichtung der Holzwerkstatt der Stadt und des Schulmöbellagers waren keine bloßen Umnutzungen, sondern tiefgreifende Umbauten. Neue Wände wurden gezogen, viel verkleidet, gedämmt und gesichert – die einstmals großen Hallen in diesem Bereich sind inzwischen überhaupt nicht mehr wieder zu erkennen.

Ähnlich wird es demnächst ein Gebäude weiter aussehen, das aktuell zu einem weiteren Lager der Stadt umgebaut wird. Darüber, in den Gebäudeteilen, die vom Pastorenweg aus erreichbar sind, entsteht der Regiebetrieb der IGW. Eine Halle wurde dafür komplett entkernt und wird nun inklusive eines neuen Daches neu gestaltet. Draußen wird ein Anbau abgerissen, um die Fahrzeughalle der IGW einzurichten.

Zwei der neuen Ateliers sind noch nicht vermietet

Auch der große Schornstein muss in absehbarer Zeit aus Sicherheitsgründen neu verfugt werden. Mit all diesen Vorhaben und der weiteren Wohnraumentwicklung hat die IGW für dieses Jahr genug zu tun.

An die alte Gießerei, also das am Radweg gelegene Gebäude neben dem Hauptgebäude, mag Anja Kramp-Simon daher noch gar nicht denken. Ursprünglich wollte hier ein Altmieter ein Museum einrichten. Diese Pläne haben sich aber nun zerschlagen, das Gebäude steht leer. Wie es zukünftig genutzt werden soll, ist noch unklar, aktuell ist diese Baustelle aber noch kein Thema.

Als erstes sind nun die Künstlerateliers im Hauptgebäude dran. Zwei der fünf Ateliers sind übrigens noch zu haben. Wer Interesse hat, kann sich bei Anja Kramp-Simon unter 02371/793-126 melden.

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