Museumsleitung

Nadelmarkt ist ihr „Einstiegsevent“

Der frühere Museumsleiter Gerd Schäfer steht seiner Nachfolgerin Dr. Sandra Hertel beim Start als Chefin der Iserlohner Museen mit Rat und Tat zur Seite.

Der frühere Museumsleiter Gerd Schäfer steht seiner Nachfolgerin Dr. Sandra Hertel beim Start als Chefin der Iserlohner Museen mit Rat und Tat zur Seite.

Foto: Michael May

Iserlohn.   Die Historikerin Dr. Sandra Hertel (34) „beerbt“ Gerd Schäfer und übernimmt die Iserlohner Museen.

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Am 1. April startet die Historikerin Dr. Sandra Hertel als Chefin der Iserlohner Museen bei der Stadt Iserlohn. „Ich freue mich, wieder zurück nach Iserlohn zu kommen“, gesteht die 34-jährige Historikerin, die am Montag ihren Arbeitsvertrag unterschrieben hat. Dr. Sandra Hertel kehrt zu ihren Wurzeln zurück. Sowohl ihre Eltern als auch ihr 28-jähriger Bruder sind Iserlohner.

Wie war die Schulzeit? Was hatten Sie für Hobbys?

Ich habe mein Abitur 2003 am Stenner-Gymnasium gemacht, das bei den Leistungskursen mit dem Märkischen Gymnasium kooperierte. Meine Leistungskurse waren Französisch und Geschichte. Ballett ist seit meiner Kindheit und Jugend Teil meines Lebens. Ich war beim Elfentanz am Rupenteich dabei und bei vielen Tanzdarbietungen im weihnachtlichen Barendorf. In der Musikschule habe ich Geige gespielt und mit dem Orchester von Herrn Weilnhammer und Herrn Breidenstein Konzerte im Rathaus gegeben. Die Geige hole ich noch zu Weihnachten raus.

Wenn Sie an Ihre journalistische Station als freie Mitarbeiterin unserer Zeitung zurück denken, hat diese Arbeit bei Ihrer weiteren Entwicklung geholfen?

Ich habe 2001 mein Schulpraktikum beim IKZ gemacht. Danach und während meines Studiums in Köln war ich freie Mitarbeiterin. Die Zeit beim IKZ hat mir viel gebracht. Ich habe viele Iserlohner und Vereine kennen gelernt. Das Zugehen auf fremde Menschen hat mir auch bei meinen Vorträgen geholfen. Während des Studiums habe ich auch ein Praktikum im Stadtmuseum gemacht und bei der Ausstellung über Zwangsmigration am Ende des Zweiten Weltkrieges mitgewirkt.

Was waren die Studienstationen?

Nach der Schule bin ich weggegangen. Ich habe in Köln Geschichte, Theater- und Medienwissenschaften studiert und bin 2008 nach Wien umgezogen und habe mein Studium fortgesetzt und dort über Maria Elisabeth, Österreichische Erzherzogin und Statthalterin in Brüssel im 18. Jahrhundert, promoviert. Damit verbunden waren auch drei Monate Brüssel und ein Auslandssemester im spanischen Salamanca.

Wie ging es dann weiter?

Nach dem Studium war ich kurz bei den Städtischen Museen Lüdenscheid und habe mit vielen kommunalen Museen im Gebiet der alten Grafschaft Mark zusammengearbeitet. Ich war außerdem wissenschaftliche Mitarbeiterin im Wiener Albertina-Museum und habe an großen Ausstellungen mitgearbeitet, etwa: „Die Gründung der Albertina. Von Dürer bis Napoleon“. Danach war ich an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Das alles hat mich bereichert und ich freue mich, nach Iserlohn zurück zu kommen. Iserlohn hat eine schöne Größe und bietet mit vielen Kultureinrichtungen ein tolles Programm. Ich bin nicht der Typ, der ein Leben lang in der Großstadt leben muss. Seit September bin ich Assistentin am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit und Geschlechtergeschichte an der Ruhruniversität Bochum gewesen. Ich habe dort gekündigt.

Sie haben ja im Iserlohner Stadtarchiv bereits mehrere Vorträge gehalten. Ist das ausbaufähig?

Ja, durch meine Forschungsarbeit kenne ich Rico Quaschny. Er hat meine Recherchen unterstützt. Das möchte ich ausbauen, auch die Kooperation mit Volkshochschule und Schulen. Ich möchte die Museen für Schulen mehr öffnen. An der Ruhruniversität habe ich im Bereich ‘Public History’ gearbeitet und gelernt, wie man Geschichte in der Öffentlichkeit verankert. Ich kann mir gut Kooperationen mit der Uni vorstellen. Auch die Uni hat Interesse angemeldet.

In der Stellenausschreibung war die Weiterentwicklung der Museen gefordert. Wie könnte diese aussehen?

Die Dauerausstellung könnte epochenmäßig um Mittelalter und Frühe Neuzeit und die Aspekte Arbeit, Soziales und Geschlechterhierarchien erweitert werden.

Barendorf hat verschiedene Veranstaltungsformate, die sich etabliert haben. Werden sie weitergeführt?

Der Nadelmarkt wird mein Einstiegsevent. Ich werde die Traditionen erfolgreicher Veranstaltungen fortführen und weiter entwickeln.

Welche Kindheitserinnerungen verbinden Sie mit den Iserlohner Kultureinrichtungen?

Ich finde ganz toll, dass in Barendorf so viel investiert wurde und die alten Fachwerkhäuser erhalten wurden. Schon als Kind gab es da ganz viel zu entdecken: In den Häusern gab es alte Tapetenreste, es roch nach Metall und nach Fachwerk und regte die Fantasie an.

Wann steht der Umzug an?

Mit meinem Lebensgefährten, der als Groß- und Außenhandelskaufmann in Dortmund arbeitet, ziehe ich im Mai nach Iserlohn. Ich bin froh, eine Wohnung gefunden zu haben, und dass ich fußläufig zur Arbeit gehen kann.

Wann können Sie beginnen?

Mein erster Termin ist am 1. April beim Bürgermeister.

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