Feuer in Australien

„Das war echt beängstigend“

Laura Kämmler hat Sidney und die gesamte Ostküste schon bereist, jetzt lebt und arbeitet sie in Warana, etwa eine Stunde von Brisbane entfernt.

Laura Kämmler hat Sidney und die gesamte Ostküste schon bereist, jetzt lebt und arbeitet sie in Warana, etwa eine Stunde von Brisbane entfernt.

Foto: Privat

Iserlohn/Brisbane.  Die Iserlohnerin Laura Kämmler bereist seit acht Wochen Australien. Dort arbeitet sie gerade als Au-Pair.

Ihren Traum von einem Auslandsaufenthalt erfüllt sich derzeit Laura Kämmler. Die ­18-Jährige, die ihr Abitur am Stenner-Gymnasium gemacht hat, ist seit acht Wochen mit „Work and Travel“ in Australien unterwegs. Aktuell arbeitet sie an der Sunshine Coast in einem kleinen Ort namens ­Warana, etwa eine Stunde von Brisbane entfernt, als Au-pair.

„Ich habe echt ganz viel Glück gehabt. Hier war vor vier Wochen ein größeres Bushfire in der Nähe, aber es war immer noch 40 Kilometer entfernt, man hat also nur den Rauch gesehen. Allerdings bin ich Ende November gegen 23 Uhr direkt mit dem Greyhound-Bus an einem Brand vorbeigefahren. Ich muss sagen, das war echt beängstigend. Ich habe noch nie so ein riesiges Feuer gesehen – und mit dem Gedanken, dass man nichts gegen dieses gigantische Feuer machen kann, bekommt man unglaublich Respekt und Angst davor“, berichtet sie.

Sogar die Haare riechen nach Rauch

Und weiter: „Als ich in Byron Bay war, hat es auch sehr stark nach Rauch gestunken, so dass sogar meine Haare danach rochen. Außerdem hat man überall den Rauch gesehen, was für mich persönlich schon sehr beängstigend war, da man solche Geschehnisse aus Deutschland absolut nicht kennt.“

Dennoch erlebt Laura Kämmler die Australier nicht nur generell, sondern auch in der derzeitigen Lage als „mega-entspannt“ – sofern sie nicht beispielsweise ihr Haus verlassen müssen, weil es von einem Brand betroffen ist. „Hier kann man überall spenden, die Menschen helfen sich gegenseitig wahnsinnig“, sagt die Iserlohnerin. Und auch, wer nicht direkt betroffen sei, bekomme die Auswirkungen der Katastrophe zu spüren, wie sie weiß: „Nachbarn wollten nach Byron Bay fahren, das war aber wegen der gesperrten Highways nicht möglich.“ So ist das Thema ständig präsent, wie sie erklärt: „Es ist täglich in den Nachrichten, man unterhält sich sogar mit den Verkäufern im Supermarkt darüber, aber auch mit anderen Backpackern und Locals, die man trifft. An sich ist die Stimmung ganz normal, ich meine, das Leben geht trotz der Bushfires weiter.“

Noch etwa zehn Tage bleibt Laura Kämmler bei ihrer Gastfamilie, dann zieht sie weiter in Richtung Bali, wo sie etwa drei Wochen bleiben möchte. Anschließend geht es zurück nach Australien, entweder nach Adelaide oder nach Melbourne. Letzteres gefalle ihren Eltern nicht so gut, weil die Luft dort durch die Feuer momentan extrem schlecht ist. Im Mai will sie nach Deutschland zurückkehren, um ein Studium aufzunehmen. Die 18-Jährige liebäugelt mit Medien- und Kommunikationswissenschaften beziehungsweise Werbepsychologie.

Viel mehr sensibilisiert für den Klimawandel

Ob sie jetzt anders über den Klimawandel denkt? „Ja, auf jeden Fall, wenn man so eine Naturkatastrophe live miterlebt und die ganzen Bilder von den Tieren und Feuerwehrmännern sieht, wird einem erst so wirklich bewusst, wie ernst die Lage ist. Klar, die Bushfires gab es davor auch schon, aber nicht so früh wie jetzt. Mir war beziehungsweise ist kontinuierlich bewusst, dass es den Klimawandel gibt, aber man denkt viel mehr drüber nach. Wichtig ist, denke ich einfach, dass die Regierung etwas ändert.“

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