Gesamtschule

Container als Weihnachtsüberraschung?

Hinter den bisherigen Containern, an deren Stelle ein Neubau entstehen soll, gibt es im Grünbereich bis zur Autobahn einen alternativen Standort für die neuen Module.

Hinter den bisherigen Containern, an deren Stelle ein Neubau entstehen soll, gibt es im Grünbereich bis zur Autobahn einen alternativen Standort für die neuen Module.

Foto: Torsten Lehmann

Iserlohn.  Die Havarie bei den Kanalbauarbeiten am Burgweg und damit verbundene Verzögerungen machten einen anderen Standort für die Container nötig.

Wenn alles gut läuft, können doch noch in diesem Jahr neue Container für die Oberstufe an der Gesamtschule Iserlohn aufgestellt werden. Das berichtete Stadtbaurat Thorsten Grote am späten Monatgnachmittag nach der Sitzung der Fraktionsvorsitzenden im Rathaus.

Auf Antrag des SPD-Fraktionschefs Peter Leye hatte Grote zunächst der Politik Rede und Antwort gestanden, nachdem in der Schulausschuss-Sitzung, an der der Stadtbaurat wegen des zeitgleich tagenden Verkehrsausschusses nicht teilnehmen konnte, deutlicher Unmut über das Vorgehen der Bauverwaltung laut geworden war.

Mit Hochdruck, so Grote, werde derzeit an der Lösung von technischen Problemen am alternativen Standort für die Unterrichtsmodule gearbeitet. Denn der liegt auf der Grünfläche zwischen den derzeitigen Containern (wo ein Neubau für Klassen- und Fachräume der Schule entstehen soll) und der Autobahn (wir berichteten). Grundsätzlich sei die Aufstellung dort möglich, allerdings müsse die Versorgung mit Strom und Wasser und vor allem die Abwasser-Entsorgung geklärt werden. Die wäre am ursprünglich vorgesehenen Platz für die Container auf dem Parkplatz neben der Dreifach-Sporthalle kein Problem gewesen, hätte sich doch darunter ein Kanal befunden.

Genau dessen Bau ist aber auch die Ursache für die notwendige Suche nach einem anderen Platz, wo die Module dauerhaft stehen können, bis die Schule durch Neu- und Umbau über ausreichend Räumlichkeiten verfügt. Denn der geplante Anschluss des Abwasser-Hauptsammlers vom Nußberg ist Teil bzw. Folge des Baus des Abwassertransportkanals von der Ortlohnstraße bis in die Innenstadt. Die gewaltige Maßnahme, bei der der Kanal durch einen riesigen unterirdischen Bohrer vorangetrieben wird, ist nach der Havarie am Burgweg „mindestens drei, tendenziell eher sechs Monate im Rückstand“, erläuterte Grote. Nachdem eindringender Fels zwei Betonröhren massiv beschädigt hatte und erst einmal ein Austausch nötig war, habe die Stadt keine Wahl gehabt: Entweder sie hätte der Bohrfirma jeden Tag trotzdem eine fünfstellige Summe für die (sinnlose) Bereitstellung von Gerät und Personal zahlen müssen – oder sie ließ sie erst einmal zu einer anderen Baustelle weiterziehen.

Weil die Maßnahme am Nußberg zudem eben erst im zweiten Teil des Projekts komme, der noch gar nicht ausgeschrieben sei und für den entsprechend dann erst noch die Termine besprochen werden müssen, sei der weitere Zeitplan noch völlig offen: „Vielleicht können wir im Sommer 2020 dort beginnen. Es kann sich aber auch noch erheblich verzögern und wir sind dann erst 2021 dort fertig“, machte Grote deutlich, dass vor diesem Hintergrund der Parkplatz nicht mehr als Container-Standort in Frage kam.

Durch die Verzögerungen habe man aber auch die Option zum Containerkauf, die an einen Stichtag gebunden war, nicht ziehen können, was letztlich aber wohl auch gut war. Denn die 1,7 Millionen Euro, die von der aktuellen Vermietungsfirma für den Verkauf und die Aufstellung neuer Module aufgerufen worden seien, waren, so Grote, „gefühlt zu großen Teilen ein Mondpreis.“ Jetzt werde versucht, bei einer Ausschreibung Container zu marktüblichen Preisen zu bekommen, nötigenfalls auch weit über Deutschland hinaus.

Nach Neubau ist auch Umbau im Bestand möglich

Der Stadtbaurat räumte am Montag auch die „Missverständnisse“ aus, die durch die Aussagen von KIM-Chefin Claudia Zawada im Schulausschuss entstanden waren und über die sich Politiker und Schulleitung aufgeregt hatten. Sehr wahrscheinlich werde der jetzt startende planerische Prozess ergeben, dass natürlich erst der Neubau entstehe, um anschließend dank dessen Raumkapazitäten den Umbau im Bestand angehen zu können. „Und wir haben bisher alle Schulumbauten bei laufendem Betrieb erfolgreich umgesetzt“, betonte Grote.

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