Bauarbeiten

Burgweg-Anwohner klagen über Höllenlärm

Am Burgweg: Die Fräse am Ausleger eines großen Baggers arbeitet wohl effektiv, hat sich unter den Anwohnern allerdings keine Freunde gemacht.

Am Burgweg: Die Fräse am Ausleger eines großen Baggers arbeitet wohl effektiv, hat sich unter den Anwohnern allerdings keine Freunde gemacht.

Foto: Stefan Drees / IKZ

Iserlohn.  Am Burgweg ist der beschädigte Kanalstrang erreicht und wird nun freigelegt.

Seit Wochen wird daran gearbeitet, die beschädigten Kanalrohre am Burgweg freizulegen. Anwohner sind inzwischen nicht mehr allzu gut auf die Baumaßnahme zu sprechen. Insbesondere die an einem Bagger montierte Fräse ist ein Stein des Anstoßes. Ein Anwohner, der direkt in Höhe der Grube wohnt, spricht von großer Lärmentwicklung. Im Arbeitszimmer habe er bereits rund 80 Dezibel gemessen, draußen vor dem Fenster sogar 90 Dezibel. Beschwerden bei der Stadt und beim Kreis hätten letztlich keine Resonanz gehabt.

In ein bis zwei Wochen soll das Gröbste überstanden sein

Neben dem Lärm sei auch der durch das Fräsen entstehende Staub ein großes Problem. Da die Fräse sensibel auf Wasser reagiere, so der Anwohner, sei es nicht möglich, den Arbeitsbereich mit Wasser abzuspritzen. Andere Methoden, etwa mit einem Rollenmeißel, seien vielleicht zielführender gewesen. Dem widerspricht Nicole Neuhoff, Leiterin der Abteilung Stadtentwässerung bei der Stadt Iserlohn, auf Nachfrage. Auch andere Methoden hätten angesichts des massiven Felses gehörig Lärm produziert. Auch Wasser sei vergangene Woche einsetzt worden, um die Staubentwicklung zu reduzieren. Die gewählte Methode sei im Vorfeld als geeignet erachtet worden, die verantwortliche Firma habe eigens dafür die entsprechende Gerätschaft angeschafft.

Neuhoff macht den Anwohnern aber auch ein wenig Hoffnung. Die Fräse komme nicht mehr lange zum Einsatz, da die Reichweite des Baggerauslegers fast ausgeschöpft sei. Danach gehe es mit kleineren Gerätschaften weiter. Außerdem sei der beim unterirdischen Vortrieb beschädigte Rohrstrang inzwischen erreicht. Nun müssten die beiden beschädigten Rohre noch freigelegt und dann zersägt werden. In ein bis zwei Wochen, so Nicole Neuhoff, sei bei den Arbeiten das Gröbste erledigt. In der jetzigen Arbeitsphase erhoffen sich die Verantwortlichen auch Aufschluss darüber, was zur folgenschweren Beschädigung der beiden Rohre geführt hat. Tatsächlich sei man auf größere in Lehm eingebettete Felsbrocken gestoßen, einer davon befinde sich mit seiner Spitze in einer der Schadstellen. Demnach wäre die besondere Geologie an der Stelle eine mögliche Ursache, abschließend könne das aber noch nicht beurteilt werden. Unabhängig davon sollen die geborgenen beschädigten Rohre auch auf mögliche Materialfehler untersucht werden.

Nicole Neuhoff rechnet aktuell damit, dass zwischen Ende August und Mitte September die eigentlichen Arbeiten am Kanalvortrieb Richtung Wallstraße wieder aufgenommen werden können. Bis dahin müssen an der Schadstelle noch neue Rohre eingesetzt und die mehrere Meter tiefe Grube wieder verfüllt werden. Im Zuge dessen erfolgt auch die Rückverlegung der Versorgungsleitungen.

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