Apotheken-Urteil

Brillenputztücher als Geschenke tabu

Apothekerin Silvia Wulf erläutert die Boni-Praxis für rezeptpflichtige Medikamente, nach der dafür keine Geschenke mehr abgegeben werden dürfen.

Apothekerin Silvia Wulf erläutert die Boni-Praxis für rezeptpflichtige Medikamente, nach der dafür keine Geschenke mehr abgegeben werden dürfen.

Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.   Beim Einlösen von Rezepten dürfen Apotheken ihren Kunden künftig keine Geschenke mehr mitgeben.

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Brillenputztücher, Brötchen-Gutscheine, Blühsamen für die Bienen oder Hustenbonbons als Zugabe beim Einkaufen rezeptpflichtiger Medikamente gehören der Vergangenheit an. Wie berichtet, hat der Bundesgerichtshof in einem jüngsten Urteil den Apothekern untersagt, ihre Kunden mit kleinen Zugaben zu beschenken.

„Boni sind verboten. Das ist eigentlich nichts Neues. Von den Verbrauchern wird es aber als Einschränkung gesehen“, erklärt Silvia Wulf, Sprecherin der heimischen Apotheker. „Im Rahmen eines Beratungsgespräches darf ich meinen Kunden aber nach wie vor Proben mitgeben.“ Und die kostenlose Apothekenumschau? „Die sowieso“, sagt Silvia Wulf.

Verbot dient der Erhaltung des Gleichheitsprinzips

Die Sprecherin erklärt das Boni-Verbot mit dem Hinweis auf die geltende Preisbindung in deutschen Apotheken: „Alle rezeptpflichtigen Medikamente kosten in allen Apotheken gleich viel. Die Verbraucher brauchen nicht in mehrere Apotheken gehen, um günstigere Medikamente zu bekommen. Diese Regelung dient der Erhaltung des Gleichheitsprinzips. Und das soll auch nicht mit Geschenken ausgehöhlt werden.“ Diese Praxis diene dem Wohle der Verbraucher und der flächendeckenden Versorgung mit Notdienstregelungen, erläutert Wulf den Hintergrund.

„Wenn jemand eine Schachtel Aspirin oder Halstabletten kauft, sieht die Sache anders aus. Da gibt es ganz normalen Wettbewerb. Und wenn die Nase trieft, gebe ich als erste Hilfe quasi eine Packung Taschentücher raus“, erklärt die Apothekerin. Auch Kunden, die eine Allergiker-Sonnencreme oder Kopfschmerztabletten einkaufen, können weiterhin mit Warenproben rechnen.

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