Brandopfern spontan zwei Wohnungen angeboten

Werner Ewest (li.) und Jutta Bengelsträter-Ewest, Mieterin Leonie Bell (re.) síchten mit Dachdecker Jens Hilker Handyfotos des Schadens.

Werner Ewest (li.) und Jutta Bengelsträter-Ewest, Mieterin Leonie Bell (re.) síchten mit Dachdecker Jens Hilker Handyfotos des Schadens.

Foto: Cornelia Merkel / IKZ

Iserlohn.  Gelebte Nachbarschaft am Kurt-Schumacher-Ring: „Branderprobte“ Beatrix Wortmann nimmt Familien nach dem Feuer auf.

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„Wir sind hier branderprobt“, weiß Beatrix Wortmann, deren Haus am Kurt-Schumacher-Ring 21 im Jahr 1742 auf den Ruinen des Iserlohner Stadtbrandes gebaut wurde und in deren Nachbarschaft das Wohn- und Geschäftshaus gegenüber in der Nacht zum Montag durch ein Feuer zerstört wurde.

Die 65-jährige Beatrix Wortmann nahm die durch das Feuer obdachlos gewordenen Hausbesitzer und Mieter, die in der Nacht Hab und Gut verloren haben, bei sich auf: das Ehepaar Jutta Bengelsträter-Ewest und Werner Ewest sowie deren Mieterin Leonie Bell (29) und ihre Kindern im Alter von drei und sechs Jahren sowie ihren Freund. Übergangsweise hatte das Ordnungsamt sechs Bewohner des Kurt-Schumacher-Rings 20 in einer Notunterkunft untergebracht. Die meisten von ihnen fanden bei Freunden und Verwandten vorübergehend eine neue Bleibe, berichtete Feuerwehr-Einsatzleiter Christian Eyring. Zwei Bewohner mussten nach Angaben der Pressestelle der Stadt bis auf Weiteres in der Unterkunft bleiben.

„Im nächsten Jahr wollten wir unser 25-jähriges Bestehen der Galerie feiern“, erzählt Jutta Bengelsträter, die in dem ausgebrannten Wohn- und Geschäftshaus aus dem Jahr 1898 eine 200 Quadratmeter große Wohnung bewohnte, die vor kurzem noch komplett renoviert wurde. Im Frühjahr sollte noch die Fassade gemacht werden. „Für mich war das Haus immer so ein Lebensprojekt. Wir haben über 30 Jahre saniert. Wir leben im Haus seit Jahrzehnten zusammen und hatten auch mit den Mietern immer eine gute Hausgemeinschaft: 17 Bewohner und acht Mietparteien.“ Vor einer Woche hatte die 59-Jährige in der Galerie noch die jüngste Ausstellung von Isa Dahl eröffnet und volles Haus gehabt. Sie führt zudem noch eine Galerie in Düsseldorf. „Und zum Jubiläum wollten wir hier ein großes Fest feiern. Dafür liefen schon die Vorbereitungen.“ Noch in der der Nacht machten sie sich vor Ort ein Bild des Ausmaßes, führten danach Gespräche mit Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und Handwerkern, um das Nötigste in dem jetzt einsturzgefährdeten Haus, das unter Denkmalschutz steht, zu veranlassen: „Um alles zu sichern und abzuklären, ob es wieder aufgebaut werden kann.“

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