Szene

Blumige Verbindung schöner Künste

Suzanne von Borsody und Mirko Joerg Kellner stellen Malerei und Fotografie im Parktheater

Foto: Michael May

Suzanne von Borsody und Mirko Joerg Kellner stellen Malerei und Fotografie im Parktheater Foto: Michael May

Iserlohn.   Suzanne von Borsody und Mirko Joerg Kellner zeigen malerische und fotografische Gemeinschaftsarbeiten im Parktheater.

Die Auftritte von Suzanne von Borsody im Parktheater waren bisher allesamt Glücksfälle. So etwa in dem umjubelten Beziehungs- und Biografiespiel „Der letzte Vorhang“ an der Seite von Guntbert Warns im Jahr 2014, das Theaterdirektor Johannes Josef Jostmann als Höhepunkt der Jubiläumsspielzeit 50 Jahre Parktheater bezeichnete. Auf ganz andere Art, aber nicht minder großartig war zwei Jahre später ihre literarisch-musikalische Hommage an die Malerin Frieda Kahlo, wo sie ihre mimische Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellte.

Am Sonntag präsentierte sich die große Schauspielerin auf der Alexanderhöhe aber erstmals als bildende Künstlerin an der Seite des Fotografen Mirko Joerg Kellner in einer Ausstellung ihrer Gemeinschaftswerke aus dem Zyklus „Ein Hauch von Wagemut, ein Duft von Wandlung“. Dazu strömten Theater- und Kunstinteressierte in Scharen, so dass sogar eine weitere Garderobe öffnen musste.

Flötistin Anna Hendriksen spielte Klangmalereien

Musikschullehrerin Anna Hendriksen (Flöte) und Harfen-Schülerin Sarah Schwarz gaben der Vernissage den würdigen musikalischen Rahmen. Sie lieferten kongeniale Klangmalereien zur „Liaison der Künste“, der originellen Verbindung der realistischen Malerei Suzanne von Borsodys mit der abstrakten Fotografenkunst Mirko Joerg Kellners. Andreas Thiemann führte in die Ausstellung ein. Das war auch gut so, denn aufgrund der vielen Menschen waren die großformatigen Bilder nicht wirklich in Ruhe zu betrachten.

In ihrer leuchtenden Farbigkeit üben die fotografisch verfremdeten Blumenbilder eine suggestive Wirkung aus, machen Lust auf den Frühling und den Sommer. Gerne hätten die Besucher die Originale von Suzanne von Borsody gesehen, ihren realistisch in Acryl gemalten Löwenzahn, ihre Tulpen und ihre Mohnblumen, die die Grundlage dieser Bilder bilden. Aber das ungleiche Künstlerpaar hat auf einen direkten Vergleich bewusst verzichtet, um den Blick der Betrachter vielmehr auf ihre Symbiose zu lenken.

Fotograf Mirko Jorg Kellner erläuterte den Besuchern den Entstehungsprozess der Bilder, die keineswegs Dokumentarcharakter besitzen. Mit Langzeitbelichtungen, Bewegungen und besonderen Ausschnitten interpretierte er die gegenständlichen Blumenstillleben, die Suzanne von Borsody in kleinen Formaten mit leuchtenden Acrylfarben auf die Leinwand brachte. Seine fotografischen Interpretationen ihrer Unikate sind in einer auf 99 Exemplare limitierten Edition mit echtem Fotoabzug hinter glänzendem, brillant-klarem Acrylglas und fester Kaschierung auf einer Alu-Dibond-Rückwand herausgekommen. Dicht umlagert war auch Suzanne von Borsody, die gerne Fragen zu Leben und Werk beantwortete und allerlei Anekdoten bereit hielt, so auch, dass sie mit 60 mit dem Rauchen aufgehört hat.

Etliche Bewunderer verabschiedeten sich bis Mittwoch: Morgen Abend steht Suzanne von Borsody ab 20 Uhr erneut auf der Bühne des Parktheaters, wieder mit Guntbert Warns an ihrer Seite. Sie spielen in dem Theaterknüller „Konstellationen“, einer Inszenierung des Renaissance-Theaters Berlin. Das Stück erlebt in Iserlohn seine Tourneepremiere. Bei dieser Gelegenheit besteht vorher, nachher oder in den Pausen wieder Gelegenheit, die Ausstellung zu besuchen.

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