Großprojekt

BLB droht Drüpplingsern mit Anzeige

Ein Anwohner der Mühlenstraße stellte sein Grundstück zur Verfügung, Frank Hofmeister von der Stadt Iserlohn informierte die zahlreichen Besucher auf Einladung der CDU zum aktuellen Sachstand.

Ein Anwohner der Mühlenstraße stellte sein Grundstück zur Verfügung, Frank Hofmeister von der Stadt Iserlohn informierte die zahlreichen Besucher auf Einladung der CDU zum aktuellen Sachstand.

Foto: Michael May

Drüpplingsen.  JVA-Neubau: Das Betreten der Baustelle wird als Hausfriedensbruch betrachtet – so steht es in einem Schreiben an die Dorfgemeinschaft.

In Drüpplingsen sorgt das Vorgehen des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) in Sachen JVA-Neubau weiter für Ärger. Einen vorläufigen Höhepunkt bildet dabei ein Schreiben, das jetzt die Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Alexandra Schroven, und andere erreicht hat. Darin wird Anwohnern mit Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gedroht, falls sie das Gelände erneut betreten sollten.

Vorausgegangen war ein Ortstermin mit der Heimatzeitung am Gemarkenweg, wo bereits Bäume für den Neubau der JVA gefällt worden waren. „Vorerst wird seitens des BLB auf Stellung eines Strafantrags wegen Hausfriedensbruchs verzichtet, bei erneuter Zuwiderhandlung sieht sich die Niederlassung Dortmund aber gezwungen, einen entsprechenden Antrag zu stellen“, heißt vom BLB. Das Gelände sei als Baustelle „zu qualifizieren“.

Zwar steht ein Zaun vor der Zufahrt am Gemarkenweg, eine durchgängige Sicherung des Geländes fehlt aber. „Die Grundstücke (...) waren über Jahrzehnte Teil unserer Wohnbebauung und nachbarschaftlicher Beziehungen (...), heißt es in einem Antwortschreiben der Dorfgemeinschaft. Der BLB als steuerfinanzierte Organisation sollte mit Protesten souveräner umgehen können, als mit Drohungen und Verboten, die im Hinblick auf den gewünschten Dialog kontraproduktiv seien.

Am Mittwochabend erneuert die Dorfgemeinschaftsvorsitzende Alexandra Schroven ihre Kritik bei einem Ortstermin an der Mühlenstraße, zu dem die CDU eingeladen hatte. Auslöser für den Termin war die Tatsache, dass bislang in den öffentlichen Debatten vornehmlich die örtlichen Interessengemeinschaften zu Wort kamen, die vor allem einen Baustellenverkehr über die Heidestraße während der etwa sechsjährigen Bauphase verhindern wollen.

Die Anwohner der Mühlenstraße, die ebenfalls Option für die Bauverkehrsführung ist, kamen bisher kaum zu Wort. „Wir wollen das untereinander gesprochen wird und keine Fronten entstehen“, sagt beim Ortstermin Stefan Woelk, Vorsitzender der CDU Hennen-Kalthof, der anregt, dass die Mühlenstraßenanwohner zu künftigen Besprechungen mit den Behörden einen Vertreter schicken sollen.

Frank Hofmeister, Abteilungsleiter Städtebauliche Planung, erklärt für die Stadt den rund 70 Drüpplingsern den aktuellen Stand. Man warte auf ein Verkehrsgutachten, die Aufteilung der Kosten zwischen Stadt und Land müsse noch geklärt werden.

„Option 0,5“ als kleiner Hoffnungsschimmer

„Es gibt 3,5 Optionen“, sagt Hofmeister, drei davon beinhalten entweder Heide- oder Mühlenstraße. „Option 0,5“ – die unwahrscheinlichste, sei eine Führung des Verkehrs von der Bundesstraße über eine zu errichtende Baustraße über Felder und Baarbach direkt zur JVA. „Das haben wir im Grunde verworfen, weil dort ein Landschaftsschutzgebiet ist.“ Hier säße also der Kreis mit im Boot. „Wenn das Verkehrsplanungsbüro dies aber als beste Lösung sieht, bestünde theoretisch die Möglichkeit.“

Anwohner Manfred Pohle argumentiert, dass die Heidestraße einst als Zufahrt für die JVA angelegt worden sei und somit die logische Option wäre. Marco Löhken hält dagegen, dass der Ort seither stark gewachsen sei. „Option 0,5 ist die sinnvollste“, sagt er. „Der schwierigste Weg ist nicht immer der schlechteste“, sagt Stefan Woelk.

Ebenfalls noch am Mittwoch hat sich die SPD mit einer Mitteilung zu dem Droh-Schreiben des BLB zu Wort gemeldet: „Mit dieser Holzhammermethode mag sich der BLB im Recht wähnen, seinem Anliegen wird das aber nicht gerecht“, wird der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Leye zitiert. „Das Grundstück ist nicht als Baustelle zu erkennen.“

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