Wirtschaft

Beim Tagestourismus Luft nach oben

Ein kleines Minus im Vergleich zum Vorjahr gibt es sowohl bei der Zahl der Gäste als auch bei der Zahl der Übernachtungen in Iserlohn.

Ein kleines Minus im Vergleich zum Vorjahr gibt es sowohl bei der Zahl der Gäste als auch bei der Zahl der Übernachtungen in Iserlohn.

Foto: Funke

Iserlohn.  Mit 46.371 Gästen und 78.241 Übernachtungen in 2018 ist das Niveau aber immer noch hoch

Weniger Gäste und Übernachtungen in Hotels als im Vorjahr, dafür aber ein immer noch ein gutes Ergebnis im Zehnjahresvergleich – so lassen sich die aktuellen Statistiken für Iserlohn zusammenfassen, die jetzt von Landesamt Information und Technik NRW veröffentlicht wurden. 46.371 Gäste (2017: 48.209) und 78.241 Übernachtungen (2017: 80.838) wurden in Hotels mit über zehn Betten 2018 in der Waldstadt registriert.

„Es gibt ein kleines Minus zum Vorjahr. Insgesamt ist das Niveau aber weiter hoch“, sagt Lars Martin, stellvertretender Geschäftsführer der für Iserlohn und den Märkischen Kreis zuständigen Niederlassung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Hagen. Diese Einschätzung würden auch die Iserlohner Hoteliers, mit denen er zuletzt gesprochen habe, teilen.

Gut laufende Konjunktur als Grund für positive Zahlen

Als Grund für die positiven Zahlen sieht Lars Martin die weiter gut laufende Konjunktur. „75 bis 80 Prozent der Übernachtungen im Märkischen Kreis entfallen auf Dienstreisen oder betriebliche Veranstaltungen“, erklärt er weiter. „Wo produziert wird, wird auch gereist.“

Der Umkehrschluss aus den Zahlen: Nur 20 bis 25 Prozent der Übernachtungen entfallen also auf Touristen. Viel Raum für Wachstum, wie auch Lars Martin glaubt. „Der FTV (Tourismus Märkisches Sauerland) macht da zwar gute Arbeit“, so Martin. Beim Tagestourismus gebe es aber Luft nach oben.

„Wir merken, es gibt einen Trend zum Urlaub vor der Haustür.“ Ohne lange Fahrten, ohne Fliegen. „Als Mittelgebirgsregion müssen wir versuchen, da einen Teil vom Kuchen abzubekommen“, sagt Martin. „Sowohl Iserlohn als auch der Kreis.“ Die Waldstadt biete sich vor allem als Startpunkt für Fahrten ins Umland an.

Auch die Zahlen von Januar bis September für 2019 (35.467 Gäste/59.597 Übernachtungen) lassen im Vergleich zum Vorjahr (34.018 Gäste/57709 Übernachtungen) einen positiven Jahresverlauf vermuten.

Im Vergleich zur Krise dürften die Hoteliers zufrieden sein

Vergleicht man die aktuellen Zahlen zum Jahresabschluss 2018 mit denen von 2009, so dürften die hiesigen Hoteliers in der Tat zufrieden sein. Den 46.371 Gästen 2018 stehen 2009 lediglich 39.073 entgegen. „Das war die Zeit der Wirtschaftskrise, der absolute Tiefstand“, sagt Martin.

Konstant ist hingegen in den vergangenen Jahren die Verweildauer der Gäste in der Waldstadt. Hier liegt der Durchschnittswert konstant bei 1,6 oder 1,7 Tagen je Gast. Ausländer verweilen mit 2,1 Tagen (2018) statistisch betrachtet etwas länger.

Kaum verwunderlich also, dass ausländische Gäste hier nicht unerheblich zu den positiven Zahlen beitragen. 14.104 Übernachtungen von Auswärtigen wurden 2018 in Iserlohn notiert (2017: 12097) – ein sattes Plus von 16,6 Prozent.

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