„StadtBaum“

Baum-Paten machen Iserlohn und Hemer lebenswerter

Ulrich Muschiol (v. re.), Axel Raue und Eckehardt Schröder freuen sich, dass Christian Ilske und Felix Heutelbeck mit dem Modehaus B&U die Patenschaft für die ersten zehn Bäume des „StadtBaum“-Projekts übernommen haben, das vom IKZ (li. Redakteur Torsten Lehmann) als Medienpartner unterstützt wird.

Ulrich Muschiol (v. re.), Axel Raue und Eckehardt Schröder freuen sich, dass Christian Ilske und Felix Heutelbeck mit dem Modehaus B&U die Patenschaft für die ersten zehn Bäume des „StadtBaum“-Projekts übernommen haben, das vom IKZ (li. Redakteur Torsten Lehmann) als Medienpartner unterstützt wird.

Foto: Privat / IKZ

Iserlohn/Hemer.  Der Märkische Stadtbetrieb Iserlohn/Hemer startet mit den Kommunen und dem Stadtmarketing ein neues Projekt.

Anders als in unseren Wäldern, wo das Sterben der Bäume durch Trockenheit und Borkenkäfer und den dadurch unabwendbaren Kahlschlag auf immer mehr Flächen inzwischen unübersehbar ist, fällt der langsame Tod der Straßenbäume nicht sofort jedem ins Auge. „Aber wenn es im Wald schon schwierig ist, ist es für die Bäume in der Stadt allemal noch viel schwieriger“, verdeutlicht Axel Raue, Vorstand des Märkischen Stadtbetriebs Iserlohn/Hemer.

So hinterlässt der fehlende Niederschlag der vergangenen Jahre und der Klimawandel deutlich seine Spuren: „Allein 2019 mussten wir über 100 Bäume ersetzen.“ Und in diesem Jahr ging es leider nahtlos weiter, wie Raues Mitarbeiter Eckehardt Schröder ergänzt: „50 Bäume, darunter vor allem Eschen, waren schon Anfang Juni nicht mehr zu retten.“

Privatleute zahlen 300 Euro für eine Patenschaft, Unternehmen 500 Euro

Beim notwendigen Ersatz der Gehölze, die ja das Straßenbild so prägen, die Sauerstoff produzieren, Schatten spenden, Lärm mindern und die Stadt an heißen Sommertagen kühlen, stößt der SIH mit seinem bisherigen Engagement inzwischen an Grenzen. „Wir verlieren mehr Bäume als wir nachpflanzen können“, sagt Axel Raue. Deswegen haben der Verwaltungsrat und der Vorstand der Stadtbetriebe gemeinsam mit den beiden Städten Iserlohn und Hemer und den Stadtmarketing-Verantwortlichen das Projekt „StadtBaum“ ins Leben gerufen. Für 300 Euro können Privatpersonen, Vereine, Parteien, Schulen und Klassen die Patenschaft für einen Baum übernehmen, mit 500 Euro sind Unternehmen dabei.

Damit würden die privaten Spender einen Baum zu einem knappen Drittel, die Firmen ungefähr zur Hälfte finanzieren: Denn die zehn bis elf Jahre alten Bäume, die bis zu ihrem Stammumfang von 18 bis 20 Zentimetern in der Baumschule dreimal verpflanzt wurden, kosten etwa 1000 Euro. Hinzu kommt dann noch die vor allem in den ersten fünf Jahren aufwendige Pflege der Straßenbäume. Von denen gibt es übrigens allein in Iserlohn 35.000 Stück, die – neben dem vielen Grün „drumherum“ – mit zum Image der Waldstadt beitragen.

Das war dann auch die Motivation für das Modehaus B&U, sich als erste in Iserlohn beim „StadtBaum“-Projekt zu engagieren. „Wir bringen uns nicht nur gerne in der Innenstadt, sondern auch in der Stadt insgesamt ein und freuen uns deswegen, hier einen Beitrag leisten zu können“, erklärte Felix Heutelbeck: „Eben um die Waldstadt auch als Waldstadt zu erhalten und das Bild der Stadt auf diese Weise mitzugestalten.“ Das Projekt sei zudem eine sehr gute Kompensation für den Plastiktüten-Verkauf im Modehaus, ergänzt B&U-Geschäftsführer Christian Ilske. Wenn ein Kunde für seine Einkäufe eine Tüte haben möchte, die nach der bundesweiten Vereinbarung mit dem Handel seit 2016 ja nicht mehr kostenlos abgegeben werden darf, würden nun zumindest von dem Obolus Bäume gepflanzt: „Und das ist jetzt ja nur der Anfang. Damit machen wir weiter“, sagt Ilske beim Blick auf die stattliche „B&U-Allee“ von zehn Bäumen an der Alexanderstraße, die aus dem Tütenverkauf eines Jahres finanziert wurde.

Blumenesche, Lederhülsenbaum, Kobshi-Magnolie, Eisenbaum, Ulme, Eberesche und Japanischer Perlschnurbaum finden sich jetzt entlang des dortigen Fußweges. „Das sind alles kleinkronige, trockenheitsverträgliche Bäume für den innerstädtischen Einsatz“, verdeutlicht Eckehardt Schröder. Um den besonderen Herausforderungen für Straßenbäume (viele Stressfaktoren, Leitungen im Erdreich, sehr beengte Bodenverhältnisse), gerecht zu werden, orientiert er sich zusammen mit seinen Kollegen Ulrich Muschiol bei der Auswahl an der Liste der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK). Abhängig vom Standort in Iserlohn oder Hemer, der gemeinsam mit den Fachleuten ausgesucht werden kann, darf der künftige Baum-Pate dann auch „ein Wörtchen“ mitreden bei der Sorte, je nachdem ob ihm beispielsweise „Hitze- und Trockenverträglichkeit“ oder eine „schöne Blüte und hohe Frosthärte“ wichtig sind. Auf einem Schild an einer Stele (beides ist in den Kosten für die Patenschaft bereits enthalten) finden sich nicht nur der umgangssprachliche und der botanische Namen des Baumes, sondern wenn gewünscht auch noch der Name des Paten oder eine andere gewünschte Beschriftung. Die B&U-Verantwortlichen haben sich beispielsweise außer für das Logo des Modehauses noch für Sinnsprüche entschieden wie „Sei selbst die Veränderung, die du dir für die Welt wünschst.“

Auch gut als ein wirklich nachhaltiges Geschenk

Die „StadtBaum“-Verantwortlichen wünschen sich indes, dass jetzt viele Iserlohner und Hemeraner dem Vorbild folgen und eine Patenschaft übernehmen. Die sei auch bestens geeignet „beispielsweise als nachhaltiges Geschenk für Kinder und Enkel, an Mitarbeiter für besondere Leistungen oder für das Firmenjubiläum“. Und nicht nur Axel Raue ist sich sicher: „Diese Bäume machen Iserlohn und Hemer noch liebens- und lebenswerter!“

Interessierte, die eine Patenschaft übernehmen möchten, können sich an die SIH-Mitarbeiter Ulrich Muschiol (Bereichsleitung und Grünanlagen), 02371/217-2850, und Eckehardt Schröder(Stadtbildpflege, Grünflächen, Parkanlagen,Spielplätze, Sportstätten), 02371/217-2839, wenden. Erreichbar sind sie auch per Mail an

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben