Gitarren-Festival

Ausnahmetalent tritt heute auf

Gerald Garcia (re.), die „Seele“ des Iserlohner Gitarren-Festivals, stellt heute mit dem großen Orchester wieder eigene Werke vor.

Gerald Garcia (re.), die „Seele“ des Iserlohner Gitarren-Festivals, stellt heute mit dem großen Orchester wieder eigene Werke vor.

Foto: Ralf Tiemann / IKZ

Iserlohn.  Heute endet das Gitarren-Festival mit dem Konzert der Seminaristen. Dabei treten auch die Wettbewerbsgewinner auf.

Kaum hat es angefangen, da ist auch schon wieder vorbei. Wahnsinn, wie schnell diese Woche schon wieder verflogen ist. Gestern herrschte in Haus Villigst jedenfalls schon wieder Aufbruchstimmung. Auch die Konzertreihe ist gestern Abend zu Ende gegangen – einmal mehr mit einem brechend vollen Konzert in der Obersten Stadtkirche und mit dem Ausnahme-Gitarristen Jorge Caballero (Bericht folgt).

Aber auch abgesehen von der tollen Konzertreihe, die nach der Rückkehr in die Oberste Stadtkirche einen neuen Besucherrekord verzeichnet hat, ist Organisator Thomas Kirchhoff hochzufrieden mit dem Verlauf der Festivalwoche. „Wir hatten ein Woche nur Sonnenschein – und das in allen Belangen“, sagt der Iserlohner, auch wenn es gestern ein paar kleine Schauer gab. Und das Tischtennis-Turnier, das alljährlich im Keller von Haus Villigst ausgetragen wird, habe er auch erneut gewonnen. Was will man mehr?

Was nun noch fehlt ist heute Abend das Abschlusskonzert, in dem traditionell die besten Studenten des Festivals auftreten und zeigen können, was sie Neues gelernt haben. Zudem wird wieder ein großes Gitarren-Orchester auf der Bühne sein, für das das Festival-Urgestein Gerald Garcia wieder neue Kompositionen geschrieben hat.

Zwei Elegien, also Klang gewordene Klagegedichte, in denen Garcia, der zu seinem 70. Geburtstag im Programmheft als Seele des Iserlohner Festivals gefeiert wird, den Tod seines Vaters und eines guten Freundes verarbeitet – sicherlich eindrucksvolle Musik.

Zur besonderen Krönung der Woche wird dieses Konzert aber auch, weil die Gewinner des ersten Internationalen Jugend-Gitarrenwettbewerbs eine Kostprobe ihres Können geben.

In zwei Altersklassen sind Anfang der Woche 27 junge Gitarristen angetreten. In der Altersklasse der 17- bis 21-Jährigen wurde kein erster Preis vergeben, hier teilen sich Antonia Haslinger aus Österreich und Huang Yuexuan aus China den zweiten Platz – beide werden heute Abend auftreten.

Zwölfjähriger Chinese hat alle an die Wand gespielt

Dafür gab es bei den Zwölf- bis 16-Jährigen ein umso klareres Votum der Jury und einen wirklich atemberaubenden Sieger, der alle an die Wand gespielt hat, wie Jury-Mitglied Ulrich Stracke sagt. Der erst zwölfjährige Si Wenjie aus China, der sich in allen drei Wettbewerbsrunden als absolutes Ausnahmetalent gezeigt hat. „Mich hat besonders beeindruckt, dass er auch in der Lage ist, das Publikum mitzunehmen und zu begeistern“, lobt Stracke die Vorzüge des jungen Interpreten über seine hohe musikalische Veranlagung hinaus.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben