Stadtleben

Auf den Spuren zukunftsträchtiger Projekte

Die CDU-Fraktionswanderung führte vom Wohngebiet Auf der Emst über verschiedene Stationen in die Innenstadt.

Die CDU-Fraktionswanderung führte vom Wohngebiet Auf der Emst über verschiedene Stationen in die Innenstadt.

Foto: Cornelia Merkel / IKZ

Iserlohn.  CDU lobt neue Wohngebiete und hofft auf Zuzug von außen, da Iserlohn überproportional stark schrumpft.

„Wir haben vieles vorangetrieben und begleitet“, leitete CDU-Fraktionsvorsitzender Fabian Tigges die Wanderung ein, die jetzt über eine Strecke von acht Kilometern vom Neubaugebiet Auf der Emst bis zum Schillerplatz führte. Dabei bezeichnete Stadtverbandsvorsitzender Karsten Meininghaus das Neubaugebiet Auf der Emst als „fulminante Erfolgsgeschichte“, an die es jetzt unter der Regie von „STADT“-Projekt auf dem Gelände der ehemaligen Bernhard-Hülsmann-Kaserne anzuknüpfen gelte.

Meininghaus erinnerte an die Unruhe von Anwohnern, die zu Beginn nur die eigenen Interessen im Auge hatten. Er lobte die schnelle Vermarktung der 59 Grundstücke und das gelungene Ergebnis unter der Regie Frieder Altrogges von der Sparkassen-Tochter S-Probis. Dass sich dieses Gebiet zu einem schmucken Wohnquartier mit individueller Architektur entwickelt habe, davon konnten sich die Teilnehmer der Wanderung überzeugen. Ähnlich positiv seien auch die Baugebiete Rauhe Hardt und Sümmern-Dahlbreite von Altrogge entwickelt worden, erinnerte Meininghaus.

Für zukunftsträchtig hält er auch die geplante Wohnbebauung auf dem früheren Kasernengelände im Dröschederfeld. Auf dem zwölf Hektar großen Areal soll unter der Regie von „STADT“-Projekt eine klima-angepasste, nachhaltige Wohnsiedlung mit Ein- und Mehrfamilienhäusern und Grünstreifen entstehen. Dabei solle auch sozialer Wohnungsbau berücksichtigt werden. In mehreren Bauabschnitten könnten rund 800 Wohneinheiten entstehen. „Das Gebiet hat eine hohe Attraktivität, ist sehr gut erschlossen und nahe der Innenstadt“, führte Meininghaus aus. „Das Bebauungsplanverfahren läuft“, erläuterte Fabian Tigges den aktuellen Stand: „Wir erhoffen uns dadurch den Zuzug von außen, denn Iserlohn schrumpft überdimensional stark.“ Hier gelte es, die Perspektiven mit attraktivem Bahn-Anschluss ans Ruhrgebiet herauszustellen. Selbst wer im Ruhrgebiet arbeite, könne dort im Grünen wohnen. Dem Streben vieler in Richtung Großstädte könne mit solchen Wohnquartieren etwas entgegen gesetzt werden.

Gesamtkonzept für die Friedhöfe angemahnt

Auf dem Friedhof mahnte Jörg Teckhaus ein Gesamtkonzept für die Friedhöfe zur Sicherheit, zum Pflegezustand, zum Denkmalschutz und deren Erhalt, zu Grabpatenschaften und verschiedenen Bestattungsformen an. Er erinnerte an die Serie von Metalldiebstählen im Jahr 2017. Kurzfristig hatte die Stadt einen Sicherheitsdienst beauftragt, die Polizei hatte ihre Präsenz auf dem Hauptfriedhof verstärkt. Teckhaus verwies auf vermooste und verwitterte Grabsteine auf dem historischen Teil des Friedhofs und Bereiche, in denen die Pflege der Grünanlagen zu wünschen übrig lässt. „Es ist schwierig wegen der unterschiedlichen Zuständigkeiten“, schilderte er die Gemengelage zwischen den verantwortlichen Fachausschüssen für Finanzen, Planung und Kultur, Denkmalpflege und dem Stadtbetrieb Iserlohn-Hemer. In der Sitzung des Kulturausschusses am morgigen Donnerstag stehe das Thema der Aufarbeitung und Erhaltung denkmalwürdiger Grabstätten auf der Tagesordnung, sagte Teckhaus, der diesen Ausschuss leitet. Zu den Bestattungsformen sagte er, dass mittlerweile die Urnenbestattungen zwei Drittel ausmachen, deshalb müsse man zu kleineren Grabeinheiten kommen.

Digitaler Wissenscampus erhöht Attraktivität Iserlohns

Nächste Station war das Bahnhofsgelände, wo Fabian Tigges anhand der Karten die Pläne zum „Digitalen Wissenscampus“ erläuterte. Ziel ist ein Modellprojekt für die Zusammenführung von Industrie und Handwerk, beruflicher Weiterbildung, Kunst und Kultur mit Angeboten für Wirtschaft, Wissenschaft und Freizeit. „Parallel wirbt die Stadt bei einer Veranstaltung zur Regionale 2025 in Soest für dieses zukunftsweisende Projekt, das die Attraktivität Iserlohns als Arbeits- und Ausbildungsstandort erhöht.“

In der Westertor-Passage, am Alten Rathausplatz und in der Wasserstraße übernahm der Leiter des Stadtmarketings, Dirk Matthiessen, das Wort. In dieser Woche finde ein Gespräch mit einem Künstler statt, um gestalterische Verbesserungen herbeizuführen und die Schmierereien einzudämmen. „Sicherheit und Sauberkeit in der Innenstadt sind ein ganz wichtiges Thema“, betonte Tigges. „Die Innenstadt ist eine Visitenkarte für unsere Bürger. Wir fordern vor Ort ein größeres Sauberkeitsbewusstsein.“

Aufenthaltsqualität in der Innenstadt verbessern

Mit der Werbegemeinschaft und den Eigentümern der Geschäftshäuser will Matthiessen die Aufenthaltsqualität verbessern. Gemeinsam mit dem Stadtmarketing-Beirat will er ein professionelles Leerstand-Management anstoßen. Matthiessen warb außerdem für seine neue Weihnachtsbeleuchtung, 60 Laternen sollen angeschafft werden. Für zehn habe er bereits Paten gefunden. Beim Weihnachtsmarkt gibt es wie berichtet einen Motto-Wechsel: Europa ist Thema des Marktes, der in diesem Jahr seine Premiere feiert. „Das dürfte der erste europäische Weihnachtsmarkt in der Region sein“, meint Matthiessen. „Dazu haben wir noch Hüttenplätze frei.“

In der Schillerbox am Schillerplatz erläuterte Fabian Tigges zum Abschluss der Fraktionswanderung die städtebauliche Herausforderung rund im die Neugestaltung des Platzes. Es sei wichtig, auch Karstadt für die Innenstadt zu erhalten.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben