Tiere

Am Seilersee sind die Tiger los

Die elfjährige Stella Watermann hat keinerlei Berührungsängste mit den Wildkatzen, auch wenn Tigerdame Molly spielen will.

Die elfjährige Stella Watermann hat keinerlei Berührungsängste mit den Wildkatzen, auch wenn Tigerdame Molly spielen will.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Der Moskauer Circus ist ab Donnerstag zu Gast am Seilersee und bietet neben einem Artistikprogramm auch eine besondere Tiershow – mit Tigern!

Ein Mann geht mit seinem jungen Tiger an der Leine am Seilersee spazieren. Gibt’s doch gar nicht? Doch! Denn der Moskauer Circus schlägt aktuell seine Zelte am großen Festplatz auf. Und mit ihm auch Robano Kübler, Tierlehrer, und seine acht Hunde, 20 Pferde und Ponys, drei Kamele, Ziegen – und eben auch mehrere sibirische Tiger.

Die kleine Tigerdame Molly ist noch kein Jahr alt und liebt, was auch die heimischen Sofakatzen so lieben: spielen, schmusen und fressen. Acht Kilo bringt sie bereits auf die Waage, lässt beim Spielen die Krallen allerdings eingefahren. „In der freien Wildbahn oder auch im Zoo wäre ein Tiger ihrer Größe bereits lebensbedrohlich“, berichtet der Tierlehrer. Seine Tiger seien allerdings alle im Zirkus geboren und dementsprechend mit der Hand aufgezogen, sind das ganze Drumherum des Zirkuslebens und auch die menschliche Nähe gewöhnt. „Sie hat keinerlei Berührungsängste, keiner meiner Tiger. Die wollen vor allem schmusen und hoffen auf Leckerchen“, erklärt er, während Molly gerade mit Stella Watermann spielt.

Die Elfjährige und ihr Vater sind extra aus Düsseldorf angereist, um beim Aufbau des Zirkus zu helfen. Sie verbringen ihre Ferien hier, wie auch schon in vielen Jahren zuvor. „Für mich ist das ein Stück Kindheitserinnerung, hier kann ich meinen Alltag vergessen und meine Pause genießen. Und für Stella ist das immer etwas ganz Besonderes, wenn sie Robano bei der Pflege der Tiere helfen darf“, erklärt Watermann, der abseits des Zirkus Pädagoge ist. Er schätzt den Zusammenhalt in der Zirkusgemeinschaft. „Wir feiern tolle Feste, jeder trägt etwas zum Miteinander bei. Das ist einfach ein tolles Lebensgefühl“, sagt er.

Tierlehrer Kübler ist offen für Diskussionen mit Kritikern

Um die Kritik um Wildtierhaltung in Wanderzirkussen wissen die beiden Männer. „Das muss man sich anhören, da darf ja auch jeder seine Meinung zu haben. Die Frage ist ja auch, was ist überhaupt artgerechte Tierhaltung? Ich weiß nur, dass ich mein Bestes für die Tiere gebe und die sich hier wohlfühlen“, zeigt sich Robano Kübler offen für Kritik und Diskussion. Deshalb hat er in seinem Winterlager in Hemer in der Becke auch schon Interessierte zu offenen Trainings eingeladen. „Ich würde mir wünschen, dass die Kritiker sich erst einmal selbst von den Bedingungen der Wildtierhaltung hier überzeugen, die andere Seite kennenlernen, bevor sie gegen den Zirkus hetzen“, fügt auch Watermann hinzu. Kübler betont, dass sich an jedem Standort das Veterinäramt davon überzeugt, dass die Wildtiere genügend Auslauf erhalten und gut versorgt sind.

Wer sich selbst ein Bild von der Tiershow von Robano Kübler im Moskauer Circus machen will, kann das ab dem morgigen Donnerstag, 15. August. Zweimal täglich, jeweils um 16 und 19.30 Uhr, sowie am Sonntag um 14 Uhr finden die Vorstellungen mit einem Artistikprogramm der Spitzenklasse statt.

Wir verlosen zehn Mal zwei Karten für die Vorstellung am Freitag um 19.30 Uhr. Senden Sie zur Teilnahme eine E-Mail mit Ihrem Namen, Ihrer Adresse und Telefonnummer an gewinne@ikz-online.de. Alternativ senden Sie eine Postkarte an den IKZ, Wichelhovenhaus, Theodor-Heuss-Ring 4-6, 58636 Iserlohn schicken. Einsendeschluss ist am Donnerstag, 15. August, um 18 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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