Kindertheater

„Weihnachtsroboter“ bringt in Herne Schwung in den Advent

Valentina Samsonow, Souhail Jalti und Claudio Schulz-Keune (v.l.) spielen und tanzen im HipHop-Tanztheater „Der Weihnachtsroboter“.

Valentina Samsonow, Souhail Jalti und Claudio Schulz-Keune (v.l.) spielen und tanzen im HipHop-Tanztheater „Der Weihnachtsroboter“.

Foto: Alexa Kuszlik / FUNKE Foto Services

Herne.  Das HipHop-Stück „Der Weihnachtsroboter“ bringt bei der Uraufführung in den Herner Flottmann-Hallen die Kinder im Publikum zum Quietschen.

Mit „Der Weihnachtsroboter“ haben die Flottmann-Hallen die erste Kerze auf dem Adventskranz angezündet. Das erste Stück von Pottporus extra für Kinder bringt ordentlich Schwung in die besinnliche Zeit.

Jede Menge Theater im Hochhaus

Diese hat es auch für Hausmeister Kalle Gutowski (Claudio Schulz-Keune) in sich, der alle Jahre wieder seine heiß geliebte Weihnachtsfeier für alle Bewohner der Emscherstraße 55 schmeißt. Doch in diesem Jahr ist nichts so wie es war, denn der Concierge von zwölf Stockwerken geht schweren Herzens in den Ruhestand und hinterlässt einen Berg an Aufgaben, die fast alle gar nicht in die dicke Mappe passen wollen, die er seinem Nachfolger Ülkü Öztürk (Souhail Jalti) übergibt.

Der trifft schnell auf durchgeknallte Herner Originale, bei denen etwa die Monokelkobra ausgebüxt ist oder das Klo einer feinen Dame aufgrund häufiger Benutzung streikt. Obendrein nervt seine sehr vitale Tochter Yasemin (Valentina Samsonow) mit ihrem bevorstehenden Tanzwettbewerb, und sie kann sich so gar nicht mit ihrer neuen Rolle als Königstochter vom Plattenbau anfreunden.

Roboter im Menschenformat

Abhilfe jedoch verspricht die moderne Technik. Wo andere sich eine sprachgesteuerte Überlebenshilfe in Radioformat hinstellen, muss es bei den Öztürks gleich ein lebensgroßer Roboter sein. Ist das Chaos schon vorher in wunderbar zackigen Tanzbewegungen illustriert, bekommt das Stück unter der Regie von Jennifer Ewert nun auch noch eine ordentliche Prise Slapstick aufgestreut, die nicht bloß den vielen kleinen Besuchern schmeckt.

Herzhaftes Quietschen der vielen Kinder im Publikum steckt auch deren Eltern an, als der Weihnachtsroboter in zwar irgendwie eleganten, doch hauptsächlich tollpatschigen Bewegungen den Weihnachtsbaum versucht zu schmücken und sich anschließend als Chefkoch in der Weihnachtsbäckerei versucht.

Begeisterter Applaus

Getanzt wird Hip Hop und gesprochen nur so viel, dass der kleine, aber feine rote Faden der Geschichte, geschrieben von Till Beckmann, nicht reißt. Die Musik ist dementsprechend flott und trägt die ausdrucksstarken Bewegungen bis in die hintersten Reihen der ausverkauften Hallen, wo sich begeisterter Applaus und herzhaftes Lachen abwechseln. Ohne sich zu weit vom weihnachtlichen Thema zu entfernen, bringt die Tanzkompagnie Renegade einen interkulturellen Handschlag mit kleiner Geschichte und viel wohligen Gefühlen auf die Bühne.

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