Prozess

Vergewaltigung: Herner Pizzeria-Chef muss ins Gefängnis

Dem Chef einer Horsthauser Pizzeria ist am Landgericht Bochum (Bild) der Prozess gemacht worden: Er hat nach Einschätzung des Gerichts eine junge Frau brutal vergewaltigt.

Dem Chef einer Horsthauser Pizzeria ist am Landgericht Bochum (Bild) der Prozess gemacht worden: Er hat nach Einschätzung des Gerichts eine junge Frau brutal vergewaltigt.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Herne.  Für den Richter steht fest: Der Chef einer Herner Pizzeria hat eine junge Frau im Bewerbungsgespräch zweimal vergewaltigt. So fiel das Urteil aus.

Der ehemalige Inhaber (44) einer Pizzeria in Horsthausen muss ins Gefängnis. Weil er zur sicheren Überzeugung der Richter eine Job-Bewerberin an einem Abend zweimal brutal vergewaltigt hat, verhängte das Bochumer Landgericht eine Haftstrafe.

Das mutmaßliche Opfer war am 20. Juni 2018 gegen 22.30 Uhr in der Horsthauser Pizzeria aufgetaucht, um mit dem Inhaber ein Vorstellungsgespräch für eine Anstellung als Verkäuferin zu führen. In der Pizzeria, die mittlerweile unter anderem Namen geführt wird, fand zu dieser Zeit bereits kein Geschäftsbetrieb mehr statt.

Pizzeria-Inhaber soll Bewerberin in Herne in Abstellraum geschubst haben

Der aus Düsseldorf stammende, verheiratete Familienvater und die junge Bewerberin tranken bei dem etwa eine Stunde andauernden Gespräch offenbar auch einige Gläser Alkohol. Laut Urteil muss die anfangs völlig normale Gesprächssituation dann ganz plötzlich zu einem unfassbar brutalen Gewaltverbrechen eskaliert sein: Der Pizzeria-Inhaber soll zunächst versucht haben, die Bewerberin zu begrabschen, auf ihre Gegenwehr soll er sie dann an den Armen gepackt und in den Abstellraum der Pizzeria geschubst haben.

Die Frau stieß dort laut Urteil mit dem Hinterkopf gegen die Wand und fiel dann zu Boden. In dieser Situation soll der 44-Jährige zum ersten Mal über die sich heftig wehrende Frau sexuell hergefallen sein. Als die Bewerberin einige Minuten später das Ladenlokal verlassen wollte, fiel der Angeklagte dann zur sicheren Überzeugung der 16. Strafkammer auch noch ein zweites Mal sexuell über sie her – auch dieses Mal hatte die Frau nicht die geringste Chance.

Angeklagter hat die Vergewaltigungen bis zuletzt bestritten

Im Prozess hatte der Angeklagte die Vergewaltigungen bis zuletzt bestritten. Die Bochumer Richter hatten jedoch nach Anhörung und Befragung der Belastungszeugin in nicht-öffentlicher Sitzung keinerlei Zweifel, dass es die Übergriffe gegeben hat. Das Urteil lautet auf Vergewaltigung in zwei Fällen. Der Richter verhängte eine Gesamtstrafe von sechs Jahren und einem Monat Haft.

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