Kulturschiff

Tanzbegeisterte aus Herne feiern auf dem Tropical Dance Boat

Ein Kanalschiff wird zum „Tropical Dance Boat“.

Ein Kanalschiff wird zum „Tropical Dance Boat“.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Herne.  Mit 130 Gästen legte am Freitagabend die „Heisingen“ in Unser Fritz ab. Die „Tropical Dance Party“ auf dem Kanal war komplett ausverkauft.

Bei schönstem Sonnenschein stieg am Freitagabend im Rahmen des „Kultur-Kanals“ zum vierten Mal die Tanzparty mit 167 Pferdestärken: auf dem „Tropical Dance Boat“. Auf der Fahrt des Schiffs „Heisingen“ von der Künstlerzeche Unser Fritz bis nach Oberhausen und wieder zurück haben die Gäste fünf Stunden Zeit, das Tanzbein zu schwingen – und sie haben die Zeit genutzt. Die DJs Sabrina Hehrig und Axel Ziegler-Lüdke geben bereits nach dem Ablegen Vollgas und spielen einen Hit nach dem anderen.

La-Ola-Wellen an Deck

Kurz nach dem Ablegen und nach drei La-Ola-Wellen an Deck – so viel Zeit muss sein – stürmen die ersten Gäste die zwei Tanzflächen. Zu Diskomusik wird auch mal alleine getanzt, meistens sieht man aber Paartänze wie Discofox, Salsa und Cha-Cha-Cha.

Obwohl Veranstalter Rolf Buchwald sonst für seine Salsa- und Tangoveranstaltungen bekannt ist, werden beim tropischen Tanztee alle Musikrichtungen zwischen Salsa und Discofox gespielt: „Nur Salsa wäre zu langweilig“, meint der 58-Jährige, der die Veranstaltung 2016 initiierte und sie zum zweiten Mal gemeinsam mit Tanzpott-Chef Sergiy Plyuta organisiert hat. „Und wir wollen mehr gemischtes Publikum, deshalb haben wir das ausgeweitet.“ Hinter dem Kultur-Engagement der beiden stehe nämlich ein großes Ziel: „Wir wollen gemeinsam Herne zum Tanzen bringen, und zwar von jung bis alt“, gibt Sergiy Plyuta an.

Erstmals sind keine Karten übrig geblieben

Der Plan scheint bereits aufzugehen: „Das Tropical Dance Boat ist aktuell zum ersten Mal komplett voll besetzt mit 130 Gästen“, freut sich Buchwald. Schon im Januar hätten er und Plyuta Kartenanfragen erhalten. „Und dann waren innerhalb von nicht mal zwei Wochen alle Karten verkauft.“ Gerne hätten sie mehr Gäste mitgenommen, doch das sei aus Sicherheitsgründen nicht möglich gewesen.

Auch so wird es schnell enger auf den Tanzflächen des Schiffs, das 38 Meter lang und gut fünf Meter breit ist. Das stört niemanden, es wird einfach Platz geschaffen, indem Tische und Stühle weggeräumt werden. Die Stimmung ist gelöst: Jeder unterhält sich mit jedem und auch die Tanzpartner werden getauscht.

Etwa 300 Cocktails werden ausgeschenkt

Zur guten Stimmung tragen vielleicht auch die Cocktails des Barkeepers Ibo bei, er ist die ganze Veranstaltung über schwer beschäftigt und mixt alles von Caipirinha bis Sex on the Beach. 300 Cocktails, so schätzt er, habe er auf dem diesjährigen Tropical Dance herausgegeben. Der Schiffs-Betreiber „Weiße Flotte“ versorgt die Gäste mit weiteren Getränken und der nötigen Unterlage: Frikadellen, Würstchen, Kuchen und Snacks.

Bis 2018 fand die Veranstaltung noch auf dem Kulturschiff „Friedrich der Große“ statt, „der Inhaber hat aus Altersgründen an uns abgegeben“, erzählt Aleksander Farkas, Sprecher der Weißen Flotte. Er selbst arbeite gerne auf dem Tropical Dance Boat: „Man merkt, dass man hier im Ruhrgebiet ist“, so der 39-Jährige, „die Menschen sind locker und tanzen viel.“ Er hat Recht: Nach fünf Stunden Party verlassen die Gäste um 23 Uhr erst die vollen Tanzflächen und dann glücklich das Schiff „Heisingen“ in Herne.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben