Öffentlicher Dienst

Streikende Beschäftigte signalisieren ihre Kampfbereitschaft

Vor der Kreuzkirche versammelten sich Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, um ihre Forderungen in der Tarifrunde zu untermauern.

Foto: Dietmar Wäsche

Vor der Kreuzkirche versammelten sich Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, um ihre Forderungen in der Tarifrunde zu untermauern.

Herne.   Für zwei Stunden haben Hunderte von Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes am Donnerstag die Arbeit niedergelegt. Und das sind die Gründe.

Hunderte von Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes haben am Donnerstagmorgen für zwei Stunden die Arbeit niedergelegt. Zu dem Warnstreik hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi aufgerufen.

Während seiner Rede vor den Streikenden, die sich an der Kreuzkirche versammelt hatten, betonte Verdi-Sekretär Norbert Arndt, dass die Belegschaften zu kämpfen bereit seien. Er unterstrich zugleich die Tarif-Forderungen. Verdi macht sich stark für eine Anhebung der Löhne und Gehälter um sechs Prozent. Darüber hinaus sollen Azubis 100 Euro mehr bekommen. Zudem soll die Zahl ihrer Urlaubstage auf 30 angehoben werden.

Bund soll Städten unter die Arme greifen

Arndt ging auch auf die finanzielle Lage der Stadt Herne ein. Diese leide unter einem hohen Haushaltsdefizit. Das Minus gehe aber nicht auf eine „zu üppige Bezahlung der Beschäftigten zurück“. Arndt sieht den Bund gefordert, für eine bessere finanzielle Ausstattung der Städte zu sorgen, zumal man auf Bundesebene im dritten Jahr in Folge Überschüsse eingefahren habe.

Die nächste Verhandlungsrunde von Arbeitgebern- und Arbeitnehmervertretern ist für den 12. März anberaumt. Ob es da zu einer Annäherung komme, sei aber fraglich, so Arndt.

Frauen mit roten Nelken beschenkt

Ertönten schon während der Kundgebung zahlreiche Trillerpfeifen, waren sie erst recht zu hören, als die Streikenden durch die Innenstadt zogen. Mit Spruchbändern, Transparenten, Fahnen und roten Nelken hatten sie sich auf den Weg gemacht. Die Blumen waren für die Frauen bestimmt, die „wir unterwegs treffen“, sagte Arndt. Denn: Am Donnerstag war Internationaler Frauentag. Die Aktion sei zugleich auch Sympathiewerbung, meinte der Gewerkschaftssekretär. Möglicherweise stünden für die Bevölkerung noch schwierige Zeiten an. Sollte die nächste Tarifrunde im Sande verlaufen, werde man den Druck verstärken, sagte Arndt. Schließungen von Kitas und Behörden, Streik der Müllabfuhr und Reinigungskräften in öffentlichen Gebäuden wären dann „durchaus denkbar“, betonte der Gewerkschaftssekretär.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik