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Stickstoffdioxid-Werte in Herne weiter höher als erlaubt

Auf der Recklinghauser Straße ist die Luftbelastung weiterhin hoch.

Auf der Recklinghauser Straße ist die Luftbelastung weiterhin hoch.

Foto: Caroline Seidel

Herne.   Die Stickstoffdioxid-Werte in Herne waren auch 2018 höher als erlaubt. Das sagt die Stadt Herne zur neuerlichen Überschreitung der Grenzwerte.

Die Stickstoffdioxid-Belastung in Wanne-Nord ist weiterhin zu hoch: Mit einem Mittelwert von 43 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft lag der durchschnittliche Messwert an der Recklinghauser Straße auch 2018 über dem Grenzwert von 40 Mikrogramm.

Die neuen Zahlen, die das Landesumweltamt am Dienstag vorgestellt hat, sprechen eine deutliche Sprache. Noch immer ist mehr Stickstoffdioxid in der Luft als erlaubt. Der Schadstoff, der von Diesel-Fahrzeugen verursacht wird, reizt Atemwege und kann Lungenerkrankungen auslösen.

Die Stadt, sagt Wilhelm Deitermann, Sprecher des Landesumweltamtes, müsse nun analysieren, warum das Umweltgift nicht unter den Grenzwert sinke. Dabei müsse sie sich auch fragen, ob ihre bisherigen Maßnahmen reichten und was sie noch zusätzlich machen könne.

Radverkehr soll gefördert werden

Die Stadt verweist auf die Gesamtstrategie klimafreundliche Mobilität, die der Rat im Februar 2019 beschlossen hat. Dabei seien zahlreiche Aktionen gegen Stickstoffdioxid aufgelistet worden, so Stadtsprecher Horst Martens. Per Beschluss habe der Rat die Verwaltung beauftragt, zusätzlich zu den bereits durchgeführten Maßnahmen aktiv zu werden. Dabei, so Martens, handele es sich um eine Mischung von Aktionen, die kurz-, mittel-, oder langfristig wirksam seien. Vor allem die kurzfristigen Infrastrukturmaßnahmen zählten dazu, insbesondere die Förderung des Radverkehrs, darunter die Umsetzung einer durchgehenden Radspur auf der Castroper Straße oder der Einbau von photokatalytischen Asphaltflächen, die Stickstoffdioxide herausfiltern, etwa auf der Bismarckstraße oder der Hauptstraße. „Die Maßnahmen“, so Martens, „zielen darauf ab, in der Gesamtstadt zu wirken und insgesamt die Stickstoffbelastung zu reduzieren.“

Bessere Luft braucht Zeit

„Nicht erfreulich“ nennt Barbara Merten, Sprecherin des Umweltausschusses, die überhöhten Werte. Auch sie verweist auf die bereits durchgeführten sowie die geplanten Aktivitäten, etwa jene, die im Masterplan klimafreundliche Mobilität aufgelistet sind. „Die Stadt ist an dem Thema dran und sehr bemüht, dass die Werte sinken und die Lebensqualität steigt“, sagt die CDU-Stadtverordnete zur WAZ. „Das alles“, fügt sie an, „braucht aber seine Zeit.“

Barbara Merten verweist aber auch darauf, dass die Stadt keinen Einfluss auf alle Verursacher habe. So gebe es im Umfeld der Messstation Recklinghauser Straße die A 42, den Rhein-Herne-Kanal, den Stadthafen und mehrere Betriebe. Maßnahmen gegen die so genannte Hintergrundbelastung – etwa auf Diesel-Fahrzeuge oder Schiffe – könne die Stadt nicht ergreifen.

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