Digitalisierung

Stadtbibliothek Herne will Kinder mit Robotern fördern

Dorothé Schlautmann, Leiterin der Kinder- und Jugendbibliothek, Bibliotheks-Mitarbeiterin Nadine Henßen und Ingrid von der Weppen, Leiterin der Stadtbibliothek, (v.l.) zeigen die neuen Roboter für die „Maker Days“.

Dorothé Schlautmann, Leiterin der Kinder- und Jugendbibliothek, Bibliotheks-Mitarbeiterin Nadine Henßen und Ingrid von der Weppen, Leiterin der Stadtbibliothek, (v.l.) zeigen die neuen Roboter für die „Maker Days“.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Lernen mit Bee Bot und Blue Bot: Die Stadtbibliothek Herne setzt neben Büchern auf Roboter. Bei den Maker-Days können sie getestet werden.

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Emsig fährt der kleine Roboter, genannt Ozobot, eine schwarze Linie entlang. Immer wieder passiert er dabei Farbcodes, biegt danach ab oder fährt schneller. Er ist nicht der einzige Roboter, der neuerdings in der Stadtbibliothek Herne im Einsatz ist. Zu ihm gesellen sich noch vier andere Roboter, die alle unterschiedliche Aufgaben bewältigen können. Was sie mit der Digitalisierung und dem Erzählen von Geschichten zu tun haben, können Jung und Alt bei den „Maker Days“ herausfinden.

Die Stadtbibliothek befinde sich aufgrund der Digitalisierung in einem Veränderungsprozess: „Ein Aspekt ist die Leseförderung mit digitalen Mitteln“, erklärt Ingrid von der Weppen. Roboter seien vielfältig einsetzbar und verbinden das Analoge mit dem Digitalen. Auch könnten sie Kindern helfen, Zusammenhänge zu verstehen: Kinder beherrschten den Umgang mit Tablets, kennen aber die Funktionsweise dahinter nicht. „Die Schulen müssen den Kindern digitale Kompetenzen vermitteln und dabei wollen wir ihnen zur Seite stehen.“

Fördermittel vom Land NRW

Für die Anschaffung der Roboter haben Ingrid von der Weppen und ihr Team Fördergelder beim Land NRW beantragt. Der Projektrahmen betrug 13.000 Euro, 80 Prozent konnten aus Mitteln des Landes finanziert werden. Mitarbeiterin Nadine Henßen besuchte eine Fortbildung, um sich über die einzelnen Roboter und ihre Einsatzmöglichkeiten zu informieren. „Wir haben uns zunächst für die Modelle entschieden, die robust sind, eine große Altersspanne abdecken und sich zum Ausleihen eignen“, erklärt sie. Ab 2020 sollen den Schulen die Roboter als ausleihbare Medienboxen zur Verfügung gestellt werden. Auch Einführungen in den Bibliotheken seien möglich.

Doch nun zu den Robotern: Bee Bot und Blue Bot, eine Biene und ein Käfer, werden über Tasten gesteuert und eignen sich schon für Vorschulkinder. „Bei den Maker Days müssen die Kinder sie so steuern, dass sie den Weg durch ein Labyrinth finden“, sagt Dorothé Schlautmann, Leiterin der Kinder- und Jugendbibliothek. Die Funktionen werden von Roboter zu Roboter komplexer. Die Ozobots richten sich an Grundschulkinder bis zur sechsten Klasse. Über Tablets können die Kinder eigene Labyrinthe entwerfen.

Roboter richten sich an Kinder unterschiedlichen Alters

„Thymio“ ist ein interaktives Fahrgestell mit Sensoren. „Er kann mit einer einfachen Programmiersprache gesteuert werden“, erklärt Nadine Henßen. So zeigt er anhand von Farben Reaktionen, kann einer Hand folgen oder vor ihr „fliehen“. Der fünfte im aktuellen Bunde ist „Dash“. Er leuchtet, kann durch die Bibliothek tanzen, sprechen oder Rallyes fahren – gesteuert über eine App auf dem Tablet.

„Wir verbinden die digitalen Roboter mit analogen Geschichten“, sagt Ingrid von der Weppen. So könne beispielsweise der Ozobot als Rotkäppchen verkleidet, durch eine Märchenwelt geschickt werden. „Die Kinder lernen spielerisch, dass sie eine gewisse Sprache anwenden müssen, damit der Roboter etwas Bestimmtes tut“, erläutert Nadine Henßen. So fänden Jungen und Mädchen einen einfachen Zugang zu Coding und Robotik. Bei der aktuellen Grundausstattung soll es jedoch nicht bleiben: „Wir wollten erst einmal sehen, wie die Roboter einzusetzen sind und wie sie angenommen werden“, verrät von der Weppen. „Wir planen schon den nächsten Antrag für Fördergelder, um noch andere Varianten anschaffen zu können.“

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