Medien

Smartcamp gibt Schülern Orientierung in der Medienwelt

Jalina, Nicole und Daniela (v.l.) haben beim Smartcamp mitgemacht und viel über Fake News oder Urheberrechte gelernt.

Jalina, Nicole und Daniela (v.l.) haben beim Smartcamp mitgemacht und viel über Fake News oder Urheberrechte gelernt.

Foto: Kai Kitschenberg / FUNKE Foto Services

Herne.  Das Smartcamp hat an den letzten drei Tagen Station am Herner Pestalozzi-Gymnasium gemacht. Es bietet Schülern Orientierung in der Medienwelt.

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Hefte raus, Klassenarbeit? Nein, im Herner Pestalozzi-Gymnasium hieß es in den vergangenen drei Tagen stattdessen: Tablet raus, Instagram-Story produzieren. Für die rund 80 Schüler der achten Klassen sah der Stundenplan statt Mathe und Deutsch die Teilnahme am „Smartcamp“ vor. Das Pilotprojekt soll die Schüler über Möglichkeiten, aber auch Fallstricke aufklären, die im Internet und gerade in den sozialen Medien lauern.

Die Achtklässler gehören zu den „digitalen Eingeborenen“, also zu jener Generation, die schon mit Internet, Smartphones und Sozialen Medien aufgewachsen ist. Das heißt aber längst nicht, dass sie sich in der digitalen Welt sicher bewegen. Beim Smartcamp erhielten sie mit einer Reihe von Workshops Orientierung im Dschungel der zahlreichen Plattformen.

Jugendliche erhalten Fähigkeiten, zwischen Wahrheit und Fake News zu unterscheiden

Entwickelt wurde das Smartcamp von der Bildungsinitiative BG 3000 aus Bonn, das Pestalozzi-Gymnasium ist eine von drei Schulen bundesweit, an der das Modell in Kooperation mit der Funke-Mediengruppe, zu der die WAZ gehört, Richtung Online-Journalismus weiterentwickelt worden ist. Dazu erklärt Ove Saffe, Geschäftsführer der Funke-Mediengruppe: „Unsere Journalistinnen und Journalisten sind bereits seit vielen Jahren in Schulen aktiv. Sie vermitteln den Jugendlichen unter anderem den Wert von Journalismus und trainieren sie in diverseren Projekten, mit geschultem Auge durch die Medienwelt zu navigieren. Wir freuen uns, jetzt gemeinsam mit der BG 3000 den Jugendlichen wichtige ‚Tools und Skills‘ an die Hand zu geben, um auch in den Sozialen Medien sicher zwischen Wahrheit und Fake News unterscheiden zu können.“

Lisanne (13), Jalina (13), Nicole (13) und Daniela (14) sind auf mehreren Plattformen unterwegs, um sich auszutauschen oder Bilder zu posten: Whatsapp,Instagram, TikTok und Snapchat. Die Frage nach Facebook verneinen alle. Offensichtlich ist das größte soziale Netzwerk weltweit für Jugendliche völlig uninteressant. Die Art, wie sie Nachrichten konsumieren, spiegelt die seit Jahren anhaltende Entwicklung wider. Daniela liest noch die WAZ, auch das Radio spielt eine gewisse Rolle, doch ihre Neuigkeiten beziehen die Mädchen unter anderem von der Plattform Snapchat.

Manche Jugendliche haben bis zu vier Konten auf Instagram

Das Smartcamp habe sie schlauer gemacht, sagen sie. Jetzt wissen sie, dass sie vorsichtig sein müssen, wenn sie Posts bekommen, die die Aufforderung „Teilen, Teilen“ enthalten. Und wenn die Anzahl der Personen, die dem Absender folgen, bei Null liegt, kann etwas nicht stimmen. Und wenn sie künftig auf Instagram ein Foto posten, wissen sie, worauf sie achten müssen, um nicht gegen Datenschutz oder Urheberrechte zu verstoßen.

Mit den Sozialen Medien vermischten sich immer stärker Medien und freie Meinung, so Workshopleiterin Irina Engelke. Die Sozialen Medien hätten die Macht, Jugendliche zu beeinflussen. „Kinder trauen allem, was sie lesen.“ Man müsse ihnen klar machen, dass sie mit ihren Posts auch das eigene Umfeld beeinflussen können. Engelke berichtet davon, dass manche Jugendliche bis zu vier Konten auf Instagram haben und dort posten.

Volker Gößling, Schulleiter des Pestalozzi-Gymnasiums, freut sich, dass das Smartcamp nach 2017 erneut an seiner Schule Station macht. „Es gibt bestimmte Dinge, die können andere Leute besser transportieren als wir Lehrer“, sagt er. Das Smartcamp sei eingebettet in ein großes Konzept. So gebe es drei Veranstaltungen für Eltern, denn auch ihnen müsse Medienkompetenz beigebracht werden. Den richtigen Umgang mit Instagram & Co. könne man Kindern nur in Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule vermitteln.

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