Schwimmabzeichen

Seepferdchen und Co: Schwimmprüfungen sind jetzt schwieriger

Das Seepferdchen-Abzeichen ist bei den Kindern sehr beliebt. Doch dafür - wie auch für die anderen Abzeichen - wurde die Prüfungsordnung geändert.

Das Seepferdchen-Abzeichen ist bei den Kindern sehr beliebt. Doch dafür - wie auch für die anderen Abzeichen - wurde die Prüfungsordnung geändert.

Foto: Gerd Hermann / FUNKE Foto Services

Herne.  Für Schwimmabzeichen gilt seit Jahresanfang eine neue Prüfungsordnung – mit höheren Anforderungen. Die DLRG begrüßt das und erklärt, warum.

Für Kinder ist es das Größte, wenn sie endlich ihr orangefarbenes Seepferdchen-Abzeichen in den Händen halten. Doch das ist seit dem 1. Januar schwieriger geworden. Die neue Prüfungsordnung stellt höhere Ansprüche, was Kinder leisten müssen, wenn sie etwa Seepferdchen, Bronze oder Silber-Abzeichen machen. So manches Kind – nicht nur in Herne – muss nun länger üben.

Und das ist in Herne gar nicht immer so einfach. „Wir haben Wartelisten für die Schwimmkurse in Wanne-Eickel“, sagt Uwe Mohns, Leiter Schwimmen und Rettungsschwimmen bei der DLRG in der Ortsgruppe Wanne-Eickel. Rund 50 Ausbilder gäben pro Woche mehr als 30 Schwimmkurse. „Die sind gnadenlos voll, und uns wurden noch Wasserflächen weggenommen.“

Dass die Kinder nun mehr leisten müssen für ihr Abzeichen, befürwortet Mohns dennoch. „Das wurde höchste Zeit. In meinen Augen sind die Anforderungen mehr als gerecht.“

Kinder müssen für das Seepferdchen die Baderegeln kennen

Für das Seepferdchen-Abzeichen müssen Kinder seit dem 1. Januar 2020 nach einem Sprung vom Beckenrand 25 Meter schwimmen in einer Schwimmart in Bauch- oder Rückenlage (Grobform, während des Schwimmens in Bauchlage erkennbar ins Wasser ausatmen) – heißt es in der Prüfungsordnung.

„Früher sind Kinder zu uns gekommen, die konnten sich 25 Meter irgendwie über Wasser halten“, sagt Mohns. „Das bringt natürlich nichts.“ Nun müsse eine Schwimmform zumindest grob erkennbar sein. Zudem ist es neben dem Tauchen nach einem Ring aus schultertiefem Wasser nun auch schon für die zum Teil sehr kleinen Kinder nötig, die Baderegeln zu kennen.

Rund 60 Prozent der Zehnjährigen sind laut DLRG keine sicheren Schwimmer. Als sicherer Schwimmer wurde dabei bezeichnet, wer das bisherige Jugendschwimmabzeichen Bronze erfüllt. Dafür reicht es ab sofort aber nicht mehr, 400 Meter Brustschwimmen in 15 Minuten zu können.

Fürs Bronze-Abzeichen wird auch Rückenschwimmen gefordert

Seit Januar müssen Kinder oder Erwachsene für das Bronze-Abzeichen nach einem Sprung kopfwärts vom Beckenrand insgesamt 15 Minuten schwimmen. „In dieser Zeit sind mindestens 200 Meter zurückzulegen, davon 150 Meter in Bauch- oder Rückenlage in einer erkennbaren Schwimmart und 50 Meter in der anderen Körperlage. Der Wechsel der Körperlage muss während des Schwimmens auf der Schwimmbahn ohne Festhalten erfolgen“, heißt es in der Prüfungsordnung.

„Ich finde es nicht schlecht, dass sie für Bronze zwei Lagen können müssen“, sagt Dirk Bielefeld, DLRG-Bezirksleiter Herne/Wanne-Eickel, der die neue Prüfungsordnung ebenfalls befürwortet. Die Gefahr, dass Schwimmkurse in Herne durch die verschärften Regeln nun noch überlaufener seien, da die Kinder länger brauchen, bis sie das Abzeichen schaffen, sieht er nicht. „Manche Kinder schaffen es schnell, andere brauchen länger“, sagt er. Das habe nichts mit der neuen Ordnung zu tun.

„Wenn jemand nicht die Grundschwimmarten Brust, Rücken und Kraul beherrscht, ist das für mich kein guter Schwimmer“, sagt auch Uwe Mohns. „Die Bedingungen für Bronze waren bisher zu laff“, sagt er. Denn: „Sobald die Kinder Bronze haben, denken die Eltern oft, sie können die Kinder aus den Augen lassen“, so die Erfahrung des Rettungsschwimmers. Aber das sei trügerisch.

Bei Silberabzeichen 20 Minuten für 400 Meter

Dass Kinder nun für Bronze 15 Minuten durchgehend schwimmen müssen und nur zum Wenden den Rand berühren dürfen, findet Mohns deshalb gut. Auch beim Silber-Abzeichen müssen nun 20 Minuten durchgehend ohne längere Pause am Rand geschwommen werden und in der Zeit 400 Meter zurückgelegt werden – bisher standen dafür 25 Minuten zur Verfügung.

Zwar hätten sich bei ihm auch schon Eltern wegen der strengeren Prüfungsvorgaben beschwert, insgesamt reagierten sie aber eher mit Verständnis. „Eltern möchten, dass die Kinder möglichst schnell und mit möglichst wenig Aufwand ihre Abzeichen kriegen“, beobachtet Mohns. Das berge aber die Gefahr, dass die Kinder dann noch gar nicht richtig schwimmen können.

Ausführliche Informationen zu jedem Schwimmabzeichen finden Sie auch hier: https://www.dlrg.de/informieren/ausbildung/schwimmabzeichen/

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben