Fotografie

Retrospektive erinnert an den Fotografen Wolfgang Quickels

Den Arbeitskampf auf der Zeche Ewald in Herten hat Wolfgang Quickels als Fotoredakteur in der Stadt dokumentiert. dazu entstand auch ein Buch.

Den Arbeitskampf auf der Zeche Ewald in Herten hat Wolfgang Quickels als Fotoredakteur in der Stadt dokumentiert. dazu entstand auch ein Buch.

Foto: Wolfgang Quickels

Herne.  Als Wolfgang Quickels 2014 starb, hinterließ er ein umfangreiches Fotoarchiv. 160 Bilder zeigen jetzt das Heimatmuseum und die VHS-Galerie.

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Als Fotoredakteur hat Wolfgang Quickels für die WAZ ein paar Jahre lang das lokale Geschehen in Herne begleitet. Viel länger war er in Herten, wo er unter anderem den Niedergang der Zeche Ewald dokumentierte. Wie sehr der Journalist auch Fotokünstler war, belegt die erste Retrospektive seiner Fotografie nach seinem Tod vor fünf Jahren. Sie würdigt das vielseitige Schaffen von Wolfgang Quickels, dessen fotografisches Know-how sich mit einem Gespür für gute Geschichten verband. Die Ausstellung wird am Freitag, 15. November, im Haus am Grünen Ring und im Heimatmuseum eröffnet.

Farbe in der Volkshochschule, Schwarz-Weiß im Heimatmuseum

Dass in beiden Häusern nun rund 160 Fotos gezeigt werden können, ist mehreren Umständen zu verdanken. Sowohl Angelika Mertmann von der Volkshochschule Wanne Eickel als auch Ralf Piorr vom Heimatmuseum hatten den Wunsch, Fotos von Wolfgang Quickels auszustellen. Bei Carola Quickels, seiner Frau, liefen sie offene Türen ein. Doch vorher galt es, den Wust an Fotos zu sichten, den der Verstorbene hinterlassen hatte. Das übernahm sein Neffe Jakob Terlau. Nachdem alles auf eine Festplatte gepackt war, traf Wolfgang Berke eine Vorauswahl, ein Freund des Fotografen und Co-Autor des Buches „Auf Crange“.

Aus dem immer noch umfangreichen Material durfte sich dann Angelika Mertmann bedienen. Sie hat für die VHS-Galerie 92 Farbfotos ausgesucht und nach Themen angeordnet. „Allein für die Friedhöfe hatte ich 240 Bilder zur Auswahl.“ Die Fotoserie entstand während vieler Spaziergänge über Berliner Friedhöfe, die - fast menschenleer - mit Details wie verwitterten Skulpturen, Gießkannen und einem Schild „Bitte Tür schließen. Wildschweingefahr“ Geschichten erzählen. Gleich nebenan zeigt die Serie „Events“ in gleißendem Scheinwerferlicht unter anderem Udo Lindenberg und den verstorbenen Herner Künstler Peter Grzan.

Industrielandschaften als bevorzugtes Sujet

Die Qual der Wahl hatte Angelika Mertmann auch bei den Industrielandschaften, ein bevorzugtes Themenfeld des Fotografen. Ihr Lieblingsbild: ein Plakat mit Schauspieler Anthony Hopkins auf einer Litfaßsäule in einer tristen Ruhrgebietssiedlung. Oft leben diese Fotos von kontrastierenden Elementen wie einer bröckelnden Mauer vor einem Gasometer oder Schilf im Schnee vor einer Industriekulisse. Beeindruckend findet Angelika Mertmann den künstlerischen Blick des Fotografen. Er habe ein Auge für Licht und Farbe, Linien und Strukturen gehabt, was sich für sie bei den Ansichten der (noch nicht aufgeschütteten) Halde Hoheward zeigt, aber auch bei den Detailaufnahmen aus verlassenen Industrieanlagen. Es habe ihr viel Freude gemacht, den Fundus anzuschauen, sagt sie, „ich freue mich riesig, die Fotos hier zeigen zu können“. Zwei Vitrinen mit Fotobüchern ergänzen die Bilder.

Schwarz-Weiß-Aufnahmen im Heimatmuseum

Ralf Piorr hat sich unterdessen Negative und Prints vom Quickelsschen Dachboden mit nach Hause genommen, Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus den 80er- und 90er-Jahren. Sie sind teilweise in der WAZ erschienen, über das tagesaktuelle Foto hinaus hat Wolfgang Quickels als Reporter, aber auch etwa die Punks im Brockenhaus 1983/84 oder das Sterben des Bergbaus fotografiert. Piorr: „Wolfgang Quickels hat die Veränderung des Ruhrgebiets miterlebt. Er hatte ein Gespür dafür, was die Region für die Menschen bedeutet.“ Im Heimatmuseum werden seine Originalprints ausgestellt.

Eröffnung am Freitag

Eröffnung ist am Freitag, 15. November: um 18 Uhr in der VHS-Galerie, Wilhelmstraße 37 (mit dem Journalisten Gregor Spohr und dem Musiker Eckard Koltermann). Ein Shuttlebus fährt dann zum Heimatmuseum, Unser-Fritz-Straße 108, wo um 19.15 Uhr Oliver Doetzer-Berweger die Ausstellung eröffnet.

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