Wohnen

Mieter der LEG frieren bei 14 Grad Celsius in Herner Wohnung

Frieren im Wohnzimmer: v.li. Gökan Yildiz, Fatma Kilic, Berna Yildiz, Merve Kilic und Markus Tepper.

Frieren im Wohnzimmer: v.li. Gökan Yildiz, Fatma Kilic, Berna Yildiz, Merve Kilic und Markus Tepper.

Foto: Rainer Raffalski

Herne.   In zwei Mehrfamilienhäusern der Wohnungskonzerns LEG an der Emscherstraße in Wanne funktioniert seit zwei Wochen die Heizung nicht richtig.

„Das ist der blanke Horror“, sagt Markus Tepper (42). Er sitzt auf der Couch im Wohnzimmer seiner Nachbarn, die ebenfalls auf die LEG schimpfen. „Seit zwei Wochen funktioniert die Heizung nicht richtig, wir wissen nicht, was wir machen sollen“, erklärt Fatma Kilic (25).

Zwölf Mietparteien in Mehrfamilienhäusern älterer Bauart an der Emscherstraße in Wanne haben die Zitterpartie satt. Es seien seit der Störung zwar mehrmals Techniker von Firmen gekommen, um den Schaden zu beheben, aber getan habe sich so gut wie gar nichts. Manchmal seien die Heizkörper lauwarm, aber vor allem nachts und bei niedrigen Außentemperaturen sei der Kessel im Keller wohl überfordert. „Als es in den vergangenen Tagen knackig kalt war, da haben wir und andere Mitbewohner nur 14 Grad in der Wohnung gemessen“, kritisiert Tepper. Eine ältere Nachbarin sei bereits zu ihrer Schwester gezogen, und: „Hier wohnt ein neun Monate altes Baby, das braucht doch Wärme.“

Technikern fehle der Durchblick

Er selbst müsse als Geld- und Werttransporteur morgens ganz früh aus den Federn, Duschen sei seit zwei Wochen nicht mehr möglich. „Zurzeit mache ich mir zehn Liter Wasser auf dem Herd warm und gieße es dann in die Badewanne, damit ich mich waschen kann“, berichtet er.

Die zahlreichen Techniker hätten alle etwas anderes erzählt, „denen fehlt der Durchblick“, sagt Fatma Kilic. Inzwischen hat der Wohnungskonzern zwar Elektro-Heizgeräte gestellt, die Mieter fragen sich allerdings: „Wer zahlt am Ende die Stromkosten? Die LEG hat zwar gesagt, wir sollten unsere Zählerstände angeben, aber ob die am Ende wirklich alles korrekt abrechnet, das glaube ich nicht“, sagt Tepper.

Auf Anfrage der WAZ reagiert die LEG und gibt eine schriftliche Stellungnahme ab. Mischa Lenz vom Bereich Unternehmenskommunikation erklärt darin: „Es ist richtig, dass die Heizungsanlage in der Emscher Straße 105 und 107 in Herne ausgefallen ist.“ Die Meldung liege der LEG aber erst seit Sonntag vor. „Leider war es den Monteuren bislang – auch nach mehrmaligen Vor-Ort-Terminen – nicht möglich, die Ursache für den Ausfall zu ermitteln. Besonders ärgerlich ist, dass es sich um eine gerade erst neu eingebaute Anlage handelt, die unseren Mietern einen besseren Heizkomfort bieten sollte.“ Für Mittwoch habe die LEG einen Termin mit dem Werkskundendienst der Herstellerfirma vereinbart. „Wir hoffen, dass dann der Fehler nicht nur ermittelt, sondern auch abgestellt werden kann“, heißt es in dem Schreiben.

Bis zum späten Mittwochnachmittag ist aber von den Mietern in den beiden Häusern kein Werkskundendienst gesehen worden. Das Frieren ging weiter.

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