Amtsgericht Wanne

Kinderpornografie: Herner kommt mit Bewährung davon

Ort der Verhandlung: das Amtsgericht in Wanne.

Ort der Verhandlung: das Amtsgericht in Wanne.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Weil ein Vorbestrafter mit seinem Handy Kinderpornografie verschickt hat, stand er vor dem Amtsgericht Wanne. Deshalb kam er mit Bewährung davon.

Das Wanner Amtsgericht hat einen Herner (65) zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt, weil er im Besitz von Kinderpornografie war und diese auch verbreitet hat.

Der Angeklagte war bereits 2013 wegen schwerem sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und neun Monaten verurteilt worden, die er komplett verbüßte. Seit seiner Entlassung wird er von einer Bewährungshelferin betreut, nimmt an einer Therapie teil und muss sich an Auflagen halten. So darf er nicht am Fenster sitzen, wenn Kinder nachmittags aus der Schule kommen.

Praktisch selber angezeigt

Ende 2018 habe der Angeklagte dann auf seinem Smartphone mit einer anderen Person aus Süddeutschland Fotos und ein Video mit kinderpornografischem Inhalt ausgetauscht, hieß es am Dienstag vor dem Schöffengericht. Dies hat er auch seiner Bewährungshelferin mitgeteilt – und sich somit praktisch selbst angezeigt. Der Bewährungshelferin zufolge sei dem Angeklagten nicht immer klar, was eine Straftat ist und was nicht. Auch in der Therapie müsse ihm alles in sehr einfacher Sprache erklärt werden.

Nun besitzt er ein „Seniorenhandy“

Das Gericht begründete das Urteil auf Bewährung mit mildernden Umständen. So habe der Angeklagte seine Straftat selber gemeldet und über die Verteidigererklärung voll umfänglich eingeräumt. Während der Verhandlung habe er Reue gezeigt, mehrfach geweint. Zudem arbeite der 65-Jährige kooperativ mit Bewährungshelferin, Polizei und Therapeuten zusammen. Das besagte Smartphone habe er widerstandslos der Polizei übergeben und besitze jetzt nur noch ein „Seniorenhandy“. Darüber hinaus sei er schwer krank, so dass der Antritt einer Haftstrafe eventuell gar nicht möglich sei.

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