Urban Art Festival

Infusion #10 im Herner Bahnhof: Preis für „Graffzilla“

Die Graffiti-Ausstellung „Infusion #10“ beim Urban Art Festival im Alten Wartesaal.

Die Graffiti-Ausstellung „Infusion #10“ beim Urban Art Festival im Alten Wartesaal.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Herne.  Das Urban Art Festival ist vorbei, zum Abschluss gab’s Graffiti im Alten Wartesaal. Die zehn Arbeiten sind noch bis zum 30. November zu sehen.

Nicht alles was glänzt, ist Gold, und nicht jede Schmiererei an innerstädtischen Mauerwänden ist Kunst. Man mag brüskiert sein über die Aneignung öffentliche Fassaden als persönliche Leinwand, doch prägt Graffiti seit Jahrzehnten das urbane Straßenbild und zog jetzt beim Urban Art Festival wieder in den alten Wartesaal im Herne Bahnhof ein.

Jury bewertet zehn Kunstwerke

Für die Infusion #10 hängen sich die Werke von zehn Künstlern und Künstlerkollektiven aus ganz Deutschland gegenüber und buhlen um die Gunst der dreiköpfigen Jury. Attribute wie Kreativität, Farbgebrauch und Technik oder Farbwirkung galt es zu bewerten, erzählt der unter seinem Künstlernamen „Babak One“ auserkorene Szenekenner und Juror. Dabei habe die Jury den Entstehungsprozess nicht begleitet und die Werke erst dann sehen können, als die Ausstellung eröffnete.

Das Interesse an der Straßenkunst auf Leinwand ist an diesem Sonntagnachmittag groß, und so wuseln viele junge Leute mit Basecaps und Sneakers durch die Halle, reden über die Kunst und trinken Cola aus der Flasche. Im Eingangsbereich des Bahnhofs scheppern Beats von dem Plattenteller aus den Boxen und machen so auch Szenefremde auf die Ausstellung aufmerksam, die sich gerne fünf Minuten nehmen, um zu schauen, was da los ist. https://www.waz.de/staedte/herne-wanne-eickel/urban-art-festival-in-herne-startet-fulminant-mit-tanzsolo-id227592953.html

Beitrag aus Herne zeigt S2

Natürlich ist auch ein Beitrag aus Herne vertreten, der die vollgesprühte S2 zeigt, wie sie über die Dächer eines heruntergekommenen Stadtteils in Grau- und Beigetönen fährt. Alle Werke seien dabei extra für die Ausstellung produziert worden, wobei einige Künstler direkt vor Ort malten. Anderen schickte man die Leinwand zu, wie etwa dem Kollektiv aus Leipzig, welches den dritten Platz einfuhr, erzählt Mitorganisator Ede Schnappo.

Silber gab es für Essen und der erste Platz sollte an das Motiv aus Köln gehen. Angelehnt an das Cover eines Marvel-Comics, zeigt es einen Godzilla-Verschnitt, der gegen einen Roboter kämpft. Die Bilder sollen versteigert werden. Der Erlös soll der antifaschistischen Zeitschrift „Lotta“ zukommen.

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