Freizeit

Herz des Herners schlägt seit Jahrzehnten für das Sauerland

Das Buch über den Hordeler SGV hat Wolfgang Haarmann geschrieben. Der Autor feiert jetzt die Vollendung seines 90. Lebensjahres.

Das Buch über den Hordeler SGV hat Wolfgang Haarmann geschrieben. Der Autor feiert jetzt die Vollendung seines 90. Lebensjahres.

Foto: Rainer Raffalski

Herne.   Der Eickeler Wolfgang Haarmann fand schon in der Jugend zum SGV. Dem Verein blieb er besonders verbunden. Nun wird der Jubilar 90 Jahre alt.

Von seiner Eickeler Wohnung aus sind es Luftlinie nur ein paar hundert Meter bis Wolfgang Haarmann zu dem Ort gelangt, zu dem es ihn seit der Jugend immer wieder hinzieht: die Hütte, die der Hordeler Abteilung des Sauerländischen Gebirgsvereins gehört. Mit dem Heim und dem Verein fühlt er sich eng verbunden und hat vor Jahren bereits ein Buch über die SGV-Geschichte veröffentlicht. Am Freitag feiert der gebürtige Bochumer die Vollendung seines 90. Lebensjahres.

Im Stadtteil Hamme zur Welt gekommen zog die Familie schon bald nach Hordel. Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ging „und es wieder so etwas wie gesellschaftliches Leben gab“, suchte auch er nach passenden Vereinen oder Gruppen. Der SGV bot schon bald ein „vielseitiges Programm an“, das ihn als Jugendlicher ansprach.

Engagement für das Vereinsheim

Neben den Wanderungen am Wochenende durch die freie Natur wurden ein Orchester für Mandolinen, Gitarren sowie weitere Zupfinstrumente und auch eine Laienspielschar gegründet. Auf der Bühne hat Wolfgang Haarmann gerne gestanden, Freude bereitete ihm auch stets das Gitarrenspiel, das er aber wegen einer Verletzung der Hand aufgeben musste. In den 60er Jahren gehörte er über längere Zeit auch dem Vorstand an. Damals, da hatte der Hordeler SGV noch 1000 Mitglieder, inzwischen ist die Zahl auf ein Viertel zurückgegangen. Mit dabei gehören im Übrigen auch Wanderfreunde aus Wanne-Eickel dazu, weil sich die Abteilung dort aufgelöst hat.

Aus Begeisterung entstand SGV-Buch

Obwohl der Jubilar schon seit gut zwei Jahrzehnten in Eickel lebt, ist er seinem Heimatverein stets treu geblieben, hat dort viele Freunde und Bekannte. Der gelernte Speditionskaufmann, der die längste Zeit seines Berufslebens für einen deutschen Mineralölkonzern gearbeitet hat, kümmerte sich auch darum, wenn es im oder am SGV-Heim etwas zu tun gab. 1933 gebaut, wurde es in den nachfolgenden Jahrzehnten mehrfach erweitert, vergrößert und „auch verschönert“. Als „Juwel“ bezeichnet er die Siedlung, die gleich nebenan liegt.

Es handelt sich um die Kolonie Dahlhauser Heide, Anfang des 20. Jahrhunderts von der Familie Krupp als Bergarbeitersiedlung gebaut. Seit 1975 steht sie unter Denkmalschutz. So waren es denn auch Bergleute, die 1921 den „Wander- und Mandolinenclub Frisch auf“ gründeten, Keimzelle für den späteren SGV. Es sollte eine enge Verbindung bleiben zu den Kumpeln auf den Zechen Hannover, Hannibal und Carolinenglück, wie es auch Haarmann in seinem Buch beschreibt. Er erinnert daran, dass sich die Bergmänner in ihren Uniformen an Festumzügen des SGV beteiligten und auf Transparenten zu lesen stand: „Bergleute, Techniker, Leute vom Bau – alle wandern im SGV“.

Die freie Natur genießen, sich auf Wegen durch Wälder, Fluren und Auen zu bewegen, hat Wolfgang Haarmann als junger Mensch fasziniert und „das ist auch heute noch so“. Der SGV habe sich schon für den Naturschutz eingesetzt, als davon noch gar nicht die Rede war. Aus Begeisterung für den Verein hat er sich dann entschlossen, ein Buch zu schreiben. Eine große Zahl an Gesprächen hat er geführt, Bilder und Dokumente gesammelt, um schließlich den fast 250-seitigen Band „Der Wanderclub Frischauf“ und sein Entstehen“ fertigstellen zu können.

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