Vertragsunterzeichnung

Herner Städte-Ehe mit Luzhou wird in Berlin geschlossen

Fünf Millionen Einwohner hat Luzhou in der chinesischen  Provinz Sichuan. Im  Mai sollen die Partnerschaftsverträge mit der  Metropole unterzeichnet werden.   

Fünf Millionen Einwohner hat Luzhou in der chinesischen Provinz Sichuan. Im Mai sollen die Partnerschaftsverträge mit der Metropole unterzeichnet werden.  

Foto: Stadt Herne

Herne.   Herne schließt im Mai in Berlin mit Luzhou/China den Vertrag über die Städtepartnerschaft. Mit dabei: Vertreter von Bundes- und Landesregierung.

Der Rahmen für die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen Herne und der Millionenstadt Luzhou in China steht: Der Festakt soll am 22. Mai in Berlin stattfinden. Mit dabei sind auch Vertreter der Bundes- und Landesregierung, sagt Oberbürgermeister Frank Dudda zur WAZ.

Die Chinesen, so der OB, reisen mit einer großen Delegation an. An der Spitze stehe der KP-Sekretär der 90 Millionen Einwohner-Provinz Sichuan, in der Luzhou liegt. Der KP-Chef, vergleichbar mit dem Rang eines deutschen Ministerpräsidenten, erwarte in Deutschland ein Protokoll mit Empfang in der Hauptstadt und einer Begleitung durch Bundes- und Landesregierung. Damit kann Dudda gut leben: „Ich bin für diese Aufmerksamkeit dankbar.“ Nach Herne kämen die neuen Partner noch früh genug.

Großer Festakt im Grand Hyatt geplant

Eingebettet werden soll die Vertragsunterzeichnung, die im noblen Grand Hyatt-Hotel stattfinden soll, in eine „Roadshow“, bei der sich die Provinz Sichuan in Deutschland vor Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verbänden vorstellt. Unterzeichnet werden soll an diesem Tag auch eine Zusammenarbeit zwischen Ruhr Valley, der Herner Forschungseinrichtung für die Förderung von Innovationen, und dem High-Tec-Zentrum Luzhou. Ziel sei ein Austausch bei der Entwicklung neuer Energiesysteme und der E-Mobilität, so der OB.

Der Weg zur Unterzeichnung war lang. Zunächst musste sich Herne bei den Chinesen einem „Prüfverfahren“ unterziehen, nach dem Ja der Staatsregierung in Peking wurde vor einem Jahr zunächst eine Freundschaftsvereinbarung unterzeichnet. Nun folgt, als letzter Schritt, der Vertrag über die Städtepartnerschaft; er ist zunächst auf fünf Jahre begrenzt.

Die Städtepartnerschaft sei eine Auszeichnung. Damit trete Herne den Beweis an, dass die Stadt international als leistungsfähig anerkannt wird. Eine Stadt, die sich auf Augenhöhe mit Luzhou, aber auch mit Besiktas (Türkei) oder Konin (Russland) bewege, zeige, dass sie in der Welt Gewicht habe. Rankings, so der OB mit einem Seitenhieb auf Statistiker, die Herne stets am Ende listen, bildeten so etwas gar nicht ab. Von der neuen Städte-Ehe verspricht er sich Impulse vor allem auf den Gebieten E-Mobilität, Medizin, Logistik und Algenforschung.

Das erwarten SPD und CDU von der Städte-Ehe

Auch die Vertreter der Ratsfraktionen reisen zum Festakt. SPD-Fraktionschef Udo Sobieski sieht die Städtepartnerschaft ob der kulturellen Unterschiede und der enormen Entfernung als „eine große Herausforderung“. Er begrüßt die Verbindung dennoch und hofft, dass es gelingt, „diese Partnerschaft in kultureller, sportlicher, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und technologischer Hinsicht mit Leben zu füllen.“

Ähnlich äußert sich CDU-Fraktionschefin Bettina Szelag. Sie fügt an, dass sie sich von der Verbindung „im Kleinen“ auch eine Völkerverständigung erhoffe. Die politische Situation in China sei alles andere als einfach. Vielleicht könne Herne durch Gespräche und Kooperationen kleine Veränderungen bei den Chinesen erreichen.

Partnerstädten winken Repräsentanz-Büros in Herne

Die Stadt will nach den Worten von OB Frank Dudda auch die Freundschaften zu Besiktas und Konin beleben. In beiden Städten arbeiten nun neue Oberbürgermeister. Hinzu komme: Auch der OB von Luzhou, der vor einem Jahr in Herne war, sei zum KP-Chef der Stadt aufgestiegen und nicht mehr im alten Amt. In Berlin werde er ihn aber treffen, ebenso dessen Nachfolger. Der OB setzt darauf, dass auch die Wirtschaftskooperation, die zuletzt zwischen Herne, Konin und Besiktas unterzeichnet wurde, Bestand hat und sogar noch ausgebaut wird.

Intensiviert werden könnten die Städte-Ehen auch durch Partnerschaftsbüros in Herne: Der Besitzer des neuen Shamrockparks habe den Partnerstädten angeboten, Büros mit eigenem Personal im neuen Business Center auf dem ehemaligen RAG-Areal zu beziehen. Die Stadt habe dazu Delegationen für den 11. Juni (das Datum haben wir korrigiert, Red.) aus den Partnerstädten eingeladen. Offiziell eröffnet werden soll das Business-Center am 7. Mai.

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