Soziale Netzwerke

Herner Parteien erhalten Hass-Botschaften übers Internet

Die Vertreter der Herner Parteien haben längst Erfahrungen mit „Hate Speech“, also Hass-Botschaften und Anfeindungen im Internet, gemacht. Im Bild: Aktivisten der Nichtregierungsorganisation „Campact“, die sich gegen Hass-Botschaften aussprechen.

Die Vertreter der Herner Parteien haben längst Erfahrungen mit „Hate Speech“, also Hass-Botschaften und Anfeindungen im Internet, gemacht. Im Bild: Aktivisten der Nichtregierungsorganisation „Campact“, die sich gegen Hass-Botschaften aussprechen.

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Herne.  Vertreter von Herner Parteien spüren steigende Anfeindungen in Internet-Foren. Das sind die übelsten Hass-Botschaften, gestreut von Unbekannten.

Oberbürgermeister Frank Dudda plant eine Kampagne gegen Verrohung in der Gesellschaft. Bei den Parteien gibt es viel Zuspruch. Auch sie spüren steigende verbale Attacken.

Der OB hatte angekündigt, nach den Sommerferien unter anderem eine Meldestelle für Beleidigungen von Stadtmitarbeitern im Internet einzurichten. Beleidigungen sind auch den Herner Parteien nicht fremd.

Siehe Die Linke. „Unter dem Deckmantel ,Das wird man doch wohl noch sagen dürfen!’ trauen sich viele, bisher verschwiegenes Gedankengut öffentlich zu äußern“, sagt Fraktionsgeschäftsführer Daniel Kleibömer. Dies führe zur Abqualifizierung ganzer Menschengruppen. Im Bundestagswahlkampf 2017 habe es beispielsweise mehrere üble Kommentierungen gegeben, etwa diese: „Ihr gehört alle an die Wand gestellt“.

Sachbezogener Umgang bleibt auf der Strecke

So genannte Hate Speech kennt auch FDP-Chef Thomas Bloch. „Ich schlag dich kaputt du blöder Idiot, wenn du noch mal so eine Scheiße von dir gibst“ – so habe ein - natürlich anonymer - Internet-Nutzer eine Meinungsäußerung kommentiert. „Der Ton ist in der letzten Zeit rauer geworden“, kritisiert auch Bloch. Der höfliche und sachbezogene Umgang miteinander bleibt manchmal leider auf der Strecke - was aber zum Glück noch nicht die Regel geworden ist.

Die Union sei schon immer Objekt der Anfeindungen gewesen, sagt CDU-Kreisvorsitzender Timon Radicke. Aber er sagt auch: „Die Anfeindungen nehmen zu.“ Radicke fordert: „Ein bisschen Verständnis und vor allem auch Respekt für das kommunale Ehrenamt täte da schon gut.“

Anfeindungen gegen Ehrenamtliche

Nicht nur die SPD erlebe Anfeindungen, sagt Hernes SPD-Chef Alexander Vogt, sondern auch viele Menschen, die sich in der Gesellschaft ehrenamtlich engagierten. Dies betreffe Helfer in Kirchengemeinden genauso wie Fußballschiedsrichter oder eben Kommunalpolitiker. „Die Diskussionskultur hat sich im Netz verändert“, sagt Vogt. Und betont: Bei Diskussionen müsse es um die Sache gehen – „persönliche Herabwürdigungen und Beleidigungen gehören nicht dazu.“

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