Immobilienkonferenz

Herner Immobilienkonferenz nimmt neue Ziele ins Visier

Mehr als 300 Teilnehmer hatten sich für die Immobilienkonferenz Ruhr angemeldet.

Mehr als 300 Teilnehmer hatten sich für die Immobilienkonferenz Ruhr angemeldet.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Herne.  In den Flottmann-Hallen hat die sechste Auflage der Immobilienkonferenz Ruhr stattgefunden. Dabei kündigte der Veranstalter neue Formate an.

Von alten Ruhrgebietsklischees war viel die Rede bei der Immobilienkonferenz Ruhr. Mehr als 300 Vertreter der Immobilienwirtschaft aus ganz Deutschland trafen am Donnerstag in den Flottmann-Hallen zu zahlreichen Vorträgen und Foren. Bei der sechsten Auflage wurde eine alte Forderung erneuert, außerdem gibt es ambitionierte Pläne für die Zukunft.

Dirk Leutbecher, Erfinder und gemeinsam mit der Herner Wirtschaftsförderungsgesellschaft Veranstalter der Immobilienkonferenz Ruhr, möchte bis spätestens 2021 eine Veranstaltung wie die ExpoReal im Ruhrgebiet etablieren. Zur Erklärung: Diese Messe, die jährlich im Oktober in München stattfindet, ist bundesweit der wichtigste Branchentreff. Leutbecher nimmt damit eine Idee der Ruhrgebiets-IHKs auf. Der Arbeitstitel laute bislang „Ruhr Convention“, verkündete Leutbecher den Teilnehmern der Herner Konferenz. Erste Interessenten für die Realisierung gebe es bereits. Mit dieser Veranstaltung will Leutbecher mehr Aufmerksamkeit auf das Ruhrgebiet lenken. Herne dürfte angesichts fehlender Messehallen nicht als Veranstaltungsort in Frage kommen.

Leitmotiv „Image, Image, Image"

Ergänzend zum Leitmotiv „Lage, Lage Lage“ der Immobilien-Branche müsse es das Leitmotiv „Image, Image, Image“ geben. In den vergangenen Wochen und Monaten hätten verschiedene Studien und die Berichterstattung darüber das Ruhrgebiet in ein schlechtes Licht gerückt. So hatte die „Welt“ davon geschrieben, dass das Ruhrgebiet das neue Armenhaus der Republik sei - genau wie sie es schon 2011 getan hatte.

Ein weiteres Vorhaben: Die Immobilienkonferenz möchte zur ersten Direktwahl des Ruhrparlaments mehrere Wahlarenen mit den Kandidaten veranstalten. Und Leutbecher erneuerte eine Forderung, die Stadtkämmerer Hans Werner Klee bei der Premiere der Immobilienkonferenz aufgestellt hatte: die Gewerbesteuern im Ruhrgebiet in einen Topf zu packen und dann an die Städte zu verteilen. So könne der Wettbewerb der Städte um Neuansiedlungen entschärft werden. Dazu gehöre aber auch eine Entschuldung der Städte.

OB: Wer Entwicklungspotenzial sucht, muss ins Ruhrgebiet kommen

Bereits zuvor hatte Hernes Oberbürgermeister Frank Dudda für das Ruhrgebiet geworben. Früher hätte man sich bei den Konferenzgästen vielleicht dafür bedankt, dass sie gekommen sind, inzwischen sei es ein Fehler, wenn man nicht zu so einer Veranstaltung komme. Wer Entwicklungspotenzial suche, müsse ins Ruhrgebiet kommen. Das müsse man sich anschauen statt es sich anzulesen, weil in den Berichterstattungen ein falsches Bild transportiert werde. Dudda: „Die Vorzeichen haben sich dramatisch geändert.“ Um das richtige Bild zu transportieren, hatten schon am Mittwoch Ruhrgebiets-OBs mit Investoren eine Tour de Ruhr unternommen.

Dudda machte mit einer Zahl anschaulich, was er damit meint: In den vergangenen Jahren seien in Herne rund zwei Milliarden Euro investiert worden. „Und wir schaffen wesentlich mehr“, so Dudda. Die besten Flächen kämen jetzt erst auf den Markt. Und mit Blick auf eine Studie, die feststellt, dass das Ruhrgebiet seine Studenten nicht in der Region halten könne, rief Dudda den Teilnehmern zu, dass Herne Forschungskerne nach Herne hole. „Wir wollen eine Weltfabrik des Wissens werden. Wir definieren uns als globales Dorf.“ Selbstverständlich gebe es verschiedene Probleme, dennoch zeigte sich Dudda überzeugt, dass sich Herne gut entwickeln werde.

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