Ausbildung

Herner Arbeitsagentur bietet Berufsorientierung im 3D-Format

Mit VR-Brillen können Ausbildungs- oder Arbeitsuchende bei der Arbeitsagentur in Bochum 70 Berufe hautnah erleben.

Mit VR-Brillen können Ausbildungs- oder Arbeitsuchende bei der Arbeitsagentur in Bochum 70 Berufe hautnah erleben.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Herne.  Die Agentur für Arbeit bietet ein neues Instrument bei der Berufsorientierung. Mit Hilfe von VR-Brillen kann man 70 Berufsbilder hautnah erleben.

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Die Digitalisierung durchdringt auch die Berufsorientierung immer stärker. Die Agentur für Arbeit hat am Donnerstag VR-Brillen vorgestellt, mit denen Jugendliche, aber auch Erwachsene hautnah erleben können.

Den Begriff VR-Brillen muss man erklären: Setzt man sie auf, begibt man sich in die virtuelle Realität. Das heißt: Egal, wo der Betrachter hinschaut, er bekommt den Eindruck, an einem anderen Ort zu sein. Es ist ein 360-Grad-Erlebnis, in das man eintauchen kann.

Plötzlich steht man an Deck eines Containerschiffes

Und diese Technik, die inzwischen auch in zahlreichen anderen Bereichen eingesetzt wird, nutzt die Bochumer Agentur - die auch für Herne zuständig ist - als eine der ersten bundesweit. Der Nutzer kann mittlerweile aus 70 verschiedenen Berufen auswählen und erleben, was sich hinter dem jeweiligen Beruf tatsächlich verbirgt.

Die Palette ist bunt. Vom Bankkaufmann über Drogist und Pflegefachkraft bis zum Industriemechaniker und Zerspanungsmechaniker. Der Mehrwert der virtuellen Berufsinformation erschließt sich beim Besuch eines Schiffsmechanikers. Plötzlich steht man mit ihm auf einem Containerschiff und die Mitarbeiter zeigen dem Besucher verschiedenen Arbeitsbereiche über und unter Deck. Der Eindruck des Schiffsbesuch ist so real, dass Nutzer, die Probleme mit der Höhe haben, sich bei der Nutzung der Brille setzen sollten.

Mit der Nutzung der Brille - bei der Agentur an der Universitätsstraße 66 in Bochum - öffnen sich Türen zu Arbeitswelten, die ansonsten verschlossen bleiben oder nicht erreichbar sind - der Besuch auf einem Containerschiff ist in aller Regel nicht möglich. Die Zahl der Berufe, die virtuell vorgestellt werden, soll weiter steigen.

VR-Brillen können Impuls sein, sich früher mit dem Thema Ausbildung zu beschäftigen

Agentur-Geschäftsführer Frank Neukirchen-Füsers, ist begeistert von der Technik. „Das ist Berufsorientierung zum Anfassen. Es fällt leichter, sich für einen bestimmten Beruf zu begeistern, wenn man sich eine konkrete Vorstellung machen kann. Mit der Nutzung der VR-Brillen gibt es eine zusätzliche Option.“

Gerade mit Blick auf Jugendliche könnten die VR-Brillen ein Impuls sein, um sich früher als bislang mit dem Thema Ausbildung zu beschäftigen. Die Erfahrung offenbare, dass Schüler dieses Thema häufig aufschieben. Daneben weitet es sprichwörtlich den Blick. Zur Erinnerung: In den Top Ten der beliebtesten Ausbildungsberufe finden sich seit Jahren „die üblichen Verdächtigen“. Wer hautnah etwas anderes kennenlernt, orientiert sich vielleicht neu.

Neues Instrument soll auch Erwachsenen helfen, die sich beruflich neu orientieren

Mit den VR-Brillen rückt die Agentur auch ein Stück weit ab von Faltblättern und Broschüren, bei denen die Information relativ abstrakt bleibt. Sie nutzt schon seit einiger Zeit die Möglichkeiten der Digitalisierung. Vor einigen Jahren konnten Jugendliche mit dem „What’smeBot“ testen, welche Ausbildung für sie in Frage kommt. Auch Apps können zu Orientierung genutzt werden. Doch die VR-Brillen seien lediglich eine interessante Ergänzung und würden andere Instrumente wie Speeddatings nicht ersetzen, so Neukirchen-Füsers. Er betont. „Der direkte Kontakt und die persönliche Beratung bleibt außerordentlich wichtig.“

Ebenso betont er, dass das 3D-Erlebnis zwar besonders junge Menschen anspreche - weil diese Brillen in der Gamingszene bekannt sind -, doch genauso Erwachsene sie nutzen können und sollen. Gerade wenn eine Umschulung anstehe, könnten sie Orientierung bieten.

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