Reise geplant

Freundschaftsverein Besiktas besucht Hernes Partnerstadt

Partnerstadt von Herne: Besiktas, Stadtteil von Istanbul.

Partnerstadt von Herne: Besiktas, Stadtteil von Istanbul.

Foto: Michael Muscheid

Herne.   Der Freundschaftsverein Besiktas besucht im Juni die türkische Partnerstadt am Bosporus. Darum geht es bei der Reise nach Istanbul.

Der Freundschaftsverein Besiktas unternimmt im Juni eine weitere Fahrt in die türkische Partnerstadt. Die Reise fällt in eine politisch aufgeladene Zeit: Über einen Monat nach der Kommunalwahl in der Türkei hat die Wahlkommission den Sieg der sozialdemokratischen CHP in Istanbul annulliert und eine Wiederholung angeordnet. Und: Im Istanbuler Stadtbezirk Besiktas, Hochburg der CHP mit knapp 190.000 Einwohnern, hat gerade ein neuer Bürgermeister sein Amt angetreten.

Özcelik: Eine Partnerschaft beruht auf Vertrauen

„Der Austausch ist sehr gut“, bilanziert Nurten Özcelik, Vorsitzende des Freundschaftsvereins Besiktas, knapp drei Jahre nach der Gründung des Vereins. Dank der Netzwerke, die aufgebaut worden seien, gebe es mittlerweile gute Kontakte mit Besiktas. Bei der Fahrt vom 7. bis 10. Juni, der dritten, sollen die Teilnehmer Land und Leute kennenlernen, Sightseeing werde groß geschrieben. Nicht zuletzt sollen die bestehenden Kontakte weiter vertieft werden: „Eine Partnerschaft beruht auf Vertrauen.“

„Wir wollen auch kritische Stimmen hören“, betont Özcelik. Deshalb sei auch ein Gespräch mit einem Journalisten geplant. Die jüngsten Entwicklungen in Istanbul mit der Annullierung der Bürgermeisterwahl nach einem Antrag der Regierungspartei AKP nennt die Vereinschefin „besorgniserregend“.

Entwicklung tut dem Land nicht gut

Die Politik in der Türkei entwickele sich in eine Richtung, „die dem Land nicht gut tut“, so Özcelik, die auch Ratsfrau der SPD ist. Dennoch stellt sie klar: „Die Türkei besteht nicht nur aus Erdogan.“ Geplant sei bei der Reise zudem ein Hochschulbesuch und ein Empfang beim neuen Bürgermeister. Einen Freundschaftsverein Herne, getragen von Bürgern, gibt es in Besiktas weiterhin nicht. Das sei nicht verwunderlich: In der Türkei funktionierten Städtepartnerschaften über die offizielle Schiene. Apropos: „Ich würde mir wünschen, wenn über die offizielle Seite mehr läuft“, sagt Özcelik. Nach der Absetzung des damaligen Bürgermeisters von Besiktas, Murat Hazinedar, sei es ruhig geworden zwischen den Stadtspitzen — zu ruhig, meint die Vereins-Vorsitzende.

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