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Erbitterter Streit um Zukunft der Aqua-Kurse im Wananas

Aqua-Fitness-Kurse werden seit Eröffnung des neuen Wananas von Outlex-Fitness angeboten. Ab Januar sollen andere Anbieter übernehmen (Symbolbild).

Aqua-Fitness-Kurse werden seit Eröffnung des neuen Wananas von Outlex-Fitness angeboten. Ab Januar sollen andere Anbieter übernehmen (Symbolbild).

Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool

Wer bietet künftig Aqua-Kurse im Wananas an? Zwischen dem Kurs-Betreiber Outlex und der Herner Bädergesellschaft gibt es erbitterten Streit.

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Über die Zukunft der Aqua-Kurse im Wananas ist ein erbitterter Streit entbrannt, der bis in die sozialen Netzwerke reicht. Im Mittelpunkt stehen der Kurs-Betreiber Outlex und die Herner Bädergesellschaft.

Es ist das Wanner Fitness-Unternehmen Outlex-Fitness, das die Herner Bädergesellschaft angreift. Seit Eröffnung des Freizeit-, Sport- und Schulschwimmbads Wananas gebe Outlex als externer Anbieter dort Aqua-Kurse – 20 pro Woche mit 1500 Kunden im Jahr, sagt Geschäftsführerin Kathryn Julyana. Zum Jahreswechsel, so habe ihr die Bädergesellschaft vor kurzem mitgeteilt, dürfe sie nur noch 50 Prozent der Kurse anbieten, die übrigen Kurse solle ein anderer Betreiber veranstalten. „Wir sind schockiert und traurig“, sagt Julyana. Diese Einschränkung wäre für Outlex existenzbedrohend: „Unsere Haupteinnahmequelle ist ganz klar das Wananas.“

Unternehmen Outlex droht eine finanzielle Schieflage

Die Entscheidung der Bädergesellschaft könne sie nicht nachvollziehen: Die Kurse seien immer ausgebucht gewesen, es habe keine Konflikte gegeben, und Outlex sei ein „stets treuer Anbieter“ gewesen. Fragen nach dem Grund der Kündigung habe ihr die Bädergesellschaft nicht genannt. Julyana spricht deshalb offen von „Vetternwirtschaft“: Sie glaubt, dass die städtische Tochtergesellschaft bewusst einen anderen Anbieter ins Boot holen wolle, damit auch dieser von den erfolgreichen Kursen profitieren könne. Für die 32-jährige Geschäftsführerin, auch Schauspielerin, ist jedenfalls klar: Mit anderen Anbietern zusammen wolle sie keine Kurse anbieten. Ihr sei die Exklusivität für ihr Unternehmen wichtig. Folge auch: Mehrere Trainer verlören nun ihren Job, auch ihr drohe eine finanzielle Schieflage.

Lothar Przybyl, Chef der Herner Bädergesellschaft, zeigt sich entsetzt über die Vorwürfe – und weist sie entschieden zurück. Da die Kursbecken nicht ausgelastet seien, wolle die Bädergesellschaft die Wirtschaftlichkeit, Besucherfrequenz und Angebotsvielfalt verbessern. Deshalb habe er Outlex einen neuen Vertrag angeboten – in der Tat aber „ohne Exklusivrechte“. Grund: „Als Betreiber des Wananas wollen wir sowohl mit eigenem Personal als auch weiteren Externen die Angebote für Wasserbewegung, Schwimmkurse für Kinder und Erwachsene, Reha-Sport und vieles mehr erhöhen und den zahlreichen Nachfragen aus der Bevölkerung nachkommen.“

Vorwurf: „Shit storm“ in den sozialen Medien

Die Nutzungszeiten für Outlex habe die Bädergesellschaft zum 1. Januar aber nur um 20 und nicht 50 Prozent kürzen wollen, betont Przybyl. Dieser Umstand sei für Outlex jedoch nicht ausschlaggebend gewesen, der Bädergesellschaft eine komplette Absage für Fitness-Kurse zu erteilen, sondern der Wegfall der Exklusivität. „Trotz mehrmaliger Rücksprachen und Bitten unsererseits gab es von dort keinerlei Kompromissbereitschaft“, so der Bäderchef. Sondern: Es habe einen „shit storm“ in sozialen Medien gegeben – „mit Diskreditierungen von einzelnen Personen sowie auch gezielten Fehlinformationen“. Die Krönung sei die Behauptung gewesen, dass das Wananas im nächsten Jahr schließe. „Angebote für gemeinsame Gespräche wurden nicht angenommen beziehungsweise kurzfristig von Outlex abgesagt“, sagt Przybyl.

Und wie geht es nun im Wananas weiter? Ab Februar will die Bädergesellschaft laut Bäderchef aus eigenem Bestand Aqua- und Rehakurse für alle Generationen anbieten, hinzukommen sollen externe Anbieter wie O-Fitness aus Herne, der durch Tätigkeiten im Lago und im Schwimmbad an der Wörthstraße bekannt sei.

Außerdem erweitere die Schwimmschule Marc ihr Angebot, Herner Vereine wie der DSC Wanne-Eickel und SV Herne14 böten Reha- und Präventionskurse an. „Somit kann für alle Interessierten der Fortbestand und sogar Ausbau der Kurse in Aussicht gestellt werden, und wir wären sogar bereit, den bisherigen Trainern von Outlex eine Anschlussbeschäftigung zu ermöglichen “, sagt der Geschäftsführer der Bädergesellschaft. In Planung sind zudem kostenfreie Schnupperangebote in den bevorstehenden Weihnachtsferien sowie die Prüfung, ob im Südpool ab dem zweiten Halbjahr 2020 ebenfalls Kurse angeboten werden könnten.

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