Kreiskirchenamt

Ehemaliges Herner Kreiskirchenamt weicht einem Seniorenheim

Der ehemalige Verwaltungssitz der Zeche Friedrich der Große steht seit 2007 leer. Nun soll er - bis auf die Fassade - abgerissen werden und einem Seniorenheim Platz machen.

Der ehemalige Verwaltungssitz der Zeche Friedrich der Große steht seit 2007 leer. Nun soll er - bis auf die Fassade - abgerissen werden und einem Seniorenheim Platz machen.

Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services

Herne.  Das ehemalige Kreiskirchenamt in Horsthausen steht seit Jahren leer. Nun gibt es Pläne: Abriss und Bau eines Seniorenheims.

Dieses Gebäude liegt nicht im Dornröschen-Schlaf, nein es dämmert quasi im Koma: der ehemalige Verwaltungssitz der Zeche Friedrich der Große an der Albert-Klein-Straße in Horsthausen, in dem später das Kreiskirchenamt untergebracht war. Nun wird das Areal mit seiner großzügigen Parkanlage zu neuem Leben erweckt.

Die Belia Seniorenresidenzen GmbH aus Winsen an der Aller wird dort ein Seniorenheim mit 80 Plätzen bauen. Bei einem Ortstermin erläuterten Geschäftsführer Michael Burmester und Andreas Anspach, Geschäftsführer der NRW-Niederlassung, die Pläne. Die Belia hat das gesamte Ensemble bereits vor geraumer Zeit vom evangelischen Kirchenkreis gekauft.

Gebäude hat eine Schieflage von mehr als einem Meter

Für den hatte sich das imposante Gebäude zum Klotz am Bein entwickelt. Der Grund: Es hat eine Schieflage von mehr als einem Meter. Schon 2007 war das Kreiskirchenamt dort ausgezogen, seitdem steht das Haus leer. Der Kirchenkreis wollte es abreißen und das Grundstück verkaufen. Interessenten und Pläne hatte es in den vergangenen Jahren einige gegeben, doch alle Bemühungen waren gescheitert, wofür unter anderem die Tatsache verantwortlich war, dass das Haus samt Garten unter Denkmalschutz steht.

Belia hat diese Hürde offensichtlich überwunden. Der Abbruch des Gebäudes sei genehmigt, so Burmester, der Erhalt der Fassade zum Park hin werde zur Zeit mit den entsprechenden Behörden geprüft. Das ist kein einfaches Unterfangen, denn die Fassade hat ebenfalls eine Schieflage, die bei einem Neubau berücksichtigt werden müsste. Die Bauvoranfrage und der Abbruchantrag seien genehmigt. Der Bauantrag sei fertig und werde nach Klärung der Wandproblematik mit der Denkmalpflege im Frühjahr eingereicht. Der denkmalgeschützte Park werde erhalten und saniert, weitere Gebäude seien nicht geplant. Die beiden Torhäuser sollen erhalten bleiben und einer noch zu bestimmenden Nutzung zugeführt werden. Als potenziellen Baubeginn nennt Burmester frühestens Ende 2020.

Neubau ist ein Leuchtturmprojekt für Belia

Für Burmester und Anspach ist das Vorhaben ein Leuchtturmprojekt, das sich mit der Gleichung „Altes bewahren, Neues erfahren“ beschreiben lasse. Das Konzept für das Seniorenheim stehe, auch die Pläne seien gezeichnet. Entstehen soll ein Heim mit 80 vollstationären Plätzen, die sich auf vier Etagen verteilen. Entsprechend werde es vier Bereiche für unterschiedliche Fachkonzepte geben: einen für rüstige Senioren, einen für körperliche Schwerstpflege, einen Demenzbereich und einen Mischbereich. Alle Zimmer würden rollstuhlgerecht und mit eigener Nasszelle ausgestattet sein.

Darüber hinaus werde die Einrichtung eine eigene Vollküche haben, das heißt: Es wird jeden Tag frisch gekocht, auch Kindertagesstätten könnten mitversorgt werden. Das Restaurant, das ebenfalls entstehe, sei auch für Außenstehende offen. Burmester und Anspach betonen, dass man sich mit dem Seniorenheim im Quartier integrieren möchte. Auch ein Friseur und eine Wäscherei würden im Neubau untergebracht.

Planungen für die Baumstraße rücken zeitlich nach hinten

Die Planungen haben Einfluss auf ein anderes Projekt, das Belia in Herne plant. Auch an der Baumstraße (ehemals Procar) soll eine Senioreneinrichtung entstehen. Doch Burmester geht davon aus, dass der Neubau an der Albert-Klein-Straße früher beginnt.

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