Kirche

Der neue Pfarrer in Herne begeistert sich für Asien

Ferdinand Kenning ist der neue Pfarrer der Stephanus-Gemeinde in Herne-Holsterhausen.

Ferdinand Kenning ist der neue Pfarrer der Stephanus-Gemeinde in Herne-Holsterhausen.

Foto: Klaus Pollkläsener

Herne.   Das Kickboxen weckte in Ferdinand Kenning das Interesse an Asien. Nach Tokio hat er in Herne-Holsterhausen seinen neuen Wirkungskreis gefunden.

Rund 9300 Kilometer liegen zwischen Herne und Tokio, doch trotz der großen Entfernung sind die beiden Städte im Werdegang von Ferdinand Kenning eng miteinander verbunden. Der 35-jährige ist als neuer Pfarrer in der Holsterhauser Stephanus-Gemeinde tätig und hat ein Auslandsjahr in der japanischen Hauptstadt verbracht. Während der Zeit habe er wichtige Erfahrungen gesammelt, sagt der gebürtige Düsseldorfer. Er lernte nicht nur einen anderen Kulturkreis mit den Religionen des Buddhismus und Shintoismus kennen, der Seelsorger erlebte zudem, wie es ist, wenn man mit seinem Glauben einer Bevölkerungsminderheit angehört. Denn im Land der aufgehenden Sonne sind etwa zwei Prozent der Menschen Protestanten. Mit der Gemeinde in Tokio, die ihm zwölf Monate lang eine Heimat bot, steht Ferdinand Kenning nach wie vor in engem Kontakt, weitere Besuche nicht ausgeschlossen. Der Aufenthalt hat im Übrigen eine besondere Vorliebe geweckt, denn der Pfarrer isst gern Sushi.

Engagierte Gemeinde

In Holsterhausen hat er nun seinen Lebensmittelpunkt und bewarb sich seinerzeit um die Pfarrstelle, weil die Gemeinde bei einem Gottesdienstbesuch seine Sympathie weckte. Viele engagierte Menschen prägen nach Aussage des Pfarrers den Alltag. Manchmal gebe es auch ungewöhnliche Formate, wie beispielsweise ein Whiskey-Tasting. Beeindruckend sei auch die musikalische Seite der Gemeinde, unter anderem trete der Posaunenchor regelmäßig auf, zudem gebe es eine Band, die die Gottesdienste bereichere. Mit Siegbert Gatawis, von Beruf Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, habe man zudem einen renommierten Organisten in den eigenen Reihen.

Für Kenning, der zuvor im rheinland-pfälzischen Kirn (Kirchenkreis Nahe und Glan) gewirkt hat, war schon mit Beginn des Studiums klar, dass er als Gemeindepfarrer arbeiten möchte. Ob es aber auch der passende Beruf für ihn sein würde, entschied er erst nach einigen Semestern und konvertierte von der katholischen zur evangelischen Kirche. Das Zölibat spielte bei dem Wechsel eine nicht unmaßgebliche Rolle. Als Seelsorger wolle er sich um alle Generationen kümmern und für sie Ansprechpartner sein, betont Kenning. Regelmäßig möchte er Glaubenskurse anbieten und vor allem auch junge Menschen erreichen.

Bekennender Fortuna-Fan

Wenn noch Zeit bleibt, will der bekennende Fan von Fortuna Düsseldorf wieder einem Hobby nachgehen, das er schon seit seinem 19. Lebensjahr betreibt: Kickboxen. Bei dem Sport werde fair miteinander gekämpft, betont Kenning. Durch das Kickboxen wurde bei ihm das Interesse an Asien geweckt, und auf der Suche nach einer Station für ein Auslandsjahr stand für ihn der Kontinent hoch im Kurs.

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