Ausstellung

Comics erzählen Geschichten zu Flucht und Migration

Seher Kahraman eröffnete in der VHS die Ausstellung, die Comics zu den Themen Flucht, Heimat und Fremdsein zeigt.

Seher Kahraman eröffnete in der VHS die Ausstellung, die Comics zu den Themen Flucht, Heimat und Fremdsein zeigt.

Foto: Klaus Pollkläsener

Über Migration wird viel geschrieben. Schüler und Studenten haben in Comics das Thema behandelt. Die Bilder sind in der Herner VHS zu sehen.

Herne. Man stelle sich einmal vor, Früchte wie Kirschen und Bananen würden ein Eigenleben entwickeln. Und wie es unter Menschen passieren kann, geraten sie in Streit, der auch aufgrund ihres unterschiedlichen Aussehens entsteht. Die Bildergeschichte gehört zur Ausstellung „Tausend Bilder und eins: Flucht und Heimat im Comic“. Sie ist seit Freitag bis zum 6. September im Foyer der Volkshochschule am Willi-Pohlmann-Platz zu sehen.

Düsseldorfer Studenten und Schüler aus dem Ruhrgebiet haben sich in „einem außergewöhnlichen Projekt mit unterschiedlichen Facetten der Migration befasst“, erläutert Seher Kahraman, Integrationsbeauftragte von PlanB. Der Bochumer Verein, der in der Stadtmitte und Eickel Tageseinrichtungen unterhält, hat die Wanderausstellung nach Herne geholt hat.

Eigene Erfahrungen eingebracht

Für die jungen Leute standen Themen wie Identität, Rassismus, Heimat, Fremde und Mehrsprachigkeit im Mittelpunkt. „Mit der Form des Comic hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, selbst erdachte Geschichten darzustellen“, so Kahraman. Eigene Erfahrungen aus dem Alltag seien durchaus in die Arbeiten eingeflossen, berichtet die Integrationsbeauftragte. Zugleich kommen mit den Bildtafeln auch Botschaften zum Ausdruck. Beispielsweise ist eine Szene zu sehen, auf denen Europäer einen Afrikaner als Außenseiter behandeln, allerdings macht er sich etwas später zum afrikanischen Kontinent auf.

Die Projektleitung hatte Angela Weber inne, die an der Fakultät für Germanistik der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität tätig ist. Die Fragen, mit denen sich die jungen Leute beschäftigt haben, können die Besucher nachverfolgen, wenn sie die Ausstellung betrachten. „Wie viele Generationen lang ist man, bleibt man Migrant?“, heißt es auf einer Tafeln. Oder: „Wird noch in zehn Generationen ein muslimischer Deutscher mit dem Nahen Osten oder dem Balkan assoziiert werden?“. Die Akteure des Projekts mit dem Titel „Quovadis“ heben hervor, dass sie die Vielfalt der Kulturen als Chance für alle Beteiligte verstanden werden kann.

Wer keine Gelegenheit haben sollte, sich die Comics in der VHS anzuschauen, der kann sich die Bilder im November in der Stadtteilzentrum Pluto ansehen. Dort ist eine weitere Ausstellung geplant.

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