CDU-Parteitag

CDU in Herne wählt Timon Radicke zum OB-Kandidaten

Er ist nicht gescheitert: Timon Radicke wurde am Samstag zum OB-Kandidaten der CDU in Herne gewählt.

Er ist nicht gescheitert: Timon Radicke wurde am Samstag zum OB-Kandidaten der CDU in Herne gewählt.

Foto: Michael Muscheid / WAZ

Herne.  Timon Radicke (33) zieht als OB-Kandidat für die CDU in Herne in den Kommunalwahlkampf 2020. Mit diesen drei Themen will er die Wahl gewinnen.

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Timon Radicke ist Oberbürgermeister-Kandidat der CDU in Herne für die Kommunalwahlen im kommenden Jahr. Der 33-Jährige wurde am Samstag beim Kreisparteitag der Union mit 95 Prozent der Stimmen gewählt. Radicke, der von den 104 Delegierten nach seiner Wahl stehend beklatscht wurde, sprach von einem „überwältigenden Ergebnis“. Er fügte an: „Wenn das die Stimmung ist, mit der wir in die Kommunalwahl gehen, dann können sich SPD und Grüne warm anziehen.“

Radicke, seit über zwei Jahren CDU-Kreisvorsitzender und von Beruf Lehrer am Mulvany-Berufskolleg, will als Spitzenkandidat der CDU mit drei Schwerpunktthemen in den Kommunalwahlkampf ziehen: Kommunale Sicherheit, Verkehrs-Infrastruktur sowie Schule und Bildung, sagte er in seiner Rede im Hörsaal des Marien Hospital am Hölkeskampring.

Radicke will einen „echten Ordnungsdezernenten“ einführen

Als OB werde er in der Stadtspitze einen „echten Ordnungsdezernenten“ einsetzen, kündigte er an. Dieser solle verantwortlich sein für die Bereiche Katastrophenschutz, Sicherheit, Ordnung, Ausländerangelegenheiten, Recht und Feuerwehr. Damit will Radicke auf gestiegene Unsicherheiten in der Bevölkerung reagieren, die sich angesichts von Angsträumen, Wettbüros oder Shisha-Bars in der Stadt verstärkt Sorgen machten.

Dazu hätten zuletzt auch die „Spaziergänge“ der „besorgten Bürger“, eine linksextremistische Szene und die Konflikte zwischen Kurden und türkischstämmigen Menschen beigetragen. Konsequenz: Der Bürger sei orientierungslos, auch, weil sich Kommunaler Ordnungsdienst und Polizei gegenseitig die Verantwortung zuschöben. Mit Hilfe des Ordnungsdezernenten, aber auch eines politischen Ausschusses für öffentliche Sicherheit sowie regelmäßiger Sicherheitskonferenzen will Radicke als Oberbürgermeister die Sicherheit und das subjektive Sicherheitsgefühl verbessern.

Radicke: Radwegenetz ist miserabel

Bei der Verkehrs-Infrastruktur will Radicke ein Umdenken sowie eine Aussöhnung zwischen allen Verkehrsteilnehmern erreichen. Egal ob etwa Rad- oder Autofahrer: Alle sollten gleichberechtigt sein, keiner bevormundet werden, betonte er. Dem Radwegenetz in Herne stellte der (Neu-)Radfahrer ein miserables Zeugnis aus. Als Rathaus-Chef will der 33-Jährige das Radwegenetz ausbauen, ebenso das ÖPNV-Angebot, der Autofahrer soll aber keine Einschränkungen haben.

Kritik übte Radicke auch an einer von SPD und Grünen „verfehlten Bildungspolitik“. Die Ausstattung der Herner Schulen sei schlecht, der Lehrer berichtete von Einfachverglasungen und ganzjährig warmen Heizungen in den Klassen sowie Overhead-Projektoren aus den 1980er Jahren als technischen Höhepunkt. „Von Digitalisierung keine Spur“, schimpfte er. Als OB will Radicke die Schulen digital machen. Er skizzierte Vertretungspläne, die morgens auf dem Handy der Schüler landen, außerdem die Funktion von digitalen Klassenkalendern und Klassenräumen, Schulclouds und interaktiven Aushängen. Das alles gebe es bereits, aber nicht hier. „Man muss es nur machen“, forderte er. Das will er übernehmen.

CDU will stärkste Kraft im Rat werden

Die Partei rief er auf, „mutig, zuversichtlich und entschlossen“ in den Wahlkampf zu ziehen. In dieser Wahlperiode regiere die Herner Union in der rot-schwarzen Ratskooperation erstmals seit 1948 mit, und das Ergebnis könne sich sehen lassen: Herne sei heute auf einem deutlich besseren Weg als je zuvor, gemeint ist: als je unter einer von SPD beziehungsweise SPD und Grünen geführten Stadtregierung. Seine Schlussfolgerung: „Je mehr CDU, desto besser für Herne.“ Deshalb sei es Ziel der Union, beides zu gewinnen: „die Kommunalwahl und die Oberbürgermeister-Wahl“.

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