Umwelt/Natur

Bäume an der Herzogstraße in Eickel weichen für Parkfläche

Sechs Ahornbäume sind am Freitagabend auf der Fläche der früheren Marienschule an der Herzogstraße gefällt worden.

Sechs Ahornbäume sind am Freitagabend auf der Fläche der früheren Marienschule an der Herzogstraße gefällt worden.

Foto: Anwohner

Für Unmut haben Baumfällungen in Eickel gesorgt. Die St. Elisabeth-Gruppe setzt dort eine Baumaßnahme um. Bürger und der BUND sind entsetzt.

Hiltrud Buddemeier vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) hat viele Zuträger, sagt sie. Wann immer es um Umwelt- und Naturthemen geht, bekommt sie viele Hinweise – der vergangene Donnerstag war so ein Tag, an dem sich viele Zuträger meldeten.

In Eickel, auf dem Gelände der früheren Marienschule, seien die Bäume im hinteren Bereich mit Kreuzen markiert: „Da deutete sich schon an, dass da jemand was im Schilde führte.“ Was, zeigte sich Freitagabend: sechs Bäume im hinteren Bereich dieses Parkplatzes wurden innerhalb kurzer Zeit gefällt.

Sie wisse von einem „großen Unmut“ über diese Bäumefällung nicht nur bei Anwohnern, sagt Hiltrud Buddemeier: denn die Bäume seien geschützt gewesen, zudem sieht das Bundesnaturschutzgesetz in der Zeit vom 1. März bis 30. September einen Schutz von nistenden Vögeln vor.

Fällung durch die Stadt Herne genehmigt

Für Hiltrud Buddemeier stellt sich die Reihe von Baumfällungen so dar: „Das nimmt ja gar kein Ende mehr. Und das jetzt zu dieser Zeit, wo alle über das Klima und die Umwelt reden. Da setzt man dann noch so ein Ding drauf.“

Die St.-Elisabeth-Gruppe bestätigt, dass die Bäume gefällt worden seien, mit Genehmigung der Stadt Herne. „Bei der Parkfläche zwischen der Herzog- und der Marienstraße handelte es sich bisher um nicht befestigte und sehr unebene Flächen, die unter anderem aufgrund von zahlreichen Schlaglöchern in sehr schlechtem Zustand und zudem schlecht ausgeleuchtet waren“, so Alois Baumhoer, Mitglied der Geschäftsleitung der St-Elisabeth-Gruppe.

Wurzeln bereits geschädigt

Ab 8. Juli, kündigt Baumhoer an, wolle die St-Elisabeth-Gruppe die Fläche umfassend umbauen und als befestigten Parkplatz herrichten.

Die Stadt Herne habe das Vorhaben genehmigt, erklärt Stadtsprecher Christoph Hüsken: „Sechs Ahornbäume sind auf einer Privatfläche entfernt worden – im Rahmen eines Baugenehmigungsverfahrens, weil dort die Parkfläche umgestaltet werden soll.“

Perspektivisch hätten es die Bäume auf der Fläche ohnehin schwer gehabt, so Christoph Hüsken, weil ihre Wurzeln unter der Parkfläche schon geschädigt gewesen seien.

Die Fällung sei unter Auflagen genehmigt worden, so der Stadtsprecher: entweder durch eine Ersatzpflanzung von 14 Bäumen oder durch eine Ersatzzahlung von 11.500 Euro, die dann auch für Pflanzmaßnahmen genutzt würden: „Dieses Geld würde dann zweckgebunden verwendet“, so Hüsken.

Baumschutzsatzung: Ausnahmen sind möglich

Seit 1989 hat die Stadt Herne eine Baumschutzsatzung. Dazu heißt es auf der Homepage der Stadt Herne: „ Eine Befreiung von den Bestimmungen der Baumschutzsatzung kann der Fachbereich Stadtgrün in begründeten Fällen erteilen.“ Zum Thema Artenschutz/nistende Vögel erklärt Stadtsprecher Christoph Hüsken: eine Prüfung sei kurzfristig durch die Untere Landschaftsschutzbehörde vorgenommen worden.

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