Arbeitslose

2017 war für den Herner Arbeitsmarkt ein gutes Jahr

Die Zahl der Arbeitslosen sank im Dezember auf ein Rekordtief.

Die Zahl der Arbeitslosen sank im Dezember auf ein Rekordtief.

Foto: Svenja Hanusch

Herne.   Die Agentur für Arbeit zieht ein sehr positives Jahr für das abgelaufene Jahr. Im Dezember sank die Arbeitslosenzahl auf ein Rekordtief.

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Die Arbeitslosigkeit in Herne ist im Dezember auf ein Rekordtief gesunken. Die Agentur für Arbeit meldet 8769 Arbeitslose. Das sind 127 Personen weniger als im November und entspricht einer Quote von 11,3 Prozent. Dieser Wert ist quasi das i-Tüpfelchen zum Jahresabschluss. „2017 war ein richtig gutes Jahr für Herne“, lautet das Fazit von Regine Schmalhorst, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit. Wobei Schmalhorst bewusst ist, dass die Situation in Herne weiter verbessert werden muss.

Für die positive Entwicklung gibt es drei Hauptkomponenten: den Anstieg der Beschäftigung, eine übers gesamte Jahr gesunkene Arbeitslosigkeit und eine hohe Nachfrage nach Stellen. Ein Blick auf die Details:

BESCHÄFTIGUNG

Auch wenn Herne anderen Städten hinterher hinkt, die Beschäftigung stieg im Vergleich zu 2016 um ein Prozent. Ein Blick auf das Anforderungsniveau offenbart ein großes Problem des Herner Arbeitsmarktes: Über 61 Prozent der Beschäftigten sind Fachkräfte, doch nur 15 Prozent arbeiten im Helferbereich. Auf der anderen Seite haben fast 58 Prozent der Arbeitslosen lediglich Helferniveau. Die Topbranche in Herne ist das Gesundheitswesen - und sie wird wohl weiter wachsen.

ARBEITSLOSIGKEIT

Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zu 2016 um 511 Personen gesunken, die psychologisch wichtige Marke von 10 000 in weite Ferne gerückt. Als Gründe für den Rückgang nennt Schmalhorst, dass Agentur und Jobcenter viel in Qualifizierung investiert haben, und dass Duvenbeck und UPS im Zuge der Neuansiedlung und Erweiterung Personal eingestellt haben - zu einem guten Teil im Helferbereich. Zu den Herausforderungen, die weiter bestehen, zählt Schmalhorst die Langzeitarbeitslosigkeit. Auch wenn diese im Jahresvergleich um 192 Personen gesunken sei, bleibe die Tatsache, dass 40 Prozent aller Arbeitslosen in Herne zu den Langzeitarbeitslosen zählen. An dieser Stelle positioniert sich Schmalhorst ganz eindeutig und fordert einen sozialen Arbeitsmarkt. „Es gibt Menschen, die nicht in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden können.“

STELLENNACHFRAGE

Bei der Zunahme von Stellen hängt Herne andere Städte des Ruhrgebiets locker ab - das Plus beträgt 33,2 Prozent. Dazu haben Neuansiedlungen beigetragen, allerdings habe der Arbeitgeberservice auch seine Bemühungen um Stellen deutlich verstärkt. Und: Der Fachkräfte-Engpass sei deutlich zu spüren, so Schmalhorst. Im Schnitt dauere eine Stellenbesetzung 93 Tage.

AUSBLICK

Die Agentur wird 2018 den Schwerpunkt der Qualifizierung und Aktivierung weiterführen. Auch die Integration von Geflüchteten bleibe ein zentrales Thema. Schmalhorst dringender Appell an Unternehmen: Sie sollen stärker ausbilden. Generell sieht sie aber keine Anzeichen dafür, dass es Einschnitte bei der positiven Entwicklung gibt, die Zahl der Arbeitslosen könnte weiter sinken.

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