Energie

Stromtrasse durch Herdecke: Grüne sind gegen Moratorium

Die Stadt Herdecke schlägt u.a. anderen betroffenen Kommunen entlang der geplanten Stromtrasse mit 380-Kilovolt-Trasse von Dortmund-Kruckel nach Dauersberg vor, mit einem Moratorium die Notwendigkeit des Baus zu überprüfen. Im Bild die Masten zwischen Loerfeldstraße und Wittener Landstraße

Die Stadt Herdecke schlägt u.a. anderen betroffenen Kommunen entlang der geplanten Stromtrasse mit 380-Kilovolt-Trasse von Dortmund-Kruckel nach Dauersberg vor, mit einem Moratorium die Notwendigkeit des Baus zu überprüfen. Im Bild die Masten zwischen Loerfeldstraße und Wittener Landstraße

Foto: Steffen Gerber

Herdecke.   Die Grünen verstehen das von der Bürgermeisterin in Sachen Stromtrasse geforderte Moratorium als „Votum gegen die Energiewende“

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Die Herdecker Grünen haben auf ihrer Jahreshauptversammlung den Moratoriumsvorschlag der Herdecker Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster zur Höchstspannungstrasse „entschieden abgelehnt“, wie es in einer Mitteilung heißt.

„Bisher wurde in der Herdecker Politik um Alternativen zur Trasse der geplanten Höchstspannungsleitung gestritten. Das war sicher sinnvoll und notwendig“, so die Ortsvorsitzende Sarah Rosa Gerigk. „Aber die Sinnhaftigkeit der gesamten Leitung in Zweifel zu ziehen und ein Moratorium zu fordern, ist unserer Meinung nach ein klares Votum gegen die Energiewende insgesamt.“

Ausbau nötig

Die Grünen weisen darauf hin, dass das EnLaG, also das „Energieleitungsausbaugesetz“ bereits 2009 verabschiedet wurde. Schon damals sollte der Ausbau des Höchstspannungsnetzes „den Anforderungen des wachsenden Anteils erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung“ (Bundestagsdrucksache) gerecht werden. Mit dem Ausstieg aus der Atomenergie und der Notwendigkeit der CO2-Einsparung sei der Anteil der erneuerbaren Energien bei der Stromerzeugung immer größer und der Netzausbau immer dringender geworden. Um die Energiewende wirklich zu schaffen, müsse der Anteil der Erneuerbaren Energien weiter erhöht werden. „Das ist aber ohne den Ausbau der Windparks im Norden und Osten nicht möglich. Und dieser Strom muss durch neue Leitungen, wie sie das EnLaG vorsieht, fließen. Die bestehenden Trassen reichen dazu nicht aus“, ergänzt Fraktionsvorsitzender Andreas Disselnkötter.

Nicht abgestimmt

Jetzt den geplanten Kohleausstieg bis 2038 als Grund für ein Moratorium heranzuziehen, ist nach Meinung der Grünen durch nichts zu begründen. „Der Kohleausstieg war immer Teil der Energiewende. Das Neue ist nur die Festlegung des Datums 2038. Damit kommt der Kohleausstieg schneller als bisher angedacht, was nur bedeuten kann, dass für die zukünftige Stromversorgung die neuen Höchstspannungsleitungen noch schneller und dringender benötigt werden“, ergänzt Sarah Rosa Gerigk.

Fraktionsvorsitzender Andreas Disselnkötter bedauert insbesondere, dass die Bürgermeisterin ihren Vorstoß weder mit dem Rat noch den zuständigen Ausschüssen und auch nicht mit den Ratsfraktionen abgestimmt hat. „Das ist kein guter politischer Stil. Wir sind erstaunt, dass die anderen Fraktionen das so hinnehmen und auch zu den Fakten der Energiewende und dem Leitungsausbau schweigen.“

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