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Stadt Wetter: Geschickt kontern gegen Stammtischparolen

Die Teilnehmer des Workshops mit dem Politologen und Philosophen Dr. Mathieu Rousselin (hintere Reihe, rechts) und Alina Wieczorek von der Stadt Wetter (rechts).  

Die Teilnehmer des Workshops mit dem Politologen und Philosophen Dr. Mathieu Rousselin (hintere Reihe, rechts) und Alina Wieczorek von der Stadt Wetter (rechts).  

Foto: Stadt Wetter

Wetter.   Das richtige Argument nach Stammtischparolen: Die Stadt Wetter hat einen Kurs angeboten, um Strategien etwa bei Beleidigungen zu entwickeln.

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Im Workshop die richtigen Argumente nach beleidigenden Bemerkungen finden: Die Stadt Wetter bot einen Kurs an, über den Organisatorin Alina Wieczorek sagte: „Stammtischparolen begegnen uns im Alltag tatsächlich ziemlich häufig in den unterschiedlichsten Arten und Situationen. Manchmal ganz offensichtlich, meist recht unterschwellig, immer jedoch mit abwertendem, rassistischem oder menschenfeindlichem Inhalt. Deshalb ist es so wichtig, diese zu entlarven und zu entkräften.“

Verletzende Pauschalaussagen etwa gegen Ausländer, Frauen, Moslems, Juden, Menschen mit Behinderung oder LGBT (eine aus dem Englischen kommende Abkürzung für Lesben, Gay/Schwule, Bisexuelle und Transgender) werden in Familien- und Freundeskreisen, am Arbeitsplatz und ganz besonders im Netz zunehmend verbreitet, ohne auf viel Gegenwind zu stoßen. So schreibt es die Stadt Wetter. Oft falle es einfach schwer, situationsgerecht zu reagieren, „denn wenn die eigenen Emotionen zu brodeln beginnen, erzeugt das Stress. Viele schweigen dann lieber oder ziehen sich zurück, weil ihnen schlicht und einfach eine Strategie fehlt“, heißt es weiter.

Persönliche Strategie erarbeiten

Und hier setzte der promovierte Politologe und Philosoph Dr. Mathieu Rousselin kürzlich mit seinem Training ganz praktisch an: „Ich erarbeite mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern keine Universallösung, keine Schablone, die man in verschiedenen Situationen anwenden kann. Jeder Einzelne entwickelt hier in Aktionen und Rollenspielen seine ganz persönliche Strategie, sich Stammtischparolen entgegen zu setzen und die eigene Haltung bewusst zu stärken.“

Zur Begrüßung sagte der Bürgermeister: „Dieser Workshop ist Teil einer Vielzahl von Aktionen gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit in unserer Stadt und zeigt das Ziel, für das wir uns engagieren: Für ein weltoffenes und soziales Wetter“, sagte Frank Hasenberg zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Mit einer ausgiebigen Kennlernphase wurde zunächst gemeinsam eine wichtige Grundvoraussetzung für das Training geschaffen: Eine vertrauensvolle Atmosphäre, zwanglos und ohne Druck.

Denn es ging an diesem arbeitsreichen Tag eben auch ans Eingemachte: die Selbstanalyse. Um die innere Haltung zu stärken, muss diese zunächst definiert werden. Ab wann gerate ich in Stress, welche Strategie passt zu mir, welche Technik benutze ich bereits intuitiv? „Durch die vielen Praxisübungen merkt man recht schnell, wo die eigene Schmerzgrenze liegt. Es war sehr hilfreich, in einem geschützten Raum unterschiedliche Situationen zu simulieren und auf diese Weise verschiedene Strategien auszutesten“, so Alina Wieczorek.

Teilnehmerin Fee Haltaufderheide resümierte: „Das war wirklich hilfreich, ich habe tatsächlich eine Kombination aus verschiedenen Strategien gefunden, die zu mir passt.“

So ging nach dem Training jeder mit einer ganz persönlichen Mischung an Rüstzeug nach Hause, um verletzende Pauschalaussagen zu entkräften und damit häufiger Zivilcourage zeigen zu können.

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