Wirtschaftsförderung

Stadt an den Ruhrseen sucht Namenszusatz

Zwischen den beiden Seen: Ein Blick auf die Ruhr von der Ruhrbrücke zwischen Vorhalle und Herdecke. Im Hintergrund die Autobahn A1.

Zwischen den beiden Seen: Ein Blick auf die Ruhr von der Ruhrbrücke zwischen Vorhalle und Herdecke. Im Hintergrund die Autobahn A1.

Foto: Klaus Görzel

Herdecke  Zwischen Dortmund und Hagen? Künftig sollen die Herdecker auch anders sagen können, wo sie zuhause sind.

. Die Hagener waren ihrer Zeit voraus. Stadt der Fernuni durften sie sich auf den Straßenschildern erst wieder nennen, als der Landtag Namenszusätze für Städte und Gemeinden für zulässig erklärte. Jetzt überlegen auch die Herdecker, ob zu Herdecke nicht ein Zusatz gestellt werden sollte – und auch hier gibt es einen Vorläufer.

Ins Spiel gebracht hat den Namenszusatz die FDP. Und nach deren Vorstellungen sollte Herdecke auf die ein oder andere Art mit der Lage an der Ruhr und den Ruhrseen verbunden werden. Ganz viel erhofft sich die FDP von so einem Zusatz: Herdecke habe durch seine Lage „ein großes Potenzial“, führen die Liberalen aus, das den Bürgern „im größeren Umfeld nicht bekannt sei.“ Auch viele Radtouristen nähmen durch die direkte Lage der Stadt am Ruhrtalradweg Herdecke wahr. „Durch einen Namenszusatz könnten noch mehr Besucher auf Herdecke aufmerksam werden und in unsere Stadt gelockt werden“, zeigt sich die FDP überzeugt.

Verlockung für Touristen

Wer als Herdecker künftig gefragt werde, wo er denn zuhause sei, müsse nicht mehr auf die beiden großen Geschwister im Norden und Süden ausweichen und die Heimatstadt zwischen Dortmund und Hagen verankern. So ein Zusatzname, erfuhren die Mitglieder im städtischen Aussschuss für Wirtschaftsförderung und Tourismus jetzt, fördere „das außerstädtische Direktwissen.“

Einzelhandel und Gastronomie würden von der Werbung durch den Namenszusatz profitieren. Die Ergänzung könnte „der erste Schritt für eine vermehrte Werbung um Wochenendtouristen und Ausflügler sein“, schreibt Fraktionschef Wilhelm Huck in der Begründung für den Prüfauftrag, wie groß der organisatorische und finanzielle Aufwand für einen Namenszusatz wohl ausfallen würde. Die übrigen Fraktionen im Ausschuss zeigten sich gegenüber der Idee nicht abgeneigt.

Alte Schilder noch im Keller?

Iris Stalzer von der UWG fand den Vorstoß gut. „Das steht und fällt allerdings mit dem organisatorischen Aufwand“, gab sie den übrigen Ausschussmitgliedern mit auf den Weg. Die Sache mit dem Namenszusatz sollte daher „schnell, preiswert und unbürokratisch“ vonstatten gehen. „Bei uns ging das relativ zügig durch“, gewährte CDU-Fraktionschef Heinz Rohleder einen Einblick in der Vorberatung seiner Fraktion. „Wir fanden das gut“, berichtete auch Sylke Gröne von der SPD.

Früher sei oft von Herdecke als der „Stadt zwischen den Ruhrseen“ die Rede gewesen, erinnerte sich Sylke Gröne, was ihren Parteikollegen Gustav Müller zu einem Sparvorschlag in Richtung Stadtverwaltung animierte: „Vielleicht haben Sie die alten Schilder ja noch im Keller.“ Selbst wenn, gerade dieser Vorschlag dürfte es schwer haben. Die Stadt Herdecke hat sich kürzlich ein neues Logo machen lassen. Über dem Schriftzug „Herdecke“ finden sich Bildchen vom Viadukt und von Fachwerkschätzchen, unter dem Namen steht als Zusatz „Stadt der Ruhrseen“.

„Stadt der Ruhrseen“ gefällt auch der FDP. Aber auch „Herdecke an den Ruhrseen“ oder „Herdecke – An den zwei Ruhrseen“ kann sie sich vorstellen. Hauptsache nicht zu lang, war die Devise von Dennis Osberg von der Stadtverwaltung – „damit wir das neue Logo nicht gleich wieder kippen müssen.“

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